Prokon will sich von Windparks trennen

Das insolvente Windkraft-Unternehmen Prokon will einige seiner mehr als 50 Windparks verkaufen, um seine Liquidität zu sichern. Dies teilte Prokon-Chef Carsten Rodbertus auf einer Pressekonferenz am Firmensitz in Itzehoe mit.

Prokon erwartet kurzfristig Kaufpreisangebote für einige seiner Windparks.

Man habe zwei Gespräche mit Marktteilnehmern geführt und werde einen geringen Anteil des Windpark-Portfolios zum Verkauf stellen. Rodbertus erwartet kurzfristig Kaufpreisangebote. Damit werde man den Nachweis erbringen, dass es stille Reserven in Form der Windparks im Unternehmen gebe.

Rechtsgutachten in Auftrag gegeben

Bezüglich der Zahlungsverpflichtungen gegenüber den Genussrechteinhabern habe man Rechtsgutachten in Auftrag gegeben. Laut Rodbertus soll darin geprüft werden, ob die Zahlungsverpflichtungen überhaupt fällig sind. Nur bei Fälligkeit sei Prokon überschuldet und das Amtsgericht könne das Insolvenzverfahren eröffnen. Die Gutachten sollen in zwei bis drei Monaten vorliegen. Rodbertus wies darauf hin, dass Prokon gegenüber Mitarbeitern, Sozialkassen, Lieferanten und anderen Geschäftspartnern keinerlei Zahlungsrückstände habe. Einzig die gekündigten Genussrechteinhaber seien „das Problem“.

480 Mitarbeiter betroffen

Das Geschäftsmodell soll laut Rodbertus grundsätzlich weiter verfolgt werden, auch wenn es aufgrund der gemachten Erfahrungen „Veränderungen im Detail“ geben müsse. Von der Insolvenz betroffen sind 480 Mitarbeiter der Prokon Regenerative Energien GmbH, sie erhalten zunächst Insolvenzgeld. Insgesamt sind 1300 Mitarbeiter für das Unternehmen tätig. (kb)

Foto: Shutterstock

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