DAX im Wandel: Banken und Technologie übernehmen Führung

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Dax im Wandel
Bild: KI-generiert mit ChatGPT / DALL·E
Der DAX hat in den vergangenen Monaten neue Höchststände erreicht. Doch hinter der Entwicklung des Leitindex hat sich die Marktstruktur deutlich verändert.

Der DAX hat in den vergangenen Monaten neue Höchststände erreicht. Doch hinter der Entwicklung des Leitindex hat sich die Marktstruktur deutlich verändert. Die Finanzexperten des internationalen Online-Brokers Freedom24 haben untersucht, welche Branchen den DAX derzeit antreiben, welche ehemaligen Gewinner an Dynamik verlieren und welche vier Aktien Anleger in den kommenden Monaten besonders im Blick behalten sollten.

Der deutsche Aktienmarkt blickt auf einen starken Sommer zurück. Ende August erreichte der DAX mit 26.618 Punkten ein neues Allzeithoch. Anfang September bewegte sich der Index nach einer anschließenden Korrektur wieder im Bereich von rund 26.000 Punkten.

Dabei zeigt die Analyse von Freedom24: Entscheidend ist derzeit weniger die Entwicklung des Gesamtindex als vielmehr eine deutliche Verschiebung innerhalb des DAX. Aufgrund des veränderten Anlegerinteresses, das sich zunehmend auf Banken sowie ausgewählte Technologie- und Gesundheitswerte konzentriert, verteilen sich die Kursgewinne nicht mehr gleichmäßig über den Markt. Infolgedessen haben dagegen Teile der Industrie, die Automobilbranche und zuletzt auch Rüstungswerte an Dynamik verloren.


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„Der DAX ist derzeit kein Markt, bei dem automatisch nahezu alle großen deutschen Unternehmen gleichermaßen von steigenden Kursen profitieren. Wir sehen vielmehr eine ausgeprägte Rotation zwischen einzelnen Branchen und Unternehmen. Für Anleger bedeutet das: Unternehmenszahlen, Geschäftsmodelle und konkrete Wachstumstreiber gewinnen gegenüber der reinen Indexentwicklung weiter an Bedeutung“, erläutert Dominik Mayr, Director bei Freedom Finance Germany GmbH (Tied Agent bei Freedom Finance Europe Ltd.).

Banken werden zu neuen DAX-Treibern

Zu den stärksten Bereichen der vergangenen drei Monate gehörte der Finanzsektor. Die Aktie der Deutschen Bank legte im betrachteten Zeitraum um rund 28 Prozent zu. Die Allianz gewann mehr als 21 Prozent, Munich Re knapp 19 Prozent und die Commerzbank rund 14 Prozent.

Neben dem Zinsumfeld spielen dabei insbesondere die Unternehmenszahlen eine Rolle. Die Deutsche Bank steigerte beispielsweise ihren Nettogewinn im zweiten Quartal gegenüber dem Vorjahr um 10 Prozent auf 1,9 Milliarden Euro. Der Vorsteuergewinn erhöhte sich um 11 Prozent auf 2,7 Milliarden Euro, die Erträge um 9 Prozent auf 8,5 Milliarden Euro.


Technologie: SAP steigt – Infineon verliert deutlich

Wie selektiv der Markt geworden ist, zeigt sich besonders innerhalb des Technologiesektors. Während SAP in den vergangenen drei Monaten um rund 15 Prozent zulegte, verlor Infineon im gleichen Zeitraum rund 29 Prozent.

SAP profitiert weiterhin vom Ausbau seines Cloud-Geschäfts. Im zweiten Quartal stieg der sogenannte Current Cloud Backlog um 27 Prozent auf 22,9 Milliarden Euro. Die Cloud-Umsätze erhöhten sich um 22 Prozent, die Umsätze der Cloud ERP Suite um 25 Prozent.

Bayer überrascht – Automobilwerte bleiben unter Druck

Einer der überraschendsten Gewinner im DAX war in den vergangenen drei Monaten Bayer mit einem Plus von rund 39 Prozent. Auch Fresenius gewann rund 19 Prozent und Siemens Healthineers knapp 13 Prozent.

Deutlich schwächer entwickelte sich dagegen die deutsche Automobilindustrie. BMW verlor im gleichen Zeitraum rund 11 Prozent, Volkswagen rund 9 Prozent und Mercedes-Benz etwa 3 Prozent. Belastend wirken unter anderem die schwache Nachfrage in Europa, zunehmender Wettbewerb durch chinesische Hersteller und weiterhin bestehende Zollrisiken.

Rheinmetall verliert trotz weiterhin hoher Nachfrage

Auch bei Industrie- und Rüstungswerten hat sich das Bild verändert. Siemens bewegte sich über drei Monate nahezu seitwärts, nachdem die Aktie zuvor deutlich gestiegen war. Rheinmetall verlor innerhalb von drei Monaten rund 11 Prozent.

Die operative Entwicklung des Rüstungskonzerns bleibt gleichzeitig stark. Ende des ersten Halbjahres lag der Auftragsbestand bei 80,5 Milliarden Euro, nach 56 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum. Für 2026 erwartet Rheinmetall ein organisches Umsatzwachstum von 28 bis 31 Prozent.

Fazit: Der DAX wird selektiver

„Der DAX bleibt auf hohem Niveau, aber die Gewinner wechseln. Banken, Technologie und einzelne Gesundheitswerte haben zuletzt die Führung übernommen, während frühere Treiber an Dynamik verloren haben. Für Anleger wird deshalb entscheidender, welche Unternehmen hohe Erwartungen auch mit nachhaltigem Gewinnwachstum bestätigen können“, fasst Dominik Mayr zusammen.


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