5. Juni 2015, 08:08
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Infinus: Verteidiger kritisieren Staatsanwaltschaft

Die Anwälte der inhaftierten Ex-Manager der Infinus-Gruppe kritisieren Medienberichten zufolge das Vorgehen der Staatsanwaltschaft Dresden. Ein Gutachter habe zudem bestätigt, dass den Anlegern zu hohe Renditen versprochen wurden.

Infinus: Staatsanwaltschaft in der Kritik

Einer der Verteidiger kritisiert, dass sein Mandant sich seit 18 Monaten “ohne handfeste Beweise” in Untersuchungshaft befindet.

Der Dresdner Rechtsanwalt Martin Wissmann, der den ehemaligen Infinus-Aufsichtsrat Siegfried Bullin vertritt, kritisiert vor allem, dass sein Mandant sich seit 18 Monaten “ohne handfeste Beweise” in Untersuchungshaft befindet, berichtet die Sächsischen Zeitung (SZ).

Laut Wissmann sind demnach sämtliche Beschwerden gegen die Untersuchungshaft – unter anderem vom Sächsischen Verfassungsgerichtshof – abgelehnt worden, “um einen Justizskandal zu verhindern”.

Anwalt kritisiert Verflechtungen zwischen Justiz und Insolvenzverwalter

Mit den Argumenten der Verteidiger hätten sich die Richter nicht auseinandergesetzt, so Wissmann zur SZ. Da Ex-Aufsichtsrat Bullin Familie habe und nicht vermögend sei,  lägen keine klassischen Haftgründe wie etwa Fluchtgefahr vor.

Auch Rechtsanwalt Ulf Israel, der den Infinus-Gründer Jörg Biel vertritt, erhebt laut SZ schwere Vorwürfe: “Wenn einer der Infinus-Insolvenzverwalter der Ehemann der Vizepräsidentin des Oberlandesgerichts ist, wie kann man da noch mit einer fairen Entscheidung rechnen?”

Gutachter bestätigt unrealistische Rendite-Versprechen

Wie die SZ berichtet hatte im März auch der Verteidiger von Infinus-Manager Andreas Kison das Verhalten der sächsischen Justiz kritisiert. Zudem werde der Staatsanwaltschaft vorgeworfen, durch die Razzia im November 2013 die Firmengruppe überhaupt erst zum Kollaps gebracht zu haben. Sowohl die Staatsanwaltschaft als auch das Landgericht wiesen die Anschuldigungen zurück und bezeichneten sie laut SZ als “abwegig” und “nicht nachvollziehbar”.

Ein Gutachter, der von der Staatsanwaltschaft beauftragt wurde, das Geschäftsmodell von Infinus zu prüfen, hat laut SZ festgestellt, dass die den Infinus-Anlegern versprochenen Renditen dauerhaft nicht hätten erzielt werden können. Allerdings hat er demnach keine Anhaltspunkte dafür finden können, dass überhöhte Provisionen gezahlt wurden und durch Ausschüttungen an die Hintermänner geflossen seien. (jb)

Foto: Shutterstock

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Frauen arbeiten vor der Rente immer länger

Die Dauer der gesetzlichen Rentenabsicherung vor dem Ruhestand ist bei Frauen in den vergangenen Jahren deutlich angestiegen, wie neue Rentendaten zeigen, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegen.

mehr ...

Immobilien

Das sollten private Vermieter beachten

Die meisten Wohnungen gehören in Deutschland Privatleuten. Sie vermieten meistens nur ein oder zwei Einheiten. Kleinvermieter nutzen die Immobilie häufig als Kapitalanlage oder als Finanzierungsbeitrag zum Bau des Eigenheims. Worauf es für private Vermieter ankommt.

mehr ...

Investmentfonds

Britische Staatsanleihen: Sorgen Brexit und Corona für negative Renditen?

Die anhaltende Covid-19-Pandemie und der zäh verlaufende Brexit-Prozess könnten die Renditen britischer Staatsanleihen unter die Nullgrenze bringen, kommentiert Colin Finlayson, Co-Manager des Aegon Strategic Global Bond Fund bei Aegon Asset Management.

mehr ...

Berater

Recruiting: Warum die Story stimmen muss

Vielen jungen Absolventen und Berufseinsteigern gilt die Finanzdienstleistungsbranche zu sehr als “old men network”, sie zieht es zu den vermeintlich jungen und hippen Fintechs. Bei ihren Rekrutierungsbemühungen steht sich die Branche aber auch selbst im Weg.

mehr ...

Sachwertanlagen

BaFin nimmt Deutsche Edelfisch DEG II ins Visier

Die Finanzaufsicht BaFin hat den hinreichend begründeten Verdacht, dass die Deutsche Edelfisch DEG GmbH & Co. II KG in Deutschland Wertpapiere in Form von Schuldverschreibungen ohne das erforderliche Wertpapier-Informationsblatt öffentlich anbietet. Im Markt der Vermögensanlagen ist das Unternehmen nicht unbekannt.

mehr ...

Recht

Berliner Verfassungsgerichtshof setzt Mietendeckel-Verfahren aus

Der Berliner Verfassungsgerichtshof hat die Prüfung des umstrittenen Mietendeckels ausgesetzt. Man wolle zunächst den Ausgang der anhängigen Verfahren dazu beim Bundesverfassungsgericht abwarten, teilte das höchste Berliner Gericht am Donnerstag mit.

mehr ...