Kanam legt Grundinvest-Fonds auf Eis

Durch „außerordentliche hohe Anteilsverkäufe“ sieht sich die Kapitalanlagegesellschaft Kanam, Frankfurt, gezwungen, die Rücknahme von Fondsanteilen ihres US-Grundinvest mit sofortiger Wirkung auszusetzen. Auch Anteile des in Europa und Nordamerika investierenden Kanam Grundinvest wurden inzwischen eingefroren, „um die ordnungsgemäße Verwaltung und Fortführung des Fonds für die Anleger sicherzustellen“, teilte das Unternehmen mit.

Die Verkaufsstops sind zunächst auf drei Monate befristet. Ausschlaggebend seien allein die hohen Verkäufe der Anleger, die zu einem Liquiditätsengpass geführt haben, und nicht die wirtschaftlichen Daten des Fonds, betont die Gesellschaft.

Gerade Anleger des US-Fonds seien aufgrund der Finanzmarktkrise verunsichert und verkauften in den vergangenen Wochen massiv Anteile. Dabei habe die Stärke des US-Dollars für Gewinnmitnahmen von bis zu 20 Prozent gesorgt, so Kanam. Der mit 610 Millionen US-Dollar relativ kleine Fonds ist der einzige in US-Dollar denominierte offene Immobilienfonds in Deutschland, der überwiegend in US-Gewerbeimmobilien investiert ist.

„Die Entscheidung der Anleger ist nachvollziehbar. Der Fonds ist durch die Währungsgewinne in einer Sondersituation“, kommentiert ein BVI-Sprecher gegenüber cash-online. Parallelen zur Krise der offenen Fonds vor zwei Jahren sieht der Branchenverband nicht. „Das Segment ist ein Hort der Stabilität. Anleger sollten investiert bleiben“, so der Sprecher weiter. In den ersten acht Monaten dieses Jahres seien den offenen Immobilienfonds insgesamt 5,8 Milliarden Euro zugeflossen, davon eine halbe Milliarde im August. (hi)

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