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8. September 2011, 16:48
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Polarisierung an den europäischen Immobilienmärkten

Die gesamtwirtschaftliche Lage wirkt sich nach Angaben des Immobilienberaters Knight Frank stark auf die Immobilienmärkte aus. Das Unternehmen stellt ein sinkendes Vertrauen sowohl bei Mietern als auch bei Investoren fest.

Climber-luecke-shutt 40778839-127x150 in Polarisierung an den europäischen ImmobilienmärktenDie hohe Staatsverschuldung werde auch in den nächsten Monaten die Konjunkturaussichten der europäischen Volkswirtschaften überschatten, heißt es in dem Marktkommentar des Unternehmens. Dabei setze sich die starke Polarisierung der Immobilienmärkte fort. Investoren interessieren sich laut Knight Frank nach wie vor stark für die Bestlagen in den Kernmärkten von West-, Nord- und Zentraleuropa und tätigen dort Transaktionen. In anderen Lagen und Regionen sei es im Laufe des letzten Jahres dagegen spürbar ruhiger geworden.

„Die Märkte polarisieren sich immer stärker,“ hebt Chris Bell, Managing Director für Europa bei Knight Frank, hervor. „Es ist deutlicher denn je, dass Europa kein homogener Immobilienmarkt ist. Nutzer und Investoren sollten sich eine gute Beratung sichern, um die Chancen in diesen unsicheren Zeiten wahrzunehmen.“

Mit einem Gesamtvolumen von 58,9 Milliarden Euro habe das Transaktionsvolumen in Europa im ersten Halbjahr 2011 das Ergebnis des ersten Halbjahres 2010 um rund 15 Prozent übertroffen. Im zweiten Quartal 2011 sind laut Knight Frank allerdings die Verkaufsumsätze in Großbritannien und Euro-Ländern mit steigenden Zinsen auf Anleihen zurückgegangen. Immer mehr Investoren fokussierten sich auf Länder mit gesunden Wirtschaftsdaten wie Deutschland und Nordeuropa. Da in den letzten beiden Jahren die Renditen in vielen Kernmärkten gesunken sind, sei darüber hinaus auch das Interesse an zentraleuropäischen Ländern mit höheren Renditen gestiegen.

Auch für die kommenden Monaten rechnet Knight Frank damit, dass restriktive Kreditvergaben den Investmentmarkt negativ beeinflussen werden. Die Geldgeber gewährten zwar gern Kredite für erstklassige Objekte und stehen hier in starkem Wettbewerb miteinander. Doch nach wie vor sei es äußert schwierig, Darlehensgeber für zweit- und drittklassige Investments zu finden.

Laut Knight Frank werden Immobiliennutzer kurzfristig sehr vorsichtig agieren. Die besten Aussichten für Mietsteigerungen sehen die Immobilienberater durch Asset Management oder in Märkten, in denen in Top-Lagen geringes Angebot besteht. Da in den vergangenen Jahren über alle Immobiliensegmente hinweg wenig Neubauten errichtet wurden, werde das mangelnde Angebot in Teilmärkten Auslöser für eine Markterholung sein. „Da das Angebot an Top-Objekten in Bestlagen in den wichtigsten europäischen Märkten klein ist, werden Neu- und Umbauten sowie Sanierungen in diesen Lagen und Städten immer beliebter,“ kommentiert Darren Yates, Partner und Researcher bei Knight Frank. „Das Interesse an zweitklassigen und drittklassigen Immobilien in weniger attraktiven Städten und Lagen wird dagegen gering bleiben.“ (bk)

Foto: Shutterstock

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