29. Januar 2020, 13:07
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Bundesregierung hebt Wachstumsprognose wieder an

Im vergangenen Jahr hat die deutsche Wirtschaft merklich an Tempo verloren, der Konjunkturboom ist damit vorerst vorbei. Vor allem der Export schwächelt. Wie geht es weiter?

Industrie-750 in Bundesregierung hebt Wachstumsprognose wieder an

Die Bundesregierung sieht die deutsche Wirtschaft nach einer Schwächephase wieder auf einem besseren Weg. «Die Aussichten haben sich aufgehellt», sagte Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) am Mittwoch in Berlin.

In ihrem Jahreswirtschaftsbericht rechnet die Regierung für 2020 mit einem Plus des Bruttoinlandsprodukts von 1,1 Prozent. «Die Wirtschaft wird sich in diesem Jahr besser entwickeln, als noch im letzten Jahr erwartet», sagte Altmaier. Das Jahr 2020 hat allerdings mehr Arbeitstage.

Im vergangenen Jahr war Europas größte Volkswirtschaft nur noch um 0,6 Prozent gewachsen, wie das Statistische Bundesamt anhand vorläufiger Daten mitgeteilte hatte. Es war das schwächste Plus seit sechs Jahren und deutlich weniger als noch 2018 mit 1,5 Prozent. Spuren hinterließen unter anderem globale Handelskonflikte wie der zwischen den USA und China – bei dem es inzwischen eine teilweise Einigung gibt. Im vergangenen Herbst hatte die Regierung für 2020 noch ein Plus des Bruttoinlandsprodukts von 1,0 Prozent erwartet.

Im Jahreswirtschaftsbericht heißt es: «Die deutsche Wirtschaft überwindet allmählich ihre Schwächephase.» Die konjunkturelle Dynamik bleibe zwar zum Jahresauftakt noch verhalten. Im weiteren Verlauf dürfte die Wirtschaft aber wieder leicht an Fahrt aufnehmen. Dies liege auch daran, dass sich die Weltwirtschaft ein wenig belebe.

Erwartet wird außerdem, dass die Verbraucherpreise geringfügig stärker steigen. Der Arbeitsmarkt bleibe stabil, der Aufbau der Beschäftigung setzte sich fort – wenn auch in einem langsameren Tempo. Die Bundesregierung rechnet für das laufende Jahr mit einem Zuwachs der Erwerbstätigkeit um 190 000 Personen. Damit erreiche das Niveau der Erwerbstätigkeit eine neue Rekordmarke von durchschnittlich 45,4 Millionen Personen.

Weiter steigen sollen laut Prognose auch die privaten Einkommen. Dazu kämen steigende Löhne sowie staatliche Entlastungen etwa bei den Sozialversicherungen. «Im laufenden Jahr kommt erneut mehr bei den Arbeitnehmern an.» Dies stütze die Binnenwirtschaft als derzeit «stärkste Auftriebskraft» der Konjunktur.

Die Bundesregierung ist mit ihrer Prognose für 2020 zuversichtlicher als etwa der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI). Dieser rechnet für 2020 mit einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts in Deutschland von 0,5 Prozent. Ein Großteil davon – rund 80 Prozent – ergebe sich aus der vergleichsweise hohen Zahl an Arbeitstagen 2020, wie der BDI Mitte Januar mitgeteilt hatte. Vor allem für die Industrie sei die Lage schwierig. (dpa-AFX)

Foto: Shutterstock

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Oliver Bäte, Allianz: “Wollen die Führungsstrukturen immer effizienter machen”

Bei Europas größtem Versicherer Allianz muss sich das Management größere Sorgen um Arbeitsplätze machen als das Fußvolk. Allianz-Vorstandschef Oliver Bäte will eher beim Management als bei den einfachen Mitarbeitern einsparen.

mehr ...

Immobilien

Senatorin: Mietniveau in Berlin ist aus den Fugen geraten

In Berlin ist das bundesweit einmalige Mietendeckel-Gesetz in Kraft getreten. Aus Sicht der zuständigen Senatorin bringt es das Mietniveau wieder ins Lot. Das allein reiche aber nicht.

mehr ...

Investmentfonds

Buffett schwächelt zum Jahresende – Aktienrückkäufe auf Rekordniveau

Der US-Staranleger Warren Buffett hat mit seiner Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway zum Jahresende deutlich weniger verdient. In den drei Monaten bis Ende Dezember fiel der operative Gewinn im Jahresvergleich um 23 Prozent auf 4,4 Milliarden Dollar (4,1 Mrd Euro), wie Berkshire Hathaway am Samstag in Omaha mitteilte. Vor allem im Rückversicherungsgeschäft – einem wichtigen Standbein von Buffetts Konglomerat – lief es schlechter.

mehr ...

Berater

Händler-Plattform Shopify macht bei Facebook-Währung Libra mit

Die bei Facebook entwickelte Digitalwährung Libra kann nach einer Serie prominenter Abgänge einen Neuzugang vermelden. Die kanadische Firma Shopify, die eine E-Commerce-Software entwickelt, trat am Freitag der Libra Association bei, von der das Projekt verwaltet wird.

mehr ...

Sachwertanlagen

INP bestückt ihre offenen Spezialfonds mit weiteren Pflegeheimen

Die INP-Gruppe hat durch den Erwerb von vier Pflegeeinrichtungen und Pflegewohnanlagen an verschiedenen deutschen Standorten das Immobilienportfolio ihrer offenen Spezial-AIF für institutionelle Investoren in den vergangenen sechs Monaten weiter ausgebaut.

mehr ...

Recht

Wie Sie Haftungsrisiken mit einer Betriebsaufspaltung verringern

Wer sein Vermögen in den eigenen Betrieb steckt, möchte es vor Haftungsrisiken schützen. Mit einer Betriebsaufspaltung ist das möglich. Doch es lauern auch Fallstricke.

mehr ...