Offene Immobilienfonds: Positive Stimmung für 2013 nur durch Regulierung getrübt

Dem halbjährlich erhobenen Geschäftsklima-Index des Analysehauses Scope zufolge hat sich die Stimmung im Markt der offenen Immobilienfonds leicht aufgehellt. Die Erwartungen für 2013 sind grundsätzlich positiv. Allerdings trüben die anhaltenden Unklarheiten über die letztendliche Form der kommenden Regulierung den Ausblick.

Grund für den leichten Indexanstieg ist Scope zufolge vor allem das weiterhin hohe Interesse der Anleger und die signifikanten Netto-Mittelzuflüsse bei einigen Fonds. Die Markterwartungen für 2013 sind grundsätzlich positiv. Immerhin zwei Drittel der KAGen gehen demnach von einer guten oder befriedigenden Marktentwicklung in diesem Jahr aus.

Negativ werde die Stimmungslage auf Vertriebsseite jedoch durch die zahlreichen Fondsabwicklungen beeinflusst. Auf Anbieterseite sorgten hingegen die Unklarheiten der kommenden Regulierung für große Planungsunsicherheit und führen zu entsprechend gedämpften Erwartungen.

Zwischen den befragten Vertrieben und KAGen herrscht der Scope-Befragung zufolge weitgehende Einigkeit über die attraktivsten Immobilienmärkte: An erster Stelle steht mit großem Abstand Deutschland. Dann folgen aus Sicht der KAGen Großbritannien und Skandinavien. In Großbritannien ist für die KAGen insbesondere der Londoner Markt interessant. Die Vertriebsseite sieht das Vereinigte Königreich hingegen eher kritisch. Darüber hinaus sind für die Vertriebe Investitionen in die Märkte USA und Asien/Australien interessant. Diese stehen bei den KAGen allerdings nicht so stark im Fokus: In den USA plant nur die Hälfte der KAGen Investitionen, in den Märkten Asien und Australien strebt derzeit nur eine KAG Investitionen an, so die Befragungsergebnisse.

Die Einschätzungen der KAGen spiegeln sich laut Scope auch in den Ankäufen im Jahr 2012 wieder: Etwa ein Viertel der Gesamtinvestitionen – dies entspricht rund 1,1 Milliarden Euro – floss nach Deutschland. Die zweitwichtigste Investitionsdestination war Großbritannien. Rund eine Milliarde Euro oder circa 23 Prozent aller Investitionen flossen ins Vereinigte Königreich. Auf Platz drei kommt überraschenderweise Osteuropa mit etwa 750 Millionen Euro.

Auffällig war bei der Scope-Erhebung darüber hinaus, dass es auf Vertriebsseite deutliches Interesse an Investitionen in Wohnimmobilien gibt. Immerhin ein Drittel der Vertriebe stuft deutsche Wohnimmobilien als attraktiv ein. Diesem Bedarf steht aktuell jedoch nur ein bescheidenes Angebot im Rahmen offener Immobilienfonds gegenüber. Mit dem Wertgrund WohnSelect D existiert aktuell nur ein offener Fonds, der auf Deutsche Wohnimmobilien spezialisiert ist. Der Wohnimmobilienanteil in den Portfolios der anderen Fonds ist Scope zufolge marginal.

Einigkeit herrscht zwischen KAGen und Vertrieben über die Renditeerwartungen: Bei den aktiven offenen Fonds erwarten die Befragten durchschnittlich Renditen zwischen zwei und drei Prozent jährlich. Bei den Fonds in Abwicklung erwarten sowohl Vertriebe als auch KAGen weiter fallende Renditen. (te)

Foto: shutterstock.com 

 

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