4. Juni 2014, 11:00
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Altersvorsorge: Mehrheit fehlen die Mittel

Rund 80 Prozent der Bundesbürger sind sich über die Notwendigkeit einer rechtzeitigen privaten Altersvorsorge bewusst, so eine aktuelle Studie. Gut drei Viertel der Deutschen haben demnach aber nicht die Möglichkeiten, um für ausreichende finanzielle Sicherheit im Alter zu sorgen.

Mehrheit der Deutschen verzichtet auf Altersvorsorge

Laut der Studie können 75 Prozent der Deutschen die Vorsorgelücke nicht aus eigenen Kräften schließen.

Laut der Studie “Altersvorsorge-Report: Deutschland 2014″ der  Sparda-Bank Hamburg und des Research Center for Financial Services der Steinbeis-Hochschule Berlin wissen vier Fünftel der Bundesbürger, dass die Notwendigkeit einer frühzeitigen privaten Altersvorsorge besteht. Dennoch sind demnach das Interesse oder die finanziellen Möglichkeiten mit Bezug auf die Altersvorsorge sehr schwach ausgeprägt.

Durch das nicht ausreichende Vorsorgeverhalten der Deutschen fehlen im Alter der Studie zufolge durchschnittlich mehr als 27.000 Euro pro Bürger. Da die Mehrheit nicht bereit sei, ihren Lebensstandard zu Gunsten der Altersvorsorge einzuschränken, drohe für weite Teile der Bevölkerung Altersarmut und ein Generationen-Konflikt beim Streit um die Höhe der staatlichen Rente.

Vorsorgelücke als große Herausforderung

Die Schließung der Vorsorgelücke stellt die Bürger laut der Studie vor große Herausforderungen. Die Gründe liegen demnach zum einen in den finanziellen Möglichkeiten der Deutschen und zum anderen in den aktuellen Lebensstandards. So sehen der Studie zufolge rund 75 Prozent der Deutschen nicht die Möglichkeiten, um für ausreichende finanzielle Sicherheit im Alter zu sorgen.

Besonders hiervon betroffen ist demnach die Berufsgruppe der Arbeiter. Hier habe aktuell lediglich knapp ein Fünftel (19 Prozent) finanzielle Spielräume für die private Altersvorsorge. Die Schere zwischen Arm und Reich werde dabei immer größer: Diejenigen Bürger, die aktuell über ausreichend Kapital für eine zusätzliche private Altersvorsorge verfügen, können laut der Studie aufgrund des starken Wohlstandsgefälles, im Schnitt etwa 325 Euro zusätzlich zurücklegen.

“Das soziale Ungleichgewicht wird sich im Alter weiter verschärfen. Nur ein kleiner Teil der Bevölkerung wird im Alter gut leben können, wohingegen ein wesentlich größerer Teil mit Einschränkungen oder gar Altersarmut zu kämpfen haben wird”, so Heinz Wings, Vorstandsvorsitzender der Sparda-Bank Hamburg.

 Geringes Interesse am Thema Altersvorsorge

Der Studie zufolge besteht grundsätzlich nur ein geringes Interesse am Thema Altersvorsorge, trotz des Bewusstseins der bestehenden Notwendigkeit. So sind sich demnach 82 Prozent der Bürger bewusst, dass eine rechtzeitige private Vorsorge zur Wahrung des Lebensstandards im Alter notwendig ist. Dennoch seien Interesse oder die finanziellen Möglichkeiten bei diesem Thema Altersvorsorge in der Bevölkerung eher gering, heißt es in der Studie.

Mehr als ein Viertel der Bürger gaben demnach sogar an, das Thema Altersvorsorge aktuell komplett zu ignorieren. “Ich bin schockiert, dass jeder Vierte das Thema Altersvorsorge – trotz der täglichen Berichterstattung in den Medien – ignoriert”, so Wings weiter. Das geringe Interesse spiegele sich auch im Kenntnisstand der Bürger wider. Die konkreten Rentenansprüche sind demnach weitestgehend unbekannt.

