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17. April 2013, 11:13
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Von Rekord zu Rekord: Baufinanzierungszinsen auf neuem Tiefstand

Nach Angaben des Finanzdienstleisters Dr. Klein haben die Baufinanzierungszinsen in der zweiten Aprilwoche ein neues Rekordtief erreicht. Der Grund: Die Renditen der als Sicherheitsanker geltenden deutschen Staatsanleihen sind aufgrund der regen Nachfrage erneut gefallen. In der Folge sind auch die Baugeldzinsen weiter gesunken.

Gawarecki in Von Rekord zu Rekord: Baufinanzierungszinsen auf neuem Tiefstand

Stephan Gawarecki, Dr. Klein & Co. AG

Die verstärkte Nachfrage nach deutscher Staatsanleihen in den vergangenen Wochen, ist aus Sicht von Dr. Klein auf drei Faktoren zurückzuführen: die wiederaufkommende Unsicherheit über den Ausgang der europäischen Schuldenkrise, die Sorgen zur wirtschaftlichen Entwicklung in der Eurozone sowie die Abwertungsbemühungen der japanischen Notenbank.

Der Zypern-Effekt auf Europa

Die Unsicherheit an den Kapitalmärkten mit Blick auf die europäische Schuldenkrise ist spätestens mit dem Bekanntwerden der Details zur Rettung zyprischer Banken unter Beteiligung vermögender Kunden wieder aufgeflammt. Dieses Modell könnte theoretisch auch bei anderen Krisenstaaten Anwendung finden. Belastend wirkt zudem, dass sich in Italien nach der Wahl keine handlungsfähige Regierungskoalition abzeichnet, die begonnene Reformen zur Sanierung der Staatsfinanzen weiter vorantreiben kann, so die Dr. Klein-Analyse.

Die europäische Zentralbank (EZB) erwartet für die Eurozone im Gesamtjahr 2013 einen Rückgang der Wirtschaftsleistung 0,1 bis 0,9 Prozent. Da zusätzlich die Inflation seit knapp drei Monaten (auch aufgrund gefallener Energiepreise) zurückgeht und derzeit wieder deutlich unter zwei Prozent liegt, sind auf absehbare Zeit keine Leitzinserhöhungen in Sicht. Sollte sich die Schuldenkrise im Laufe des Jahres erneut verschärfen oder die wirtschaftliche Erholung, die für das zweite Halbjahr von Seiten der EZB erwartet wird, ausbleiben, dürfte die Zentralbank den Leitzins erneut senken, so die Prognose des Finanzdienstleisters.

Abwertungsbestrebungen der japanischen Notenbank

Um die heimische Wirtschaft anzukurbeln, hat die japanische Notenbank auf Druck der Regierung beschlossen, den Markt massiv mit Geld zu fluten, indem sie langlaufende japanische Staatsanleihen kauft. Ziel ist es, den Yen gegenüber anderen Währungen abzuwerten, um damit die heimische Exportwirtschaft anzukurbeln. Gleichzeitig soll mit dieser Maßnahme Inflation geschaffen werden, um die Binnennachfrage anzuregen. Nach Interpretation von Dr. Klein steht zu erwarten, dass ein großer Teil dieses freiwerdenden Geldes in andere sichere Staatsanleihen, unter anderem in deutsche, investiert wird, was die Renditen dieser schmälert und damit auch die Baufinanzierungszinsen niedrig hält.

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Quelle: Dr. Klein

Stephan Gawarecki, Vorstandssprecher Dr. Klein & Co. AG interpretiert die Konsequenzen für Immobilienfinanzierer aus dieser Gemengelage: “Interessenten, die eine Immobilie erwerben wollen oder Immobilienbesitzer, die eine Anschlussfinanzierung benötigen, sehen sich derzeit extrem günstigen Baufinanzierungszinsen gegenüber. Wie langfristig dies aufgrund der eben beschriebenen Sonderfaktoren der Fall sein wird, ist derzeit nicht vorhersehbar. Langfristig ist jedoch mit deutlich höheren Zinsen zu rechnen. Bei Abschluss eines Darlehens ist daher auf eine lange Zinsbindung in Kombination mit einer erhöhten Tilgung zu achten. So lässt sich das Anschlussfinanzierungsrisiko einer deutlich höheren monatlichen Rate für das Eigenheim ausschließen.” (te)

Foto: Dr. Klein

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