Anzeige
Anzeige
8. August 2017, 11:37
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

MiFID II: Neue Vergütungsvereinbarungen mit Vermittlern unterm Haftungsdach

Die Umsetzung der MiFID II durch das Zweite Finanzmarktnovellierungsgesetz Anfang 2018 bringt viele Änderungen mit sich – auch für Vermittler, die ihre Tätigkeit unter einem Haftungsdach erbringen. Der wahrscheinlich schwerwiegendste Punkt betrifft dabei das Thema Vergütungen.

Gastbeitrag von Jens Reichow, Kanzlei Jöhnke & Reichow Rechtsanwälte

Jens-Reichow-Joehnke-und-Reichow in MiFID II: Neue Vergütungsvereinbarungen mit Vermittlern unterm Haftungsdach

“Die neuen Vergütungsvereinbarungen sollten seitens der Vermittler einer strengen Prüfung unterzogen werden.”

Insgesamt wird das Thema Vergütungen brenzliger. Die Regelungen, unter welchen Anbieter Vergütungen zahlen und wie diese Vergütungen ausgestaltet sein dürfen, werden immer strenger. Zukünftig haben sich Vergütungen dabei im Rahmen des Paragrafen 63 Absatz 3 Wertpapierhandelsgesetz zu bewegen.

Bestmögliches Kundeninteresse

Im Ergebnis sind Anbieter danach zukünftig gehalten, ihre Vergütungsmodelle so zu gestalten, dass die Vergütungen nicht mit der Pflicht des Vergütungsempfängers in Konflikt stehen, im bestmöglichen Kundeninteresse zu handeln. Insbesondere Verkaufsziele oder Vergütungsvereinbarungen, die einzelne Produkte begünstigen, sind danach unzulässig.

Aktuell sind solche Vergütungsvereinbarungen, nach welchen die Courtagesätze je nach Produkt schwanken oder bei bestimmten Umsatzzielen Prämien für den Vermittler oder erhöhte Courtagesätze locken, jedoch noch weit verbreitet.

Anbieter, die entsprechende Vergütungsmodelle noch im Bestand haben, sind daher verpflichtet ihre Vergütungsstrukturen MIFID-II-fit zu machen. Vermittler dürften daher mit neuen Vergütungsvereinbarungen konfrontiert werden.

Strenge Prüfung neuer Vergütungsvereinbarungen

Diese neuen Vergütungsvereinbarungen sollten seitens der Vermittler einer strengen Prüfung unterzogen werden. Zwar besteht nämlich ein Anpassungsinteresse der Anbieter hinsichtlich der nicht MiFID-II-konformen Vergütungsabreden, jedoch sollten Vermittler darauf achten, dass diese eben nur im notwendigen Umfang geändert werden und nicht über Gebühr eine Kürzung von Vergütungen erfolgt.

Autor Jens Reichow ist Rechtsanwalt in der Hamburger Kanzlei Jöhnke & Reichow Rechtsanwälte

Weitere Informationen zum Autor erhalten Sie hier.

Foto: Jöhnke & Reichow Rechtsanwälte

Mehr Artikel zum Thema:

Mifid II: Die sieben wichtigsten Punkte für 34f-ler

Telefon-Aufzeichnungspflicht: Angriff auf den 34f-Vertrieb

Mifid II: Sechs Nachteile für Bankkunden

Newsletter bestellen Top aktuell & kompakt! Werktags um 6.30 Uhr alle Versicherungs-News für Profis von Profis.

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 01/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Börsen-Ausblick 2018 – Altersvorsorge – Immobilienmarkt Deutschland – Finanzvertrieb-Trends

Ab dem 14. Dezember im Handel.

Cash.Special 2/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Herausforderungen 2018 – bAV-Reform – Elementarschadenversicherung – Digitale Geschäftsmodelle

Ab dem 24. Oktober im Handel.

Versicherungen

Ergo kappt Verzinsung 2018 nur teilweise

Die Lebensversicherungskunden der Ergo müssen sich 2018 nur teilweise auf sinkende Überschüsse einstellen. Die laufende Verzinsung bleibt bei den Töchtern Victoria Leben mit 2,05 Prozent und bei Ergo Direkt mit 2,75 Prozent stabil. Für die Kunden der Ergo Leben sinkt sie hingegen um 0,2 Prozentpunkte auf 2,05 Prozent.

mehr ...

Immobilien

Zinspolitik: So wirken sich die Entscheidungen von Fed und EZB aus

Am Mittwoch beschloss die amerikanische Notenbank Federal Reserve eine weitere Erhöhung des Leitzinses um 0,25 Prozent. Die Europäische Zentralbank entschied am Donnerstag, den Leitzins in der Eurozone nicht anzuheben. Der Finanzdienstleister Dr. Klein kommentiert, wie sich diese Entscheidungen auswirken.

mehr ...

Investmentfonds

“EZB stimmt Investoren auf ruhiges Jahresende ein”

Will man die Sitzungen der US-amerikanischen- (Fed) und der Europäischen Zentralbank (EZB) diese Woche zusammenfassen, reicht ein Wort: “un­spek­ta­ku­lär”. Das trifft auch auf die Ergebnisse zu, die die Märkte so bereits erwartet haben. Cash. hat Reaktionen auf die Entscheidung der EZB zusammengefasst:

mehr ...

Berater

Finanzen 2018: Deutsche wieder optimistischer

Die Bundesbürger sind mit Blick auf ihre eigenen finanzielle Situation in den nächsten zwölf Monaten optimistischer als im vorigen Jahr. Das geht aus einer Studie im Auftrag der Postbank hervor. Die Zuversicht ist demnach jedoch nicht in allen Teilen der Gesellschaft gleich stark ausgeprägt.

mehr ...

Sachwertanlagen

Deutsche Finance zapft US-Autofahrer an

Der Asset Manager Deutsche Finance Group aus München investiert über einen institutionellen Zielfonds in den Aufbau eines Tankstellenportfolios in den USA.

mehr ...

Recht

Versicherungsanlageprodukte: Vermittlung nach Umsetzung der IDD

Die Umsetzung der europäischen Vertriebsrichtline IDD in deutsches Recht bringt auch neue Anforderungen an die Vermittlung von Versicherungsanlageprodukten mit sich. Konkrete Informationspflichten und Wohlverhaltensregeln ergeben sich aus der “Delegierten Verordnung” der EU.

mehr ...