24. Februar 2014, 08:30
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Beraterregister: Vermeintliche Ruhe

Seit über einem Jahr führt die Bafin das Mitarbeiter- und Beschwerderegister. Auch wenn es ruhiger um die Datenbank geworden ist, haben die Kritiker ihren Kampf noch nicht aufgegeben.

Bafin Beraterregister

Bafin-Zentrale in Frankfurt am Main.

Anfang November 2012 hat die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) das Mitarbeiter- und Beschwerderegister gestartet, in dem die Daten von Anlageberatern sowie Compliance- und Vertriebsbeauftragten erfasst werden.

Zum 31. Dezember 2013 waren 161.728 Anlageberater, 26.135 Vertriebsbeauftragte und 2.337 Compliance-Beauftragte gemeldet. Einige Mitarbeiter sind dabei laut Bafin mit der Anlageberatung betraut und zugleich in der Rolle eines Vertriebsbeauftragten tätig.

Beraterregister: Reaktion auf Fehlberatungen

Das Register wurde als Teil des Anlegerschutz- und Funktionsverbesserungsgesetzes eingerichtet, als Reaktion auf die Finanzkrise von 2008, in deren Zuge auch zahlreiche Fehlberatungen durch Anlageberater aufgedeckt wurden.

Die Banken sollen nachweisen, dass sie in den Bereichen, in denen es um Anlageberatung und den Vertrieb von Finanzprodukten geht, nur ausreichend qualifiziertes Personal einsetzen. Auch sämtliche Beschwerden von Kunden werden in der Datenbank registriert, unabhängig davon, ob diese berechtigt sind oder nicht.

11.460 Beschwerden gemeldet

Seit dem Start des Registers wurden 11.460 Beschwerden gemeldet. Dabei haben laut Bafin Privat- und Auslandsbanken 5.096 Beschwerden, Sparkassen und Landesbanken 3.604, Genossenschaftsbanken 2.528 und Finanzdienstleistungsinstitute 232 Beschwerden gemeldet.

Das sogenannte Beraterregister stand von Anfang an in der Kritik. “Mit dieser Regelung werden Mitarbeiter von Kreditinstituten pauschal an den Pranger gestellt, ohne dass Beschwerden Substanz oder Berechtigung haben müssen”, fasste Georg Fahrenschon, Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV), die Bedenken der Branche zusammen.

Häufen sich die Beschwerden über einen bestimmten Berater oder eine bestimmte Bank, sucht die Bafin das Gespräch mit ihm und dem Finanzhaus.

Noch keine Sanktionen

“Die Bafin besuchte vor dem Hintergrund des Mitarbeiter- und Beschwerderegisters im Jahr 2013 vor Ort 230 Zentralen, Filialen und vertraglich gebundene Vermittler von Wertpapierdienstleistungsunternehmen im gesamten Bundesgebiet”, erläutert Dominika Kula, Pressereferentin der Bafin.

Demnach hat die Bafin Gespräche mit über 1.300 Mitarbeitern in unterschiedlichen Funktionen geführt. Weitere Sanktionen wurden noch nicht ergriffen. Neben den deutschen Bankenverbänden gehörte die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi) zu den ersten kritischen Stimmen, die sich gegen das Beraterregister aussprachen.

Da die Kritikpunkte jedoch ungehört blieben, hat sich die Gewerkschaft entschlossen, rechtliche Schritte gegen das Register beziehungsweise die Bafin einzuleiten.

Seite zwei: Klagen gegen Bafin

Weiter lesen: 1 2

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Kreditversicherung: Wirtschaftsministerium will Warenverkehr länger absichern

Das Bundeswirtschaftsministerium strebt eine Verlängerung des Schutzschirms für Warenkreditversicherer an. Eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums bestätigte die Pläne,  nachdem zunächst die Deutsche Verkehrs-Zeitung darüber berichtet hatte. Das Ministerium stehe in Verhandlungen mit Warenkreditversicherern über eine Verlängerung von Garantien bis zum 30. Juni 2021. Nach jetzigem Stand laufen diese Ende des Jahres aus.

mehr ...

Immobilien

Miete oft höher als 30 Prozent des Einkommens

Zwei Drittel der Wohnungssuchenden bereit, mehr für Miete zu zahlen als empfohlen Eine Faustregel lautet: Die Kaltmiete einer Wohnung sollte nicht höher als 30 Prozent des Nettoeinkommens des Mieters sein.

mehr ...

Investmentfonds

Entscheidung über Wirecard-Verkauf im November?

Der Insolvenzverwalter des Skandalkonzerns Wirecard erwartet für November die Entscheidung über den Verkauf des Kerngeschäfts bei dem insolventen Bezahldienstleister. Das schreibt der Anwalt Michael Jaffé in einem Brief an die Mitarbeiter, über den die “Süddeutsche Zeitung” berichtete.

mehr ...

Berater

Konsolidierung mit Kapital und Köpfen

Suchten Makler in der Vergangenheit Anschluss an einen Pool oder wollten zu einem anderen wechseln, lenkten sie den Blick meist auf die Provisionstabellen. Wettbewerb lief vor allem über die Vergütung und Produktpalette. Diese Zeiten sind vorbei. Natürlich spielen beide Kriterien noch eine Rolle, aber die entscheidende Frage lautet: Wie bewältigt der Pool des Vertrauens die Herausforderungen, die wegen der enorm schnellen und einschneidenden technischen Entwicklung entstehen?

mehr ...

Sachwertanlagen

BaFin nimmt Deutsche Edelfisch DEG II ins Visier

Die Finanzaufsicht BaFin hat den hinreichend begründeten Verdacht, dass die Deutsche Edelfisch DEG GmbH & Co. II KG in Deutschland Wertpapiere in Form von Schuldverschreibungen ohne das erforderliche Wertpapier-Informationsblatt öffentlich anbietet. Im Markt der Vermögensanlagen ist das Unternehmen nicht unbekannt.

mehr ...

Recht

Haftpflichtkasse muss Gasthaus für Corona-Schließung entschädigen

In der Klagewelle um die Kosten für Gaststätten, die wegen der Corona-Pandemie schließen mussten, hat ein weiterer Wirt gegen seine Versicherung gewonnen.

mehr ...