6. Januar 2020, 11:49
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GKV: 2,4 Millionen Versicherte von Beitragserhöhungen betroffen

25 Kassen haben ihren GKV-Beitrag zum Jahreswechsel erhöht – bei nur zwei Beitragssenkungen. Laut Check24 verschenken gesetzlich Versicherte mindestens 4,5 Milliarden Euro an Zusatzbeiträgen pro Jahr. Zudem belastet die Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze Gutverdiener im Schnitt mit 141 Euro pro Jahr.

GKV Beitraege in GKV: 2,4 Millionen Versicherte von Beitragserhöhungen betroffen

25 der 100 gesetzlichen Krankenversicherungen haben zum Jahreswechsel die Beiträge erhöht.

Zum 1. Januar 2020 haben 25 der gut 100 gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) in Deutschland ihre Zusatzbeiträge erhöht. Obwohl Erhöhungen bei großen Kassen ausgeblieben sind, sind insgesamt etwa 2,4 Millionen Versicherte betroffen. Dem stehen Beitragssenkungen bei nur zwei GKV gegenüber, von denen etwa 900.000 Versicherte profitieren.

„Durch das Milliardendefizit in der gesetzlichen Krankenversicherung aus dem Vorjahr werden spätestens 2021 weitere Kassen ihre Zusatzbeiträge erhöhen müssen“, sagt Dr. Ansgar Lamersdorf, Geschäftsführer gesetzliche Krankenversicherung bei Check24.

„Verbraucher sollten schon jetzt aktiv werden und Leistungen und Beiträge ihrer Krankenkasse unter die Lupe nehmen.“ Gesetzlich Versicherte verschenkten 2019 rund 4,5 Milliarden Euro an Beiträgen

Im Schnitt haben die gesetzlichen Krankenkassen im vergangenen Jahr 0,99 Prozent Zusatzbeitrag verlangt. Wären alle gesetzlich Versicherten zur günstigsten bundesweit tätigen Kasse mit 0,39 Prozent Zusatzbeitrag gewechselt, hätten sie deutlich sparen können.

„Das gesamte Sparpotenzial durch einen Kassenwechsel ist schon jetzt enorm“, sagt Lamersdorf. „ 2019 haben die GKV-Mitglieder in Deutschland knapp 4,5 Mrd. Euro an Beiträgen verschenkt.” Alleine durch die aktuellen Beitragsanpassungen kämen 2020 weitere 100 Millionen Euro Sparpotenzial dazu.

Gestiegene Beitragsbemessungsgrenze belastet Gutverdiener mit durchschnittlich 141 Euro

Hinzu kommt, dass die Beitragsbemessungsgrenze 2020 von 54.450 Euro auf 56.250 Euro gestiegen ist. Bei einem durchschnittlichen Zusatzbeitrag von 1,1 Prozent kommen auf Mitglieder der Krankenkassen, die den vollen Beitrag bis zur Bemessungsgrenze zahlen, zusätzliche Kosten von 282,60 Euro pro Jahr zu. Die Hälfte davon – also 141 Euro jährlich – müssen sie selbst tragen, die andere Hälfte der Arbeitgeber.

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Je nach Bundesland können Verbraucher aus mindestens 41 öffentlich zugänglichen Krankenkassen wählen. 2020 profitieren Versicherte in Bayern, Hessen und Niedersachsen am stärksten vom Wettbewerb. Dort verlangt die günstigste Kasse nur 0,39 Prozent Zusatzbeitrag, die teuerste 2,2 Prozent. Damit spare ein gesetzlich Versicherter mit einem Jahreseinkommen von 56.250 Euro bei einem Krankenkassenwechsel bis zu 509 Euro im Jahr, so Check24. (dr)

Foto: Shutterstock

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