Rund 73 Prozent der Bürger gehen der Studie zufolge zwar davon aus, dass ihre Rentenansprüche im Alter nicht ausreichen, dennoch kennen weniger als die Hälfte deren tatsächliche Höhe. Dabei haben demnach rund 50 Prozent der Deutschen Angst im Alter vom Existenzminimum leben zu müssen. Insbesondere bei jungen Menschen sei diese Furcht besonders ausgeprägt. “Dass die jungen Menschen die Bedeutung der Altersvorsorge erkannt haben, ist ein äußerst positives Zeichen. Sie haben jedenfalls vom Alter her noch Möglichkeiten, um ausreichend vorzusorgen”, konstatiert Wings.

 

Seite zwei: Unzureichendes Sparverhalten der Deutschen

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Provinzial NordWest: Kerngesund und kraftvoll trotz Orkanschäden

Die Provinzial NordWest hat sich im vergangenen Geschäftsjahr 2018 erneut sehr erfolgreich als wachstums- und ertragsstarker Versicherungskonzern im Markt positioniert. Mit einem Anstieg der gebuchten Beitragseinnahmen um 3,4 % auf 3,46 Mrd. Euro wuchs der zweitgrößte öffentliche Versicherer deutlich über dem Marktdurchschnitt. Der Markt ist in der Schaden-, Unfall- und Lebensversicherung (inkl. Pensionskassen und Pensionsfonds) um 2,3 % gewachsen.

mehr ...

Immobilien

Immobilien: Wann der Käufer Schadensersatz fordern kann

Der vertragliche Haftungsausschluss ist kein Tor zur Narrenfreiheit: In seinem Urteil vom 9. Februar 2018 hat der Bundesgerichtshof geklärt, wann trotz eines vertraglich zugesicherten Haftungsausschlusses des Verkäufers ein Schadenersatzanspruch aufgrund von Sachmängeln bestehen kann (Az.: V ZR 274/16). Ein Beitrag von Philipp Takjas, McMakler

mehr ...

Investmentfonds

“Hoher Investitionsbedarf treibt die Kurse”

Aktien von Infrastrukturunternehmen gelten in Krisenzeiten als deutlich stabiler als der breite Markt. Warum das so ist und welche weitere Vorteile Investments in das Segment Infrastruktur bieten, erklärt Susanne Linhardt, Senior Portfolio Managerin Aktien bei Bantleon, im Gespräch mit Cash.

mehr ...

Berater

Erneut Kritik an der Grundrente durch die Union

Nach Überzeugung von CDU/CSU führt die Grundrente nach dem Konzept der SPD zu einer überproportionalen Besserstellung von Teilzeitbeschäftigten, bevorzugt Partnerschaften nach traditionellem Rollenmodell und sorgt für deutlich höhere Aufwertungen von Renten als im Koalitionsvertrag vorgesehen. Dies geht aus Berechnungen im Auftrag der Union hervor, die der Düsseldorfer “Rheinischen Post” vorliegen.

mehr ...

Sachwertanlagen

P&R: Insolvenzverwalter holt Immobilien vom Gründer zurück

Im Insolvenzverfahren über das Privatvermögen des Gründers des Container-Anbieters P&R wurde die erste Gläubigerversammlung abgehalten. Der Insolvenzverwalter konnte demnach Vermögenswerte sichern – wohl nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

mehr ...

Recht

BVK: Provisionsdeckel frühestens ab März 2020

Der von der Großen Koalition geplante Provisionsdeckel in der Lebensversicherung wird in diesem Jahr nicht mehr in Gesetzesform gegossen. Michael H. Heinz, Präsident des Bundesverbands deutscher Versicherungskaufleute (BVK), geht davon aus, dass das Gesetzesvorhaben nicht vor März 2020 umgesetzt wird. Das teilte er in einer Pressekonferenz des BVK in Kassel mit.

mehr ...