Universität Hamburg und FNG erforschen nachhaltige Finanzwirtschaft

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Titelbild-Montage: Universität-Hamburg-Gebäude, Forschungsdokumente mit Siegel und grüne Wachstumskurve im Hintergrund.
Bild: KI-generiert
Das Verbundprojekt 3F knüpft an die Vorgängermaßnahme KlimFi an, die der Lehrstuhl von Prof. Timo Busch bereits begleitete.

Die Universität Hamburg und das Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG) begleiten seit dem 7. Oktober 2026 wissenschaftlich die neue BMFTR-Förderrichtlinie „Future Finance“ für eine nachhaltige Finanzwirtschaft. Das vierjährige Projekt knüpft an die Vorgängermaßnahme KlimFi an – die zeigt, welche Praxis-Tools Beratern künftig helfen könnten.

Ab sofort kooperieren das Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG) und die Universität Hamburg, um gemeinsam eine nachhaltige Finanzwirtschaft zu erforschen. Seit dem 7. Oktober 2026 begleiten beide Institutionen wissenschaftlich die Fördermaßnahme „Future Finance“, initiiert vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt, kurz BMFTR. Das vierjährige Verbundprojekt trägt den Namen „Fostering Future Finance“, kurz 3F.

Für Finanzberater, Vermittler und institutionelle Anleger ist der Start mehr als eine akademische Randnotiz. Begleitvorhaben entscheiden häufig mit darüber, ob Forschungsergebnisse im Beratungsalltag, in der Produktentwicklung und in der Regulierung ankommen. Die Vorgängermaßnahme KlimFi lieferte dafür bereits Beispiele.

Koordination statt eigene Studien zur nachhaltigen Finanzwirtschaft

Das Projekt 3F liefert selbst keine inhaltlichen Studienergebnisse. Stattdessen übernimmt es die Koordination der Förderlinie: Es führt die Erkenntnisse aus den einzelnen Forschungsverbünden zusammen, vernetzt die Beteiligten und organisiert den Transfer in Politik und Praxis. Damit bleibt 3F zunächst eine Vernetzungsstruktur für die Forschungsverbünde, die über die Themenmodule von Future Finance erst noch besetzt werden.

Für die Universität Hamburg erläutert Prof. Dr. Kerstin Lopatta den Anspruch des Vorhabens. „Eine nachhaltige Finanzwirtschaft benötigt resiliente und zukunftsorientierte Wirtschaftsstrukturen – und für die wiederum sind effektiver Klimaschutz und Klimaanpassung essentiell“, sagt Lopatta. „Ausgehend von dieser Grunderkenntnis freue ich mich auf vier Jahre Sustainable Finance Forschung.“

Prof. Dr. Timo Busch, ebenfalls an der Universität Hamburg, verweist auf die enge Verbindung zur Vorgängermaßnahme. „Ich freue mich, dass wir, nachdem wir bereits in den vergangenen Jahren die Forschungsmaßnahme Klimaschutz & Finanzwirtschaft (KlimFi) erfolgreich für das BMFTR begleiten durften, diese Arbeit nun mit dem FNG fortsetzen dürfen“, sagt Busch. „Ich bin sehr gespannt auf die Forschungsarbeiten und -erkenntnisse in den Forschungsverbünden!“ Seit 2018 obliegt seinem Lehrstuhl außerdem die Prüfung für das FNG-Siegel, ein europäisches Gütezeichen für nachhaltige Investmentfonds.

Das FNG bringt eigene Expertise ein. Der Verband wolle die Universität Hamburg bei der Einbindung der Beteiligten und beim Wissenstransfer unterstützen, erklärt Geschäftsführerin Verena Menne. Der Verband existiert bereits seit dem Jahr 2001 und repräsentiert als Fachorganisation die Branche nachhaltiger Geldanlagen in den deutschsprachigen Ländern. Dem FNG gehören unter anderem Kapitalanlagegesellschaften, Banken, die im Wandel zunehmend auf Technologie setzen, Versicherungen, Ratingagenturen, Finanzberater sowie verschiedene wissenschaftliche Einrichtungen an.

