28. November 2016, 08:01
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

“Digitale Lösungen werden Bankberater im Massengeschäft ersetzen”

Dr. Marcus Niebudek, Head of Strategy, Innovation & Sales im Bereich Banking des Beratungsunternehmens Horváth & Partners, sprach mit Cash. über die Profitabilität des Privatkundengeschäfts, neue Service- und Gebührenmodelle der Banken sowie die künftige Rolle der Fintechs.

Digitale Lösungen werden Bankberater im Massengeschäft ersetzen

Marcus Niebudek: “Für viele Banken wird es unter Kostengesichtspunkten zukünftig schwierig bis unmöglich, persönliche, individuelle Anlageberatung flächendeckend anzubieten.”

Cash.: Wie profitabel ist das Privatkundengeschäft der Banken aufgestellt?

Niebudek: Eine aktuelle Umfrage von Horváth & Partners unter Top-Managern von Banken aus Deutschland, Österreich und der Schweiz hat ergeben, dass für ein Fünftel der befragten Banken das Privatkundengeschäft bereits heute nicht mehr profitabel ist. Ferner gehen mehr als 40 Prozent der Teilnehmer davon aus, dass dies im Jahr 2020 der Fall sein wird.

Obwohl zwei Drittel der teilnehmenden Bankhäuser mit steigenden Kundenzahlen im Privatkundengeschäft rechnen, geht knapp die Hälfte von einer deutlich sinkenden Profitabilität aus – ein Rückgang von bis zu 20 Prozent wird erwartet. Es zeigt sich deutlich, dass im aktuellen – und höchstwahrscheinlich noch sehr viel länger anhaltenden – Niedrigzinsumfeld steigende Kundenzahlen die Erosion der Margen in Zinsgeschäft nicht kompensieren werden können und dies von Banken auch nur teilweise durch höhere Provisionserträge aufgefangen werden kann.

Wollen die Banken nur an der Kostenschraube drehen, um die Profitabilität zu erhalten, oder wird sich auch das Serviceangebot verändern?

Ein reines Drehen an der Gebührenschraube wäre zu kurz gesprungen und würde sich meines Erachtens auch bitter rächen. Da Finanzdienstleistungen in vielen Fällen zum “commodity” geworden sind, würden Kunden sich – dem Trend zur abnehmenden Kundenloyalität folgend – einfach den für ihr jeweiliges Anliegen günstigsten Anbieter suchen. Wir beobachten vielmehr, dass Banken versuchen, steigende Gebühren mit zusätzlichen Leistungen zu verknüpfen beziehungsweise darüber zu alimentieren.

So werden zum Beispiel Gebührenerhöhungen bei Girokonten mit Zusatzleistungen wie Versicherungen, Reise- oder Freizeitservices, Rabatten bei Kooperationspartnern oder Ähnlichem gerechtfertigt. Banken können so für zahlungsbereite Kunden ihr Serviceangebot erweitern und Leistungsbündel schnüren, die einen entscheidenden Vorteil bieten: Aufgrund der gegenüber dem Angebot von Einzelleistungen eingeschränkten Preistransparenz lassen sich durch die Leistungsbündel “bequem” Zusatzerträge generieren.

Seite zwei: “Bankkunden müssen sich von “Geiz-ist-geil”-Mentalität verabschieden

Weiter lesen: 1 2 3

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Neue Hoffnung für Vertriebler?

Die Obergerichte hatten bislang ein Ausufern der Grundsätze der Kündigungserschwernis verhindert. Eine Entscheidung des Landgerichts Freiburg lässt Vertriebler nun wieder aufhorchen, die abstrakte Vorschüsse erfolglos in den Aufbau eines Geschäfts investiert haben.

mehr ...

Immobilien

Im Vergleich: Immobilie verkaufen oder vermieten?

Immobilienwert und mögliche Rendite sind für den Entscheidungsprozess besonders wichtig. Vermieter müssen ausreichend Rücklagen besitzen für den Fall, dass Mieter nicht zahlen oder Modernisierungsmaßnahmen anstehen. Eigentümer sind nach dem Immobilienverkauf frei von Verpflichtungen.

mehr ...

Investmentfonds

ÖKOWORLD bietet Eltern und Großeltern den passenden politischen Investmentfonds

Der Zusammenschluss „Parents for Future“ ist eine wirkungsvolle Initiative, die jungen Menschen der “Fridays für Future”-Bewegung in ihren Forderungen nach einer konsequenten Klima- und Umweltschutzpolitik unterstützt. Der ROCK ´N `ROLL FONDS von ÖKOWORLD ist als erster Elternfonds der Welt ist genau für diese Community gemacht.

mehr ...

Berater

Zurich übernimmt Berliner Insurtech dentolo

Mit dem Erwerb des Berliner Insurtech dentolo stärkt die Zurich Gruppe Deutschland ihren Direktversicherer DA Direkt bei der  strategischen Weiterentwicklung mit dem vorgesehenen Einstieg in das Geschäft mit Zahnzusatzversicherungen.

mehr ...

Sachwertanlagen

Aberdeen Standard Investments nimmt schwedische Immobilien ins Portfolio

Aberdeen Standard Investments (ASI) hat seinen paneuropäischen Wohnimmobilienfonds Aberdeen Pan-European Residential Property Fund (ASPER) SICAV-RAIF mit dem Kauf eines Portfolios neuer Wohnimmobilien in Schweden erweitert. Mit dieser jüngsten Akquisition ist das Fondsportfolio nun über sechs Länder und 27 verschiedene Anlagen diversifiziert und hat ein Vertragsvolumen von über 750 Mio. Euro erreicht.

mehr ...

Recht

BGH entscheidet über zeitliche Festlegung von Rechtsschutzfällen

Wann ist eine Rechtsschutzversicherung zur Zahlung verpflichtet? Mit dieser Frage musste sich der Zivilsenat des Bundesgerichtshofs (BGH) Anfang dieses Monats auseinandersetzen.

mehr ...