Wohnimmobilien: Auf dem Kaufpreiszenit

Die anhaltende Unsicherheit an den Finanzmärkten hat auch in den vergangenen zwölf Monaten die Nachfrage nach Immobilienanlagen angeheizt. Vor allem Zinshäuser sind stark gefragt, das Preisniveau ist in die Höhe geschnellt.

Zinshäuser Berlin
Deutlich aufgeholt hat auch Berlin, das vor einigen Jahren noch ein moderates Preisniveau aufwies. Laut E&V werden Zinshäuser in guten Lagen dort mittlerweile zum 20,3-Fachen der Jahresmiete gehandelt.
Eine stuckverzierte Fassade mit einer historischen Holztür, die in ein mit Ornamenten gestaltetes Treppenhaus mit Holztreppe führt: So zieht derzeit das bevorzugte Investment vieler Kapitalanleger aus. Zinshäuser sind beliebt wie nie.

Renaissance der Anlage in Wohnimmobilien

In Zeiten der Eurokrise und niedriger Kapitalmarktzinsen erlebt die Anlage in Wohnimmobilien in Deutschland eine ungeahnte Renaissance. Metropolen wie Berlin und Hamburg verzeichnen einen regelrechten Run in- und ausländischer Kaufinteressenten, der die Preisniveaus für Zinshäuser und andere Objekte in ungeahnte Höhen katapultiert hat.

„Aufgrund mangelnder Anlagealternativen an den Kapitalmärkten und der weiterhin niedrigen Zinsen für Staatsanleihen der wirtschaftlich starken Länder in Europa wenden sich viele Anleger der Immobilie als sicherheitsorientierter Anlage zu“, bestätigt Carsten Rieckhoff, Head of Research von Engel & Völkers Commercial, Hamburg.

„Wir beobachten seit drei bis vier Jahren einen deutlichen Anstieg bei der Nachfrage nach Zinshäusern durch Privatkunden. Die Käufer suchen eine sichere Sachwertanlage, um ihr Vermögen langfristig zu diversifizieren“, sekundiert Eva Grunwald, Leiterin Baufinanzierung bei der Deutschen Bank, Frankfurt.

Abschwächung des Preisschubs

Allerdings hat sich der Preisschub, der im vergangenen Jahr seinen Höhepunkt fand, nach Beobachtungen von Marktteilnehmern mittlerweile abgeschwächt. „Die Nachfrage nach Zinshäusern bleibt weiter auf einem hohen Niveau, wenn auch der Hype etwas abgekühlt ist. Die Preise steigen nicht mehr so rasant wie in den vergangenen Jahren“, erläutert Rieckhoff.

„Die Furcht vor Inflation, die noch vor zwei Jahren für viele Anleger ein starker Treiber war, ist nach unseren Beobachtungen geringer geworden. Käufer prüfen die Angebote inzwischen genauer und Objekte, für die sehr hohe Preise gefordert werden, sind länger in der Vermarktung.“

Run auf die Metropolen

Vor allem in den Metropolen hat die große Nachfrage nach Zinshäusern die Preise in den vergangenen zwei bis drei Jahren in schwindelerregende Höhen getrieben. „Anleger sehen eine Immobilieninvestition als sicheren Hafen und wollen daher in erster Linie in den guten Lagen der Metropolregionen investieren“, erläutert Grunwald. „Aber auch in vielen Nebenlagen und kleineren Städten bieten sich attraktive Anlagechancen.“

Zinshäuser: Kaufpreisfaktoren
Kaufpreisfaktoren für Zinshäuser: In München kosten Zinshäuser in guten Lagen das 25-Fache der Jahresmiete.
Quelle: Engel & Völkers Commercial

Üblicherweise werden Preise für Zinshäuser als Vielfaches der Jahresmieteinnahme angegeben. Ein Objekt, das beispielsweise zum 16-Fachen der Jahresmiete zu erwerben ist, würde bei einer Gesamtfläche von 800 Quadratmetern und einer Miete von neun Euro pro Quadratmeter eine Jahresmiete von 86.400 Euro erzielen – der Kaufpreis läge somit bei 1,38 Millionen Euro.

Seite zwei: Hamburg und München an der Spitze

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