27. Mai 2015, 09:27
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

“Einen völlig neuen Beratertypus etablieren”

In dem zweiten Teil des Cash.-Interviews mit Franz-Josef Rosemeyer, Vorstand des Münsteraner Finanzvertriebs A.S.I. Wirtschaftsberatung AG, spricht er über das Demografieproblem auf dem Vermittlermarkt und die Weiterbildungsinitiative “gut beraten”.

Initiaitve gut beraten

“Das Demografieproblem könnte mittelfristig zu erheblichen Engpässen in der Vermittlerlandschaft führen.”

Cash.: Viele Marktteilnehmer warnen vor einem Vermittlersterben. Neueste Zahlen der DIHK-Register scheinen diese Sorge zu bestätigen. Sind Vermittler vom Aussterben bedroht?

Rosemeyer: Zwischen einer massiven Reduzierung der Vermittleranzahl und dem Aussterben der Vermittlerspezies gibt es erfreulicherweise einen Unterschied. An ersteres glaube ich ebenfalls, wobei diese These auch nicht besonders gewagt ist. Wenn ich mich richtig erinnere, wurde die Zahl der Versicherungsvermittler vor Einführung der EU-Vermittlerrichtlinie mit circa 400.000 angegeben. Laut IHK-Register beläuft sie sich aktuell auf etwa 240.000. Es sollte mich nicht wundern, wenn sie bis zum Jahr 2020 auf circa 150.000 zurückgeht. Diese Entwicklung wird nicht nur durch die strenger werdenden Regulierungen, sondern auch über die zunehmende Komplexität der Produktwelt und den rasanten technologischen Fortschritt befeuert. Ein großer Teil der aktuellen Marktteilnehmer will oder kann diesen Anforderungen nicht mehr gerecht werden und wird deswegen aus dem Markt ausscheiden. Diese Entwicklung muss nicht schlecht sein, weil die verbleibenden Marktteilnehmer wahrscheinlich auf einem deutlich höheren Qualifikations- und Professionalitätsniveau arbeiten.

Das Durchschnittsalter der Vermittler liegt bei rund 50 Jahren. Was muss getan werden, um mehr Nachwuchs zu gewinnen?

Dieser Aspekt ist viel wichtiger als eine nochmals deutlich reduzierte Anzahl der aktuellen Marktteilnehmer. Das Demografieproblem könnte mittelfristig zu erheblichen Engpässen in der Vermittlerlandschaft führen. Hinzu kommt ein Reputationsproblem der Branche, das nicht kurzfristig aus der Welt zu schaffen ist. Mittelfristig muss es gelingen, intelligente junge Leute für diesen Beruf zu begeistern und deutlich zu machen, dass die Ausübung dieses Berufs neben analytischen Fähigkeiten auch ein hohes Maß an Verantwortungsbewusstsein und sozialer Kompetenz erfordert. Darüber hinaus sollte deutlich werden, dass die Beratung zur Risikovorsorge und insbesondere die Sicherstellung der Altersvorsorge anspruchsvoll und ehrenhaft sind. Sollte das gelingen, besteht für die Branche die Chance, unabhängig von Vergütungsmodellen einen völlig neuen Beratertypus zu etablieren.

Seite zwei: “Richtiger Schritt Richtung Qualitätsoffensive”

Weiter lesen: 1 2

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Munich Re fürchtet starke Hurrikan-Saison im Atlantik

Die bevorstehende Hurrikansaison im Nordatlantik wird in diesem Jahr nach Einschätzung von Geowissenschaftlern vermutlich heftiger als üblich ausfallen. Vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie wären schwere Sturmtreffer auf Land besonders problematisch, warnte der weltgrößte Rückversicherer Munich Re am Freitag.

mehr ...

Immobilien

Nach Neuregelung der Maklercourtage: Forderung nach Sachkundeprüfung für Makler

Durch die Neuregelung der Maklerprovision ist eine Steigerung der Qualität und Professionalisierung der Maklerbranche zu erwarten. Dazu gehört nach Meinung von Re/Max Germany auch ein Examen noch Meisterbrief die für den Maklerberuf bislang nicht nötig seien.

mehr ...

Investmentfonds

Wie wahrscheinlich sind negative Zinssätze?

Negative Zinssätze sind wieder in den Schlagzeilen. Die Märkte haben begonnen, die Chance einzupreisen, dass sowohl die US-Notenbank als auch die Bank of England gezwungen sein werden, die Zinsen zu senken und die Nullgrenze zu durchbrechen, um ihre Wirtschaft zu stützen und den wachsenden disinflationären Druck auszugleichen. Aber wie wahrscheinlich ist dies und warum wird jetzt darüber gesprochen? Ein Kommentar von Colin Finlayson, Co-Manager des Kames Strategic Global Bond Fund

mehr ...

Berater

Corona: KI als Sofortsicherheit für Soforthilfe

Die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie sorgen dafür, dass die digitale Transformation an Fahrt aufnimmt. Daraus ergeben sich aber auch neuartige Problemstellungen. Die Betrugsversuche bei den online zu beantragenden Corona-Hilfen zeigen in beispielhafter Weise, welche das sind und wie sie zu lösen wären. Gastbeitrag von Frank S. Jorga, WebID Solutions

mehr ...

Sachwertanlagen

Bisher kaum Corona-Prospektnachträge bei Publikums-AIFs

Nur drei Prospekte von geschlossenen alternativen Investmentfonds (AIFs) für Privatanleger, die vor der Corona-Krise aufgelegt wurden und sich noch in der Platzierung befinden, wurden bislang durch spezielle Risikohinweise zu den möglichen Folgen der Pandemie ergänzt.

mehr ...

Recht

BVDW sieht Gefahr eines „Digitalen Lockdown“

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat sein Urteil im Fall Bundesverband der Verbraucherzentralen gegen die Planet49 GmbH gesprochen. Demnach reicht eine bereits vorangekreuzte Checkbox nicht aus, um den Anforderungen an eine Einwilligung beim Setzen von Cookies zu entsprechen. Dies war zu erwarten. Der BGH hat aber nicht eindeutig darüber entschieden, ob prinzipiell eine Einwilligung des Nutzers für den Einsatz von Cookies zur Erstellung von Nutzerprofilen für Zwecke der Werbung oder Marktforschung  erforderlich ist.

mehr ...