17. November 2010, 13:05
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Jahresendgeschäft: Auf der Suche nach dem Mythos

Potenzial steckt auch in Berufsunfähigkeitsversicherungen (BU). Denn das versicherungsmathematische Eintrittsalter ist häufig der 1. Januar. Das heißt, der Kunde ist ab diesem Datum um ein Jahr älter, was höhere Beiträge zur BU zur Folge haben kann – ein Argument, um den Kunden zum Abschluss zu bewegen.

Einziges „Schmankerl“ des Gesetzgebers in diesem Jahr ist der Fall der Dreijahresfrist in der privaten Krankenversicherung (PKV) zum 1. Januar 2011. Für einen Wechsel in die PKV reicht es nun aus, dass gesetzlich krankenversicherte Arbeitnehmer im Folgejahr ein Jahresgehalt über der Versicherungspflichtgrenze haben werden. Außerdem entsteht gegen Jahresende eine erhöhte Nachfrage nach Krankenvollversicherungen durch bereits privat Krankenversicherte, die den Anbieter wechseln möchten – was zurzeit nur zum Jahreswechsel möglich ist. Letztlich gibt es eine Reihe von Kunden, deren Verträge, vor allem im Lebenbereich, häufig zum Jahresende auslaufen, da diese in den vergangenen Jahrzehnten traditionell in den letzten Wochen des Jahres abgeschlossen wurden. Jetzt werden die Versicherungssummen frei, in denen einiges Vertriebspotenzial stecken kann.

Um Vermittlerschaft und Kunden zu locken, lassen sich die Assekuranzen einiges einfallen, zudem bessern sie oftmals bei ihren bestehenden Produkten noch einmal nach. Die Huk-Coburg optimiert nach eigenen Angaben in dieser Jahreszeit vor allem ihre Kfz-Produkte. Der Versicherer HDI-Gerling hat im September seine Berufsunfähigkeitsversicherung weiter verbessert. Daneben wurde ein Renten-Produkt für alle drei Schichten der Altersvorsorge entwickelt, das seit Juli auch als ­ Ries­ter-Rente angeboten wird. Bei der Axa in Köln hingegen werden nach Unternehmensangaben Produkte der Sparten Vorsorge, Kranken und Kfz nicht mit Blick auf das Jahresendgeschäft eingeführt oder verändert. Allerdings werde darauf geachtet, dass die Neuerungen dann marktreif seien, heißt es.

Die Alte Leipziger ist schon einen Schritt weiter und bringt derzeit die neuen Tarife für das kommende Jahr auf den Markt. Das seien Kfz-Tarife, aber auch ­jene für Berufsunfähigkeit und Krankenversicherung. Der aktuelle Vertriebsmarkt werde sowohl von Beitragsanpassungen in der Kranken- und Kfz-Versicherung als auch teilweise von neuen Produkten bestimmt, so Alte-Leipziger-Hallesche-Vertriebschef Kettnaker. Jedoch werden nicht nur die Produkte für das Jahresendgeschäft aufgehübscht, auch Verkaufsprospekte werden mitunter für das Saisongeschäft aufgewertet und mit besonderen Informationen ausgestattet.

Zusätzliches Material für die Vertriebspartner gibt es beispielsweise beim britischen Lebensversicherer Standard Life für die Produkte, von denen sich das Unternehmen zum Jahresende eine verstärkte Nachfrage erwartet. Auch die Alte Leipziger bietet ihren Partnern eine auf das Jahresendgeschäft ausgerichtete Verkaufsunterstützung, wie zum Beispiel eine Zuzahlungsaktion bei Rürup-Verträgen und eine Erhöhungsaktion im BU-Bestand.

Die Canada Life stellt ihren Partnern Broschüren, Flyer, aber auch Vorlagen für Endkunden-Anschreiben, Hintergrundinformationen per Newsletter oder Beratungsrechnern auf der Website zur Verfügung. Unterstützung gibt es zudem durch die Maklerbetreuer. Die Huk-Coburg passt insbesondere ihre Werbemittel, wie Anzeigen, an. Die Axa Versicherung stellt nur für die Kfz-Versicherung spezielles Material zum Jahresendgeschäft zur Verfügung. Eine Ausnahme habe man in diesem Jahr bei der Krankenversicherung gemacht – ein Sonderprospekt zum Wegfall der Dreijahresregelung. HDI-Gerling hingegen erstellt seine Unterlagen für den ganzjährigen Einsatz in der Kundenberatung.

