„Makler brauchen digitalisierte Servicehilfen“

Der Pegnitzer Maklerverbund VFM konnte seine Provisionserlöse im Geschäftsjahr 2015 um rund zehn Prozent erhöhen. VFM-Geschäftsführer Stefan Liebig hat mit Cash.Online über das laufende Geschäftsjahr und die fortschreitende Digitalisierung gesprochen.

Stefan-Liebig-vfm
Stefan Liebig: „Wir sehen Fin- oder Insurtech-Lösungen als durchaus interessant an, obgleich man innerhalb des derzeitigen Hypes festhalten sollte, dass es sich bei einer Vielzahl dieser Anwendungen um kein technisches Hexenwerk handelt.“

Cash.Online: Wie beurteilen Sie die aktuelle Marktsituation und wie sind Ihre Erwartungen an die weitere Geschäftsentwicklung 2016?

Liebig: Mit Bezug auf unsere Kerndienstleistung, die sich bekanntermaßen bevorzugt an wechselwillige Ausschließlichkeitsvermittler ausrichtet, stellen wir eine anhaltend hohe Nachfrage fest. Mehrfach favorisieren Vermittler aus bekannten Gründen den Wechsel in den Maklerstatus. Insbesondere suchen immer mehr Ausschließlichkeitsvermittler wie auch Makler unseren Ratschlag, wenn mittelfristig der Ruhestand geplant werden soll, beziehungsweise eine maßgeschneiderte strategische Nachfolgeregelung ansteht.

Zusätzlich erfährt unsere Maklerverwaltungslösung immer mehr Zuspruch. Vermehrt fragen hierbei auch größere Maklerunternehmen an, die nicht VFM-Verbundpartner sind. Folgerichtig bieten wir künftig bereits erfolgreich am Markt etablierten Maklerunternehmen eine exklusive IT-Kooperation an – wobei eine Geschäftsabwicklung über VFM nicht zwingend Voraussetzung ist.

Von diesem Standpunkt aus betrachtet bewerten wir als Verbund die derzeitige Marktsituation als positiv, bietet es doch professionellen Dienstleistern optimale Rahmenbedingungen. Dank unserer umfassenden fachlichen, technischen wie vertriebsorientierten Unterstützung, die gerade durch die Zunahme neuer Verbundpartner immer wieder bestätigt wird, erwarten wir infolgedessen für dieses Geschäftsjahr weiteres Wachstum.

Im Zuge der Digitalisierung sind neue Wettbewerber auf den Markt gedrängt. Wird die Bedeutung von Insur- beziehungsweise Fintechs in den kommenden Jahren zunehmen?

Generell beeinflusst technischer Fortschritt selbstverständlich die Arbeit eines Maklers. Hierbei sehen wir Fin- oder Insurtech-Lösungen als durchaus interessant an, obgleich man innerhalb des derzeitigen Hypes um diese „voll automatisierten Daten- , Versicherungsvertrags- beziehungsweise Vermögensverwalter“ festhalten sollte, dass es sich bei einer Vielzahl dieser Anwendungen um kein technisches Hexenwerk handelt.

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Hinter den Abläufen steckt nicht selten ein klassisches Verwaltungsfeature beziehungsweise althergebrachte Vergleichs- beziehungsweise Finanz-Beratungs-Software, die ein Kunde eigenständig bedienen muss. Ein zunehmend hybrides Kundenverhalten bringt es unserer Meinung mit sich, dass persönliche Beratung nicht durch den standardisierten, mechanischen Prozess abgelöst werden kann. Umso mehr wird es für Makler wichtig sein, digitalisierte Servicehilfen mit persönlichen Werten – wie Vertrauen, Kompetenz und Zuverlässigkeit – erfolgreich zu kombinieren.

Mit Bezug auf das derzeitige Trendthema Digitalisierung setzen wir mit Keasy zuallererst auf Prozessoptimierung über selbst entwickelte Maklerverwaltungssoftware. Ein mit 14 IT- Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern personell umfangreich besetztes Team sowie die Expertise vom VFM-Partnerbeirat, oder der hausinternen lokalen Maklerfirma sorgen schlussendlich dafür, dass unsere effiziente VFM-Tech „aus der Praxis für die Praxis“ erstellt wird.

Interview: Julia Böhne

Foto: Cash.

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