VDP: Deutsche Büromieten seit 2003 relativ stabil

Der Verband deutscher Pfandbriefbanken (VDP) hat neue Indizes vorgestellt, die die Miet- und Kapitalwertentwicklung von Büroflächen in Deutschland abbilden. Sie zeigen auf, dass der Einfluss der Finanzkrise auf das Mietniveau weitaus geringer war als allgemein angenommen.

buerotuerme-shutt_46606915„Die im VDP zusammengeschlossenen Pfandbriefbanken sind führend in der Finanzierung von Gewerbeimmobilien in Deutschland und kennen den hiesigen Büroimmobilienmarkt so gut wie kaum ein anderer Marktteilnehmer“, sagt Jens Tolckmitt, Hauptgeschäftsführer des Verbands. Laut Tolkmitt erfassen die transaktionsbasierten VDP-Indizes für Büroimmobilien im Gegensatz zu anderen Indizes seit Anfang 2008 Quartal für Quartal die Entwicklung aller Büroimmobilienmärkte in Deutschland und geben damit Aufschluss über die Miet- und Preisentwicklung auf dem gesamten deutschen Markt.

Sie ergänzen die im Februar 2010 vorgestellten Preisindizes für selbstgenutztes Wohneigentum. Ein weiterer Ausbau ist geplant, folgen sollen unter anderem Indizes für Einzelhandelsflächen. Sämtliche Indizes werden von VDP-Research aus Transaktionsdaten errechnet, die im Rahmen der Darlehensvergabe durch Pfandbriefbanken erfasst werden.

Nach Aussage des VDP zeigt der Immobilienindex für Büromieten über die vergangenen acht Jahre eine stabile Entwicklung. Unterbrochen von den für den Büromarkt typischen zyklischen Schwankungen sei das Gesamtbild von einer Seitwärtsbewegung geprägt. Im ersten Quartal 2011 lag der Mietindex demnach mit 96,9 Punkten nur leicht unter dem Basiswert für 2003 (100). Entgegen mancher Vermutung hätten die Finanzmarktkrise und der darauf folgende gesamtwirtschaftliche Einbruch in Deutschland damit nur eine gebremste Wirkung auf die Entwicklung der Büromieten ausgeübt. Bereits im Jahr 2010 sei der Rückgang der Büromieten aus dem Jahr 2009 zur Hälfte wieder ausgeglichen worden.

Eine etwas höhere Volatilität als der Mietindex zeigt laut VDP der Kapitalwertindex für Büroimmobilien. Diese erkläre sich dadurch, dass Investoren in zyklischen Abschwungphasen vorsichtiger agieren und eine höhere Risikoprämie verlangen. Vor allem während der Finanzmarktkrise sei das Marktverhalten durch eine vergleichsweise hohe Risikoaversion geprägt gewesen. Gemessen an den Wertentwicklungen in anderen Ländern seien jedoch auch die Schwankungen der Kapitalwerte für Büroimmobilien in Deutschland vergleichsweise gering. Mit zunehmender Klarheit über die gute gesamtwirtschaftliche Entwicklung habe sich die für das Investitionsrisiko zu zahlende Prämie wieder reduziert. Dies und die leicht steigenden Mieten begründen nach Aussage des VDP, warum die Wertentwicklung in den letzten Quartalen tendenziell wieder von einer leichten Aufwärtsentwicklung geprägt war. (bk)

Foto: Shutterstock

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