Börse Hamburg: Umsatz mit offenen Immobilienfonds schnellt in die Höhe

Die Konsequenzen der Abwicklungswelle hat inzwischen den Zweitmarkt erreicht: Der Handel mit Anteilen an offenen Immobilienfonds hat stark zugenommen. Anleger dieser Assetklasse suchen einen schnellen Absprung und sind dabei auch bereit signifikante Abschläge einzustecken.

Die Auflösung der offenen Immobilienfonds SEB Immoinvest und CS Euroreal lässt den Handel mit Fondsanteilen an der Börse Hamburg in die Höhe schnellen. Viele Anleger suchen den schnellen Ausstieg und nehmen dabei deutliche Abschläge in Kauf.

chart-bilanz3-shutt_5214280Die Börse Hamburg teilte mit, der Umsatz im Handel mit Investmentfonds habe im Monat Mai den bislang höchsten Stand in diesem Jahr erreicht. Im Vergleich zum Vormonat wurde ein Plus von 25 Prozent verzeichnet. Die Anleger hätten Anteile im Volumen von 127,2 Millionen Euro gehandelt und damit so viel wie seit August 2011 nicht mehr.

Grund für die Handelszunahme im Monat Mai seien besonders hohe Umsätze mit Anteilen der großen offenen Immobilienfonds CS Euroreal und SEB Immoinvest, deren Abwicklung jüngst bekanntgegeben wurde. Im CS Euroreal wurde nach Angaben der Börse Hamburg mit 51,2 Millionen Euro ein fast doppelt so hohes Volumen wie im Vormonat umgesetzt. Zusätzlich handelten die Anleger Anteile im Wert von 2,2 Millionen Euro in dem in Schweizer Franken denominierten CS Euroreal. „Das massiv gestiegene Umsatzvolumen zeigt einerseits, wie viele Anleger nach den jüngsten Entscheidungen der Fondsgesellschaften nun ihre Anteile verkaufen wollen. Die Börse bietet ihnen den Ausweg, zu fairen Marktpreisen umgehend an ihr Geld zu kommen. Andererseits gibt es viele langfristig orientierte Investoren, die die derzeitigen Kurse als einen günstigen Einstieg ansehen“, sagt Dr. Thomas Ledermann, Geschäftsführer der Börse Hamburg.

Dennoch habe der Anteil der verkaufswilligen Anleger insbesondere auch im CS Euroreal überwogen, der 12,7 Prozent verlor. Große Summen seien mit 22,8 Millionen Euro auch im SEB Immoinvest gehandelt worden, er verlor 9,4 Prozent. Zu den Fonds mit Rückgängen zählten mit einem Minus von 14 Prozent auch der Axa Immoselect, der den drittgrößten Umsatz verzeichnete, sowie der Kanam Grundinvest mit einem Minus von 9,4 Prozent. „Die Angst, dass am Ende der gesamte Liquidationserlös nicht den derzeitigen Buchwert der Immobilien widerspiegelt ist sehr groß“, beobachtet Stefan Wildner, Makler bei der Wertpapierhandelsbank MWB Fairtrade. Unter den Top Ten nach Umsatz sind nach Angaben der Börse Hamburg insgesamt sieben offene Immobilienfonds, die sich in Auflösung befinden. (bk)

Foto: Shutterstock

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