30. November 2017, 08:00
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Infinus: Fubus-Gläubiger erhalten erste Zahlungen

Etwa vier Jahre ist der Zusammenbruch der Dresdner Infinusgruppe her. Nun können tausende Anleger des Mutterhauses Future Business KGaA (Fubus) mit ersten Abschlagszahlungen rechnen.

Infinus: Fubus-Gläubiger erhalten erste Zahlungen

Eine Entscheidung des Bundesgerichtshofes (BGH) ebnete den Weg für die Abschlagszahlungen.

Laut einer aktuellen Mitteilung von Bruno Kübler, dem Insolvenzverwalter des 2013 implodierten Finanzdienstleisters, können etwa 28.000 Gläubiger der Fubus im Frühjahr 2018 mit ersten Quotenzahlungen rechnen. Diese sollen im Bereich von fünf bis sechs Prozent ihrer Forderungen liegen.

Als Mutterhaus stand die Fubus im Zentrum des Infinus-Finanzkonglomerats, welches zehntausende Anleger um eine neunstellige Euro-Summe betrogen haben soll. Dafür müssen sich sechs ehemalige Manager des Firmengeflechts seit zwei Jahren vor dem Dresdner Landgericht verantworten.

Sieg für die Gläubiger

Diese erste Auszahlung war laut Kübler bereits für das Jahr 2016 geplant, wurde jedoch durch eine ausstehende Entscheidung im Konflikt um die Wahl eines Gemeinsamen Vertreters in der Gläubigerversammlung verhindert.

Gegen diese Wahl habe ein Anleger geklagt und damit einen Rechtsstreit begonnen, der durch alle Instanzen ging. Zuletzt habe das Oberlandgericht Dresden dem Kläger noch Recht gegeben, bevor der BGH dieses Urteil wieder kassierte.

„Die Entscheidung des Bundesgerichtshofs ist ein Sieg für die Gläubiger“, kommentiert Kübler die Entscheidung. „Hätte der Kläger obsiegt, wären unter Umständen auch die Wahlen des Gemeinsamen Vertreters in anderen Anleihen für nichtig erklärt geworden.“

Historischer Anlegerbetrug

Kübler zufolge gehört das Insolvenzverfahren der Fubus-Gruppe mit einer Schadenssumme von weit über einer Milliarde Euro zu den größten Anlegerbetrugsfällen der deutschen Wirtschaftsgeschichte.

Durch Rückkäufe von Lebens- und Rentenversicherungen, die Einziehung von Bankbeständen, Erlöse aus Immobilienverkäufen, die Auflösung eines Fondsdepots und den Verkauf von Edelmetallen sei es seiner Kanzlei bisher gelungen, etwa 150 Millionen Euro zur Masse zu ziehen.

Es sei laut Kübler damit zu rechnen, dass die Fubus-Gläubiger letztendlich etwa 20 Prozent ihres Geldes zurückerhalten werden, jedoch dürfte sich das Insolvenzverfahren noch über mehrere Jahre ziehen. (bm)

Foto: Shutterstock

 

Mehr Beiträge zum Thema Infinus:

Infinus: Kommt es zur Wende im Strafverfahren?

Insolvenzverwalter der Infinus-Mutter geht leer aus

BGH weißt erneute Anleger-Klage gegen Vermittler ab

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Jede zehnte BU wird online abgeschlossen

Mit wenigen Klicks zur neuen Versicherung statt langwierig Papierformulare auszufüllen ist für viele Bundesbürger eine attraktive Alternative. Derzeit werden aber vor allem vergleichsweise einfache Versicherungen mit einem übersichtlichen Leistungsangebot online abgeschlossen. Nichtsdestotrotz setzt sich der Trend fort und die Anzahl von Online-Abschlüssen wächst weiter.

mehr ...

Immobilien

Eigenbedarfskündigungen als wichtiges Instrument für Eigentümer

Die Möglichkeit, gegebenenfalls in seine eigene, bislang vermietete Immobilie einziehen zu können, hat der Gesetzgeber ausdrücklich vorgesehen. Dazu gibt es das Instrument der Eigenbedarfskündigung. Voraussetzung ist die Tatsache, dass der Eigentümer selbst, ein naher Verwandter oder Haushaltsangehöriger den Wohnraum benötigt und dies im Kündigungsschreiben auch klar benannt wird.

mehr ...

Investmentfonds

DWS: Berichte über eine Schwäche des US-Arbeitsmarkts sind stark übertrieben

Zurzeit richten sich wieder einmal alle Augen auf die amerikanische Zentralbank. Deren Ankündigung, drei Jahre nach Beginn der Zinserhöhungen eine Pause einzulegen, trug im Januar 2019 maßgeblich zur Trendwende an den Märkten bei. Als Anfang Mai die erwartete Einigung im Handelsstreit zwischen den USA und China ausblieb und die Märkte daraufhin mit erneuten Kursverlusten reagierten, waren es wieder die Worte von Zentralbankern, die für Beruhigung sorgten.

mehr ...

Berater

Personalmanagement 2025: So wird die Zukunft

Digitalisierung und Automatisierung verändern die Arbeitswelt grundlegend. Das Human Resource Management (HRM) hat die Aufgabe, Unternehmen bei dieser Entwicklung zu begleiten. Darauf sind viele Personalabteilungen aber noch nicht ausreichend vorbereitet. Im Personalmanagement werden der Studie “People Management 2025” zufolge bis zum Jahr 2025 andere HRM-Funktionen wichtiger sein als das klassische Personalmanagement.

mehr ...

Sachwertanlagen

Lloyd Fonds-HV: Aktionäre stimmen für weiteren Wachstumsschub

Mit einer Präsenz von rund 78 Prozent des Grundkapitals wurden auf der Hauptversammlung der Lloyd Fonds AG alle Beschlüsse zu den 12 Tagesordnungspunkten mit Zustimmungsquoten über 98 Prozent gefasst.

mehr ...

Recht

BFW: Enteignete Unternehmen bauen nicht

Berlin hatte vor einigen Tagen, wie von uns berichtet, als erstes Bundesland die Enteignung von Wohneigentum angekündigt. Aufgrund akuten Wohnungsmangels ist das Thema in den letzten Wochen ganz oben auf der Agenda. Nun meldet sich der auch BFW Landeverband Berlin/Brandenburg dazu und warnt davor, große private Wohnungsunternehmen zu enteignen.

mehr ...