8. Februar 2017, 11:08
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IDD: Gesetzentwurf hat es in sich

Vertriebe müssen im Rahmen der IDD mit weitreichenden Änderungen rechnen, die sowohl finanzielle als auch zeitliche Ressourcen binden. Der am 18. Januar vom Bundeskabinett beschlossene Gesetzentwurf zur Umsetzung der IDD geht in einigen Punkten sogar über die Anforderungen der IDD hinaus.

Die Wald-Kolumne

IDD: Gesetzentwurf hat es in sich

“In vielfältigen Punkten benachteiligt der Gesetzentwurf den Berufsstand der Versicherungsmakler.”

Selbst die heftigen Proteste vieler Maklerverbände am Referentenentwurf, der Ende November vorgelegt wurde, haben nur zu wenigen Veränderungen an ihm geführt. Statt dem Vorbild Österreichs zu folgen, das Versicherungsmaklern erlaubt, entweder für Courtage oder für Honorar oder in einem “Hybrid-Vergütungsmodell” tätig zu werden, will der deutsche Gesetzgeber hybride Vergütungsmodelle abschaffen.

Keine Doppelzulassungen möglich

Honorare dürfen im Verbrauchergeschäft nur noch die neu eingeführten Versicherungsberater nehmen. Doppelzulassungen als Versicherungsvermittler und -berater werden in Zukunft ebenfalls nicht erlaubt sein.

Dies begründet der Gesetzgeber wie folgt: Sollten Vermittler eine Unabhängigkeit suggerierende Honorarvereinbarung mit dem Kunden abschließen, würde dies den Verbrauchern die Differenzierung zwischen Versicherungsvermittler und Versicherungsberater zusätzlich erschweren.

Gesetzentwurf benachteiligt Versicherungsmakler

Dies “könnte dafür sorgen, dass die im Koalitionsvertrag beabsichtigte Stärkung der Honorarberatung nicht erfolgt.” Versicherungsvermittler (§ 34d Absatz 1 Satz 1 GewO-E) können allerdings mit Inkrafttreten des Gesetzes im Rahmen eines vereinfachten Erlaubnisverfahrens in den Status des Versicherungsberaters (§ 34d Absatz 2 Satz 1 GewO-E) wechseln.

In vielfältigen Punkten benachteiligt der Gesetzentwurf den Berufsstand der Versicherungsmakler. So zum Beispiel unterliegen Versicherungsberater bei der Beratung und Vermittlung von Lebensversicherungen keiner fünfjährigen Stornohaftzeit wie es Versicherungsvermittler tun.

Seite zwei: Makler müssen Abwerbung ihrer Kunden fürchten

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2 Kommentare

  1. Dieses Gesetz ist kontraproduktiv da es meiner Meinung nach mit Verbraucherschutz nichts zu tun hat.

    Bei netto Verträgen im Bereich Rentenversicherungen erhält der Kunde wesentlich mehr als in der Bruttowelt.
    Bei Vergütungsvereinbarungen weiß der Kunde was ihn kostet, bei brutto nicht!

    Kommentar von Berger Klaus — 9. Februar 2017 @ 20:21

  2. Schade, dass die verantwortlichen Politiker das Berufsbild des Versicherungsmaklers auf dem Altar des Verbraucherschutzes opfern wollen. Falschberatung bei Versicherungsmaklern ist fast nicht existent, im Gegenteil bewahren wir fast täglich Verbraucher vor Fehlern bei der Annahme von Bank- und Versicherungsgesellschaftsberatungen. Die Bereitschaft der Honorarzahlung ist in weiten Bevölkerungsteilen nicht gegeben, und es steht zu befürchten, dass ein Großteil von unabhängiger Beratung abgeschnitten wird. Die Schäden die Falschberatungen verursachen werden durch die IDD-Reform nicht kleiner.

    Kommentar von André Perko — 9. Februar 2017 @ 11:33

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