Solarparks kaum noch rentabel ohne Speicher – was steckt dahinter?

Foto: AdobeStock/sevector
In Deutschland werden immer mehr Batteriespeicher gebaut.

In Deutschland werden immer mehr Batteriespeicher gebaut. Alleine in den ersten fünf Monaten des
Jahres wurden etwa 225.000 Speicher mit einer Kapazität von 3,4 Gigawattstunden installiert, wie der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) auf Basis des Marktstammdatenregisters mitteilt. Das sind
70 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Wichtigster Treiber des Wachstums waren dabei Großspeicher, auf die 1,47 Gigawattstunden entfielen. Das ist mehr als eine Vervierfachung im
Vergleich zum Vorjahr. Sie überholen damit auch Photovoltaik-Heimspeicher, die nur leicht zulegten.

Batteriespeicher können laut BSW-Solar überschüssigen Solar- und Windstrom zwischenspeichern, Netzengpässe reduzieren und den Bedarf an kostspieligen Eingriffen in das Stromsystem verringern. Eine Gigawattstunde entspricht in etwa dem täglichen Haushaltsstromverbrauch von rund 300.000 Menschen in Deutschland.


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Die Speicher seien „eine Schlüsseltechnologie für die Integration erneuerbarer Energien und damit für den Erfolg der Energiewende“, sagt Hauptgeschäftsführer Carsten Körnig. Diese stehe und falle mit
einem schnelleren Ausbau. „Angesichts des schleppenden Netzausbaus können neue Solarparks kaum noch ohne einen Batteriespeicher rentabel betrieben werden. Rund zwei Drittel der in den nächsten zwei Jahren geplanten Solarparks werden zusammen mit Speichern geplant.“

Auch wenn Deutschland derzeit einen „Speicherboom“ erlege, sei unsicher, ob sich dieser fortsetze, sagt Körnig. Bei ungünstigen Rahmenbedingungen könne es sein, dass bis 2029 nur rund 15
Gigawattstunden zusätzliche Großspeicherkapazität hinzukämen. Das habe eine Analyse der Unternehmensberatung Enervis ergeben. Zwar seien weitere Projekte mit einer Kapazität von 58 Gigawattstunden inder Planung, ihre Realisierung sei aber mit erheblichen
Unsicherheiten verbunden.

 „Viele Investitionen stehen bereit. Doch zu lange Netzanschlussverfahren und regulatorische Unsicherheiten bremsen den Ausbau“, sagt Körnig. „Hier muss die Politik dringend handeln.“
Batteriespeicher senkten, Systemkosten, reduzierten Netzengpässe und stärkten die Versorgungssicherheit. „Ihr Ausbau darf nicht an vermeidbaren bürokratischen und regulatorischen Hindernissen scheitern.“ (dpa-AFX)


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