Palantir, Vertiv, Nvidia: Diese Segmente treiben die nächste KI-Phase

KI-Aktien
Foto: ChatGPT
Analyse zu KI-Umsätzen und Aktienkursen zeigt, welche Infrastruktursegmente vom KI-Boom besonders profitieren.

KI-Aktien haben nach dem schwankungsreichen Jahresauftakt 2026 wieder zugelegt. Der Blick auf die vergangenen vier Jahre zeigt jedoch: Nicht nur Chipkonzerne profitieren, sondern vor allem Anbieter von Infrastruktur, Kühlung, Energie und Daten. Genau dort liegen die Engpässe der nächsten Wachstumsphase.

Nach einer volatilen Anfangsphase im Jahr 2026 ziehen KI-Titel wieder an. Der Bericht von BestBrokers legt jedoch nahe, dass sich die Wertschöpfung im KI-Markt breiter verteilt, als viele Anleger vermuten. Besonders stark profitieren Unternehmen, die Rechenleistung erst praktisch nutzbar machen, etwa über Kühlung, Stromversorgung, Speicher und Dateninfrastruktur.

Für die Auswertung hat BestBrokers KI-bezogene Umsätze beziehungsweise vergleichbare Segmentdaten von 20 börsennotierten Unternehmen entlang der globalen KI-Lieferkette zusammengetragen und vereinheitlicht. Die Datenbasis stammt laut Bericht von StockAnalysis und soll zeigen, wie sich die Monetarisierung im Ökosystem zwischen 2022 und 2025 verteilt hat.

Auffällig ist vor allem die Kursentwicklung einzelner Titel. Palantir Technologies legte in vier Jahren um 876 Prozent zu. Die Aktie stieg von 18,21 Dollar am 31. Dezember 2021 auf 177,75 Dollar bis Ende 2025. Vertiv Holdings kam im selben Zeitraum auf ein Plus von 549 Prozent und ließ damit selbst Nvidia hinter sich, das auf 534 Prozent kam.


Das könnte Sie auch interessieren:

KI-Infrastruktur rückt in den Vordergrund

Vertiv steht exemplarisch für einen Trend, der bislang oft im Schatten der großen Plattform- und Chipanbieter stand. Das Unternehmen liefert Kühl- und Stromversorgungssysteme für Rechenzentren und profitiert damit direkt vom Ausbau der KI-Infrastruktur. Aus Sicht des Marktes liegt ein Teil der Preissetzungsmacht dort, wo die größten Engpässe entstehen. In diesem Zyklus betrifft das vor allem Energieversorgung und thermische Stabilität.

Zu den weiteren starken Werten zählen Broadcom mit 420 Prozent, SK Hynix mit 397 Prozent, Arista Networks mit 265 Prozent und Micron mit 247 Prozent Kursplus. CrowdStrike, Dell Technologies und Alphabet legten ebenfalls zu, blieben mit 129 Prozent, 124 Prozent und 116 Prozent aber deutlich hinter den Spitzenreitern zurück.

Dynamik zeigt auch CoreWeave. Der von Nvidia unterstützte GPU-Cloud-Anbieter gewann zwischen März und Dezember 2025 rund 93 Prozent an Börsenwert. Der Umsatz stieg laut Bericht von 15 Millionen Dollar im Jahr 2022 auf mehr als fünf Milliarden Dollar im Jahr 2025. Das deutet auf die wachsende Bedeutung von ausgelagerten GPU-Kapazitäten hin, weil Hyperscaler und KI-Labore ihre Rechenlast zunehmend extern absichern.

Gewinner und Verlierer entlang der Lieferkette

Nicht alle Unternehmen entlang der KI-Lieferkette konnten davon profitieren. Intel verlor in den vier Jahren 28 Prozent. Auch die Rechenzentrumsbetreiber Equinix und Digital Realty gaben trotz steigender KI-Nachfrage nach Kapazitäten um neun Prozent beziehungsweise 13 Prozent nach. Der Markt unterscheidet damit offenbar klar zwischen Spezialisten für KI-Workloads und Anbietern mit breiterem Rechenzentrumsfokus.

Im Speichersegment zeigt sich ein gemischtes Bild. SK Hynix gewann 397 Prozent, Micron 247 Prozent. Hintergrund ist die stark gestiegene Nachfrage nach High-Bandwidth-Memory, das beim Skalieren großer Modelle als Engpass gilt. Samsung kam im selben Zeitraum auf 53 Prozent und blieb damit deutlich hinter den beiden Wettbewerbern zurück.

„Die Kursentwicklung zeichnet ein differenzierteres Bild, als es der Hype um KI vermuten lässt. Die größten Gewinner waren nicht die bekannten Namen, die KI-Modelle entwickeln oder Cloud-Dienste verkaufen, sondern jene Unternehmen, die die weniger glamourösen, aber entscheidenden physischen Probleme lösen, die KI mit sich bringt: Rechenzentren kühlen, Daten schnell genug bewegen und den Speicher bereitstellen, auf dem große Sprachmodelle laufen. Der Markt hat im Grunde über die Softwareebene hinausgeblickt und die infrastrukturellen Engpässe eingepreist, die 2021 – vor dem Durchbruch zugänglicher, weit verbreiteter und benutzerfreundlicher KI-Tools – kaum Beachtung fanden“, kommentiert Datenanalyst Paul Hoffman von BestBrokers.com.

Die börsennotierten Unternehmen mit den stärksten Kursanstiegen zwischen 2021 und 2025:

• Palantir Technologies: +876 % (von 18,21 auf 177,75 US-Dollar)

• Vertiv Holdings: +549 % (von 24,97 auf 162,01 US-Dollar)

• NVIDIA: +534 % (von 29,41 auf 186,5 US-Dollar)

• Broadcom: +420 % (von 66,54 auf 346,1 US-Dollar)

• SK Hynix: +397 % (von 86,85 auf 431,6 US-Dollar)

• Arista Networks: +265 % (von 35,94 auf 131,03 US-Dollar)

• Micron Technology: +247 % (von 82,27 auf 285,41 US-Dollar)

• CrowdStrike: +129 % (von 204,75 auf 468,76 US-Dollar)

• Dell Technologies: +124 % (von 56,17 auf 125,88 US-Dollar)

• Alphabet: +116 % (von 144,85 auf 313 US-Dollar)

Weitere Artikel
Abonnieren
Benachrichtigen bei
0 Comments
Inline-Feedbacks
Alle Kommentare anzeigen