6. Februar 2018, 07:03
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Provisionsverbot: Niederlande zieht positive Bilanz

In einem aktuellen Bericht stellt das niederländische Finanzministerium laut Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) Studienergebnisse zur Wirkung des seit fünf Jahren bestehenden Provisionsverbots vor. Demnach habe sich die Beratungs- und Produktqualität verbessert. Einmal mehr fordert der VZBV, die Provisionen auch in Deutschland zu verbieten.

Provisionsverbot in Provisionsverbot: Niederlande zieht positive Bilanz

Das Provisionsverbot in den Niederlanden soll laut VZBV zu einer höheren Beratungsqualität geführt haben.

“Schlechte und bisweilen fehlerhafte Finanzberatung ist hierzulande leider nicht die Ausnahme. Verbraucherinnen und Verbraucher leiden seit Jahren darunter – mit ernstzunehmenden Folgen für die Altersvorsorge”, so Dorothea Mohn, Leiterin Team Finanzmarkt im VZBV.

Guten Beispielen folgen

Laut niederländischen Behörden profitieren Verbraucher seit dem Provisionsverbot von höherer Beratungsqualität und besseren Produkten. Produkte, die auf Provisionsmaximierung ausgelegt waren, seien vom Markt verschwunden. Finanzberatern würde seither auch wieder ein größeres Vertrauen entgegengebracht werden.

“Die Niederlande und Großbritannien haben das Problem schon vor Jahren erkannt und deshalb Provisionen bei der Anlageberatung verboten. Die Politik in Deutschland muss diesen guten Beispielen endlich folgen und Provisionen ebenfalls verbieten“, so Mohn.

Kostenlos kann teuer werden

In Deutschland finanzierten sich die meisten Berater über Provisionen. Für Kunden seien diese Beratungen nur vordergründig kostenlos. Tatsächlich zahlten sie die Beratung dabei indirekt über höhere Produktkosten. Bei unabhängiger Beratung würden Kunden hingegen ein Honorar an ihre Berater zahlen. Dafür fielen üblicherweise die Produktkosten im Falle eines Abschlusses geringer aus. (fm)

Foto: Shutterstock

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2 Kommentare

  1. Für Kunden sind die “Beratungen” der selbsternannten “Verbraucherschützer” auch nur vordergründig kostenlos, denn diese werden aus Steuergeldern subventioniert.

    Kommentar von stefan meier — 7. Februar 2018 @ 11:12

  2. Ich kann die Argumentation der Verbraucherzentralen nicht nachvollziehen. Es mag sein, dass wohlhabende Leute etwas besser beraten werden, weil sie dafür ein üppiges Honorar zahlen. Aber wer denkt an den Normalbürger? Soll die Beratung dieser Kundengruppe unter den Tisch fallen? Denn wenn ich diese Kundengruppe berate, Thema Haftpflicht und Hausrat, und es kommt kombiniert eine Jahresprämie von ca. 250 € zustande, dann habe ich dafür ca. 5 Stunden Aufwand betrieben, incl. zweimaliger An- und Abreise, Kundenwünsche eruieren, Produkt aussuchen, Produkt vorstellen, Verträge unterschreiben, Beratungsdokumentation erstellen, ich müßte dem Kunden mind 350 € für diese Beratung in Rechnung stellen. Welcher Kunde bezahlt das? Es ist doch realittätsfremd zu glauben, dass der Kunde sich selber im Internet informieren kann und dann alle Fallstricke der verschiedenen Angebote erkennt und dann die richtige Versicherung für sich findet. Hier muss ein erfahrener Berater den Kunden aufklären. Liebe Verbraucherzentrale, wollt ihr wirklich einen Großteil der Bevölkerung von der Beratung z.B. der Sachversicherungen ausschliessen?

    Kommentar von Horst Otto — 6. Februar 2018 @ 20:08

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