Anzeige
14. Juli 2017, 08:00
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

“Diskussion um die Provisionsabgabe wird die Branche weiter begleiten”

Das Kölner Oberlandesgericht hatte dem Fintech moneymeets erlaubt, Provisionen an seine Kunden weiterzuleiten. Das IDD-Umsetzungsgesetz sieht hingegen ein Provisionsabgabeverbot vor. Gründer und Geschäftsführer Dieter Fromm sprach mit Cash.Online über die Folgen der Gesetzgebung und die Zukunft der Provisionsabgabe.

Diskussion um die Provisionsabgabe wird die Branche weiter begleiten

Dieter Fromm: “Auch im neuen Gesetzesgewand greift das Provisionsabgabeverbot in die Dienstleistungsfreiheit ein, beschränkt die Wettbewerbsfreiheit und widerspricht den Grundsätzen des Auftragsrechts im BGB.”

Cash.Online: Durch das IDD-Umsetzungsgesetz wurde das wackelnde Provisionsabgabeverbot wieder im deutschen Recht verankert. Was bedeutet das für Ihre Geschäftsmodell?

Fromm: Unser Geschäftsmodell ist durch das Provisionsabgabeverbot nur am Rande betroffen. Denn als eines der führenden unabhängigen Portale für privates Finanzmanagement aggregieren wir die Finanzinformationen unserer Nutzer und stellen ihnen alle Informationen über ihre Konten, Depots und Versicherungen in einer digitalen Finanzübersicht zur Verfügung.

Darauf aufbauend haben unsere Kunden weitere Möglichkeiten zur Analyse sowie zur Optimierung von Preis und Qualität ihrer Verträge. Durch das neue Provisionsabgabeverbot entfällt also lediglich ein Teil der preislichen Optimierungsmöglichkeiten im Versicherungsbereich bei moneymeets.

Wie haben Ihre Kunden auf die Nachricht reagiert, dass sie künftig nicht mehr an den Provisionen partizipieren werden?

Wir haben unseren Kunden die Thematik frühzeitig und ausführlich erläutert. Wohl auch deshalb waren die allermeisten Reaktionen positiv oder zumindest neutral, viele Kunden haben mit Verständnis reagiert. Negative Reaktionen und Kündigungen haben bis heute nur einige wenige erhalten.

Ist das Thema Provisionsabgabe nun hierzulande abschließend geklärt?

Schon an den Reaktionen vieler Marktteilnehmer und mit der Thematik vertrauter Rechtsexperten kann man ablesen, dass die Diskussion um die Provisionsabgabe die Branche weiter begleiten wird.

Und am grundsätzlichen Befund hat sich ja auch nichts geändert: Auch im neuen Gesetzesgewand greift das Provisionsabgabeverbot in die Dienstleistungsfreiheit ein, beschränkt die Wettbewerbsfreiheit und widerspricht den Grundsätzen des Auftragsrechts im BGB.

Es liegt daher nahe, dass auch die neue gesetzliche Regelung einer richterlichen Prüfung unterzogen wird. Wir werden die weitere Entwicklung aufmerksam verfolgen.

Interview: Julia Böhne

Foto: Moneymeets

 

Mehr Beiträge zum Thema:

IDD-Umsetzung: Freude bei Maklern, Enttäuschung bei Verbraucherschützern

Provisionsabgabeverbot existiert derzeit nicht

Wiedergeburt des Provisionsabgabeverbots

“Wegfall des Provisionsabgabeverbots würde Verbraucher in den Fokus rücken”

Newsletter bestellen Top aktuell & kompakt! Werktags um 6.30 Uhr alle Versicherungs-News für Profis von Profis.

1 Kommentar

  1. Wer “saures” Bier verkauft, kann dies nur, wenn er es auch entsprechend subventioniert ( Provisionen weitergibt). Punkt.

    Kommentar von Nils Fischer — 19. Juli 2017 @ 12:41

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 09/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

PKV – Nachhaltige Geldanlage – Wohnen auf Zeit – Hitliste der Maklerpools

Ab dem 16. August im Handel.

Special Investmentfonds

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Nachhaltig anlegen: Mehr Rendite mit gutem Gewissen
Gewinne im Fokus: Die besten Dividenden-Fonds

Versicherungen

Neue Bestmarke von Fonds Finanz

Der Münchner Maklerpool Fonds Finanz meldet einen positiven Verlauf für das Geschäftsjahr 2017 mit erneut gestiegenem Umsatz.

mehr ...

Immobilien

ZIA: Pläne für Bestellerprinzip setzen einen falschen Fokus

Medienberichten zufolge prüft Bundesjustizministerin Katarina Barley aktuell, ob sich das Bestellerprinzip auch auf Immobilienverkäufe übertragen lässt und künftig derjenige die Kosten zu tragen habe, der den Makler beauftragt – in der Regel also der Verkäufer. Der ZIA Zentraler Immobilienschuss sieht die Ursache für hohe Kaufnebenkosten an anderer Stelle.

mehr ...

Investmentfonds

Albayrak dankt für deutsche Unterstützung

Katar bietet der Türkei an, 15 Milliarden Dollar in die Türkei zu investieren. Doch die Lage bleibt angespannt. Inzwischen hat Albayrak auch mit Olaf Scholz und Emmanuel Macron telefoniert. Die Festnahmen deutscher Staatsbürger enden dennoch nicht.

mehr ...

Berater

Schiffsfinanzierung: Betrugsprozess in Kiel gestartet

Zwei Männer müssen sich seit Donnerstag vor dem Kieler Landgericht in einem Betrugsverfahren um eine angebliche Schiffsfinanzierung verantworten. Dies berichten die “Kieler Nachrichten”.

mehr ...

Sachwertanlagen

Publity kauft in Schwaben zu

Die Leipziger Publity AG hat eine vollvermietete Büroimmobilie in Sindelfingen bei Stuttgart erworben. Das Multi-Tenant-Objekt wurde im Jahr 1992 erbaut und verfügt über insgesamt knapp 6.500 Quadratmeter Mietfläche.

mehr ...

Recht

Umsatzsteuerkartell aufgeflogen – Betrug im größten Stil

Jahrelang wurde ermittelt. Nun wird ein Riesenerfolg im Kampf gegen Steuerhinterziehung vermeldet. Die Betrüger hatten es auf einen begehrten Rohstoff abgesehen. Der Schaden könnte mehrere 100 Millionen Euro betragen.

mehr ...