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15. März 2013, 10:02
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Baufinanzierung: Das Dossier

Noch nie kamen die Deutschen so günstig zu den eigenen vier Wänden wie heute. Die Hypothekenzinsen haben in jüngerer Zeit immer neue Tiefstände verzeichnet. Aber wird das Niedrigniveau anhalten?

Baufinanzierung

Die Eurokrise sorgt für ein anhaltendes Tief bei den deutschen Hypothekenzinsen. Dazu trägt unter anderem Mario Draghi, Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB) mit seiner Niedrigzinspolitik bei. Der Leitzins liegt derzeit bei der Marke von 0,75 Prozent.

Neben dem niedrigen EZB-Leitzins spielt auch die Tatsache, dass deutsche Staatsanleihen bei den Investoren als sicherer Hafen gelten und ihre Zinsen drastisch gesunken sind, eine wichtige Rolle. Da die Baufinanzierungszinsen an die Entwicklung deutscher Staatsanleihen gebunden sind, verzeichneten sie ebenfalls immer neue Tiefstände. Nach Angaben der FMH-Finanzberatung, die den deutschen Markt analysiert, liegt der Durchschnittzins für zehnjährige Immobiliendarlehen in Deutschland derzeit bei 2,51 Prozent per annum und damit deutlich unter dem Schnitt der vergangenen zehn Jahre von 4,21 Prozent (FMH-Index, Stand 14. März 2013).

Baufi-Zinsen: Kurzfristig stabil – langfristig steigend

Wird dieses Zinstief anhalten? “Die verschiedenen Entwicklungen innerhalb Europas und weltweit sind schwer prognostizierbar. In diesem volatilen Umfeld sind sichere deutsche Staatsanleihen weiterhin sehr gefragt, so dass ihre Rendite niedrig ist,” erläutert Stephan Gawarecki, Vorstandssprecher des Lübecker Finanzdienstleisters Dr. Klein. Dies wirke sich auch auf die Baufinanzierungszinsen aus, die noch immer höchst attraktiv seien. Jedoch: “Langfristige Prognosen zur Zinsentwicklung sind aktuell schwierig und mit hoher Unsicherheit behaftet”, so Gawarecki. Das Unternehmen rechnet kurzfristig mit einer Seitwärtsbewegung bei den Baufinanzierungszinsen, langfristig jedoch wieder mit einem Anstieg.

Robert Haselsteiner, Gründer und Zinsexperte der Interhyp AG, erwartet ein weiterhin niedriges Zinsniveau in der Eurozone, da sich die großen Währungen weltweit in einem Abwertungswettlauf befänden. “Vor diesem Hintergrund ist es schon vorgezeichnet, dass Mario Draghi in den Wettlauf der Abwertungen mit einsteigen müssen wird”, ist Haselsteiner überzeugt. Es gebe daher vorerst keinerlei Spielraum für die EZB, die Zinsen zu erhöhen. “Vielmehr wird man mit weiteren Lockerungsschritten versuchen, den Anstieg des Euro zu bremsen”, so Haselsteiner.

Damit werden laut Haselsteiner auch die Zinsen für Immobiliendarlehen mit längeren Laufzeiten in den nächsten Monaten tief bleiben. “Für die längerfristige Entwicklung und vor allem für die Frage, wann das Zinsgefüge auf den internationalen Kapitalmärkten wieder eine ,Normalisierung’ erfährt, bedeutet der inzwischen klar ersichtliche Abwertungswettlauf aber nichts Gutes”, betont er. Die langfristige Unsicherheit steige. Daher sei Immobilienkäufern zu empfehlen, mit langen Zinsbindungen für hohe Kalkulierbarkeit der zukünftigen Belastungen zu sorgen.

Auf Sicherheit setzen

Ein anhaltend niedriges Zinsniveau und mögliche Anstiege in den kommenden Jahre – diese Situation stellt Immobilienkäufer und diejenigen, die eine Anschlussfinanzierung benötigen, vor die Frage, welche Zinsbindung sie wählen sollten.

Nach Ansicht von Gawarecki sollten die Bundesbürger das aktuelle Zinstief nutzen. “Privatkunden raten wir, die günstigen Bedingungen zu nutzen und sich das günstige Zinsniveau möglichst langfristig zu sichern. Beim derzeit niedrigen Niveau, das weit unter dem historischen Mittel liegt, lohnt es sich auf Sicherheit zu setzen.”

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