Seite 4: Jahresendgeschäft, um schlechte Vormonate auszugleichen?

Weiter lesen: 1 2 3 4 5 6

1 Kommentar

  1. Schlußendlich wird es ein “Jahresendgeschäft” so lange geben, wie es Geschäftspläne mit Zielvorgaben gibt. Die verstärkten Vertriebsaktivitäten im 4. Quartal eines jeden Jahres dienen nichts anderem als der Erfüllung eben dieser Geschäftspläne. Es ist also nicht verwunderlich, wenn dieses Phänomen hauptsächlich dort zu beobachten ist, wo Vermittler durch die Erfüllung Ihrer Geschäftspläne Bonifikationen für das laufende oder Vorausszahlungen für das kommende Geschäftsjahr sichern können oder müssen. Es liegt in der Natur der Sache, dass die übergeordneten Vertriebseinheiten sowie Unternehmen, die schwerpunktmäßig mit eigenem Vertrieb Umsatz generieren, dies durch entsprechende Massnahmen flankieren.

    Kommentar von Sascha Büsing — 23. November 2010 @ 18:56

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Staatliche Rente: Was Sie noch erwarten können

Wenn Sie noch nicht in der Nähe des Rentenalters sind, haben Sie sich vielleicht schon einmal die Frage gestellt, ob und wenn ja, wie Sie privat vorsorgen können. Die Botschaften der Politik unterscheiden sich maßgeblich von denen der Banken- und Versicherungsbranche. Als Laie ist es tatsächlich schwierig, darauf gute Antworten zu erhalten. Finanzexperte Maxim Bederov. nimmt sich in diesem Artikel jedoch kein Blatt vor den Mund und sagt, was tatsächlich Sache ist.

mehr ...

Immobilien

Betriebskostenabrechnung: 5 Tipps für Vermieter

Heizung, Wasser, Abwasser, Müllentsorgung, Versicherungen, Gebäudereinigung, Verwaltungskosten, Leerstand und mehr: Was ist umlagefähig, was nicht? Vor dieser Frage stehen Eigentümer von Mietimmobilien spätestens dann, wenn sie die jährliche Betriebskostenabrechnung erstellen und bestimmte Mindestanforderungen beachten müssen. Gerade Vermieter von kleineren Immobilien, die diese selbst verwalten, werden dabei vor einige Herausforderungen gestellt. Der Full-Service Immobiliendienstleister McMakler fasst daher zusammen, was zu einer rechtssicheren und ordnungsgemäßen Betriebskostenabrechnung gehört.

mehr ...

Investmentfonds

Deutschland auf einem guten Weg zum “Krypto-Heaven”

Die Beschlussempfehlung des Finanzausschusses nach der gestrigen Sitzung schafft Klarheit zu einigen Fragen, die seit Veröffentlichung der Referenten- und Regierungsentwürfe diskutiert worden waren. Der Finanzausschuss spricht sich für eine Streichung des viel diskutierten „Trennungsgebots“ aus, wonach das Kryptoverwahrgeschäft und andere regulierte Bankgeschäfte oder Finanzdienstleistungen nicht aus der gleichen rechtlichen Einheit heraus angeboten werden könnten.

mehr ...

Berater

Was Frauen gegen Altersarmut tun können

Nadine Kostka von der Finanzberatung Sommese gibt zehn Tipps für Frauen, um gezielt gegen Altersarmut vorzubeugen.

mehr ...

Sachwertanlagen

Marvest startet drittes Crowdinvesting-Projekt

Die auf den maritimen Sektor spezialisierte Online-Plattform Marvest hat ihr drittes Projekt für Investoren veröffentlicht. Die Anleger können über eine “Schwarmfinanzierung” in ein Darlehen für einen Mehrzweckfrachter investieren. 

mehr ...

Recht

Blitzer-Urteil: Messungen von privaten Dienstleistern sind rechtswidrig

Das Oberlandesgericht Frankfurt am Main hat in einer Grundsatzentscheidung bestätigt, dass Verkehrsüberwachungen durch private Dienstleister gesetzeswidrig sind und auf einer solchen Grundlage keine Bußgeldbescheide erlassen werden dürfen (Beschluss vom 6.11.2019, Az. 2 Ss-OWi 942/19).

mehr ...