21. Mai 2010, 18:51
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Honorarberatung: Im Schatten der Provision

Schatten-Menschen-Stra E1 in Honorarberatung: Im Schatten der Provision

Das Meinungsspektrum reicht vom glühenden Verehrer bis zum absoluten Gegner – Honorarberatung bewegt die Gemüter immer wieder. Eine Bestandsaufnahme darüber, was sich in den letzten Monaten getan hat.

Text: Katja Schuld

Landauf, landab wurden im letzten Jahr Unmengen an Studien in Auftrag gegeben, um das Potenzial der Honorarberatung auszuloten. Die Debatten darüber beginnen häufig damit, wie das Berufsbild des Honorarberaters überhaupt definiert werden soll und enden damit, dass der Kunde offenbar nicht bereit ist, für eine solche Beratung zu zahlen. Im Rahmen der „Qualitätsoffensive Verbraucherfinanzen“ des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Verbraucherschutz (BMELV) und der Forderung nach mehr Schutz für Anleger wurden die teils kontroversen Diskussionen zusätzlich befeuert.

Hoffnung auf baldige Regelungen keimte bei den Befürwortern der Honorarberatung auf, als das Aigner-Ministerium nach Gesprächen mit Experten ein Thesenpapier veröffentlichte und dafür eintrat, dass zur besseren Unterscheidung und Verlässlichkeit ein Berufsbild des Honorarberaters beziehungsweise unabhängigen Finanzberaters geschaffen und rechtlich verankert werden müsse. Weiter hieß es, dass es für den Verbraucher im Beratungsgespräch erkennbar sein solle, mit wem er es zu tun hat: entweder mit einem Vermittler, der vom Verkauf von Finanzprodukten profitiert oder mit einem unabhängigen Berater, der von der Beratungsleistung, also dem Honorar, seinen Lebensunterhalt bestreitet und der Finanzprodukte entweder überhaupt nicht verkauft oder daran nichts verdient.

Doch die Mühlen der Politik mahlen langsam. Zu viele Projekte laufen parallel, zu viele Personen und andere Ministerien mischen bei der Thematik rund um Verbraucherfinanzen zusätzlich mit. So scheint es nicht verwunderlich, dass bis dato, zumindest nach außen, kein Fortschritt zu erkennen ist. Auch wenn in europäischen Nachbarländern die Provisionen abgeschafft wurden, wie in Skandinavien, oder schrittweise geplant sind, wie in Großbritannien, ist auf dem deutschen Markt eine kurzfristige Abschaffung von Provisionen sehr unwahrscheinlich.

Dabei kann es nicht nur an fehlenden gesetzlichen Regelungen liegen, dass sich das Modell nicht durchsetzt. Häufig wird darauf verwiesen, dass Honorarberatung zu viel koste, dass es sich für den Kunden nicht rechne und nur für Vermögende in Betracht zu ziehen wäre. Das Für und Wider wurde bereits umfassend von Medien und Experten erörtert. Fakt ist, dass beispielsweise einer im November erschienenen Studie der European Business School, Oestrich-Winkel, zufolge, 72 Prozent der Kunden weniger als 100 Euro pro Stunde für eine Honorarberatung zahlen wollen.

Lesen Sie auf Seite 2, welche Ausbildung Honorarberater mitbringen müssen

Weiter lesen: 1 2 3 4 5

2 Kommentare

  1. 1.653 Personen haben die Petition unterzeichnet??? Das ist ja die absolute Lachnummer bei dem Werbeaufwand. Hat nicht Quirin schon etwas mehr Kunden (und Mitabeiter)…

    Kommentar von glorybox — 26. Mai 2010 @ 21:46

  2. Das mag für viele ein Thema der Weltanschauung sein, aber Honorar ist offen und Provision ist verdeckt. Wenn die Provision dem Kunden in voller Höhe angezeigt wird, ist der Effekt der gleiche. Privat ist mir eine Honorarberatung lieber, da ich das Gefühl habe nicht auf ein provisionsreiches Produkt “gesungen” zu werden. Außerdem gibt es Produkte, die keine Provision zahlen. Das kenne ich aus meinem Bereich. Bei staatlichen Zuschüssen für Gewerbeinvestitionen zahlt der Staat auch keine Provision, aber die Einsparung für das Unternehmen ist zwischen 25 und 60 Prozent der Investition. So bleibt nur das Honorar vom Kunden.

    Mit förderlichen Grüßen
    Michael D. G. Wandt

    Kommentar von Subventionslotse — 21. Mai 2010 @ 19:52

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Concordia Versicherungen leiten Vorstandswechsel ein

Bei den Concordia Versicherungen kündigt sich für 2020 ein Führungswechsel an: Nach über 25 Jahren, davon 18 Jahre an der Spitze der Concordia, wird Dr. Heiner Feldhaus zum 29. Februar 2020 die Leitung des Konzerns übergeben und sich in den Ruhestand verabschieden.

mehr ...

Immobilien

Wo Düsseldorf Köln beim Immobilienkauf abhängt – und umgekehrt

Welche rheinische Großstadt liegt beim Immobilienkauf vorne: Düsseldorf oder Köln? Der Baufinanzierer Hüttig & Rompf analysiert in seinem neuen Marktreport „Immobilienfinanzierung Köln / Düsseldorf“ die typischen Käufer in beiden Städten. 
mehr ...

Investmentfonds

Moventum: Defensivere Ausrichtung der Portfolios

Moventum Asset Management richtet seine Portfolios angesichts der steigenden Risiken defensiver aus. Das wurde nach der quartalsweisen Asset-Allokation-Konferenz beschlossen. „Die Weltwirtschaft wächst langsamer, das Risiko einer Rezession hat signifikant zugenommen“, sagt Sascha Werner, Portfoliomanager bei Moventum AM.

mehr ...

Berater

Zinstief drückt Bankgewinne – womöglich Strafzinsen für mehr Kunden

Das Zinstief wird zur Dauerbelastung für Deutschlands Banken und Sparkassen – und könnte bald auch zu Lasten von mehr Kunden gehen. Ein weiterer Rückgang der Gewinne der Institute in den nächsten Jahren sei “sehr wahrscheinlich”, stellten die Finanzaufsicht Bafin und die Deutsche Bundesbank am Montag fest.

mehr ...

Sachwertanlagen

PATRIZIA erwirbt Wohnanlage in Aarhus, Dänemark

Die PATRIZIA AG, der globale Partner für paneuropäische Immobilieninvestments, hat zusammen mit Universal-Investment im Auftrag der Bayerischen Versorgungskammer (BVK) ein Wohnbauprojekt mit 136 Einheiten im dänischen Aarhus erworben. Der Ankauf erfolgte im Rahmen einer off-market Transaktion. Verkäufer ist ein Konsortium privater Investoren.
mehr ...

Recht

ifo Institut sieht Licht und Schatten im Klimapaket

Das ifo Institut sieht im Klimapaket Licht und Schatten. Die CO2-Bepreisung über Zertifikate sei der richtige Weg. Die Vorgabe von festen CO2-Preisen bis 2025 sei jedoch mit einem funktionierenden Zertifikatesystem unvereinbar. Ein Kommentar von Clemens Füst, Präsident des ifo Instituts.

mehr ...