Fünf Themenmodule bilden die Forschungsagenda von Future Finance

Am 4. Dezember 2025 erschien die Förderrichtlinie Future Finance, veröffentlicht vom BMFTR im Bundesanzeiger. Für das wissenschaftliche Begleitvorhaben konnten Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Unternehmen, Kommunen und Verbände anschließend bis zum 14. März 2026 formgebundene Vollanträge über das elektronische Antragssystem „easy-Online“ einreichen. Die Förderung läuft zunächst für bis zu vier Jahre.

Die Rahmenbekanntmachung selbst gliedert sich in fünf Themenmodule. Diese Module stellen die Forschungsagenda dar, welche in den nächsten Jahren schrittweise mit konkreten Projekten gefüllt werden soll.

Die fünf Themenmodule von Future Finance

Zu den fünf Themenfeldern zählen: Finanzwirtschaft und Klimaschutz, Finanzwirtschaft und Klimaanpassung, Kohlenstoffmärkte, Finanzwirtschaft und Ökosysteme sowie neue Entwicklungen für eine zukunftsfähige Finanzwirtschaft.

Wann genau die inhaltlichen Förderaufrufe zu den fünf Modulen beginnen und wie hoch das Gesamtbudget für Future Finance ausfällt, geht aus den bisher veröffentlichten Unterlagen nicht hervor.


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KlimFi als Vorbild: Von Forschung zu Praxiswerkzeugen

Laut BMFTR knüpft Future Finance bewusst an die Vorgängermaßnahme „Klimaschutz & Finanzwirtschaft“ (KlimFi) an. KlimFi startete 2022 beziehungsweise 2023 mit 15 Projekten, von denen 14 die gesamte Laufzeit durchliefen. Rund elf Millionen Euro standen über einen Zeitraum von etwa drei Jahren als Fördervolumen zur Verfügung.

Im Juli 2025 fand die Abschlusskonferenz statt, zu der etwa 150 Teilnehmende aus Wissenschaft, Politik und Praxis zusammenkamen. Projektleiter Prof. Dr. Alexander Bassen zog dort Bilanz. „Eine nachhaltige Finanzwirtschaft lebt von klarer Regulierung, effektiven Anreizen und wirkungsvollen Finanzprodukten“, sagt Bassen.

MerkmalKlimFi (bisherige Maßnahme)Future Finance (aktuelle Maßnahme)
Laufzeit2022/2023 bis Juli 2025, rund drei JahreLäuft seit Oktober 2026 als Begleitvorhaben, geplante Dauer vier Jahre
Geförderte Projekte14 der ursprünglich 15 gestarteten Projektebislang nicht bekannt
Fördervolumenetwa elf Millionen Eurobisher nicht veröffentlicht
ThemenstrukturKlimaschutz und FinanzwirtschaftFünf Themenmodule: Klimaschutz, Klimaanpassung, Kohlenstoffmärkte, Ökosysteme sowie neue Entwicklungen

Was der Start für Beratung und nachhaltige Finanzwirtschaft in der Praxis bedeutet

Aus KlimFi gingen laut BMFTR konkrete Methoden zur Wirkungsmessung hervor, ebenso Finanzierungsansätze für Gebäudesanierungen und Umsetzungshilfen für kleine und mittlere Unternehmen. Solche Werkzeuge erreichen Beratungsprozesse und Produktentwicklung erfahrungsgemäß erst mit Verzögerung.

Mit dem FNG sitzt zudem ein Verband mit direktem Zugang zu Banken, Fondsanbietern und Beratern am Tisch. Über diese Kanäle können Ergebnisse der Förderlinie Vermittler und institutionelle Anleger erreichen, insbesondere bei Produkten für eine nachhaltige Geldanlage, bei denen Verbraucherschützer ebenfalls Nachbesserungen fordern. Dazu kommt die Verbindung zum FNG-Siegel, dessen Prüfprozess seit 2018 bei Buschs Lehrstuhl liegt.

Angesichts der mehrjährigen Laufzeit dürften belastbare Ergebnisse aus den fünf neuen Themenmodulen erst nach einigen Jahren vorliegen. Interessierte sollten daher künftige Förderaufrufe zu den Modulen im Auge behalten und die Veranstaltungen von 3F verfolgen.

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