Verkaufspreise offener Immobilienfonds liegen unter Buchwerten

Laut einem Bericht des Immobilienunternehmens DTZ verschlechterte sich bei offenen Immobilienfonds in 2013 im Vergleich zum Vorjahr das Verhältnis zwischen erzielten Verkaufspreisen und Buchwerten.

OIFs mit längeren Abwicklungsfristen verkaufen sich laut DTZ besonders gut.

Nachdem offene Immobilienfonds (OIFs) in 2012 noch Buchwertaufschläge von sieben Prozent verzeichneten, wurden nach Aussage der DTZ in 2013 Abschläge in Höhe von 13 Prozent verzeichnet. Mit 20 Prozent seien die Abschläge im Jahr 2013 in den Beneluxstaaten und Südeuropa am höchsten ausgefallen. Damit eröffnen sich aus Sicht der DTZ interessante Investitionsmöglichkeiten.

Preisdruck hält sich in Grenzen

Die OIFs Deutschlands verwalten weltweit ein Immobilienvermögen im Wert von 82 Milliarden Euro, erklärt DTZ. Auf die eingefrorenen und die sich in Abwicklung befindlichen Fonds entfallen davon 17 Milliarden Euro, die bis spätestens zum Jahr 2017 im Zuge von Abwicklungen den Besitzer wechseln sollten. Auf kurze Sicht dürfte sich der Preisdruck jedoch in Grenzen halten, da bis 2016 nur rund vier Milliarden Euro von insgesamt 17 Milliarden Euro abzustoßen seien.

OFIs mit langen Abwicklungsfristen ermöglichen hohe Preise

OIFs mit längeren Abwicklungsfristen sind laut DTZ besonders verkaufsstark. Mit ihnen könne das  derzeit starke Anlegerinteresse genutzt werden, um möglichst hohe Verkaufspreise zu realisieren.

Leichter Rückgang der Verkäufe in 2013

„Im Jahr 2013 wurden Objekte für insgesamt 2,7 Milliarden Euro verkauft. Dies bedeutet gegenüber 2012 einen leichten Rückgang“, erklärt Magali Marton, Head of Cemea Research von DTZ. „Doch hat sich im Vergleich zum Vorjahr die Bandbreite der Länder, in denen Objekte veräußert wurden, deutlich erweitert. Während 2012 vor allem Immobilien im Vereinigten Königreich und in Frankreich veräußert wurden, lag der räumliche Schwerpunkt im Jahr 2013 in den Benelux-Ländern sowie in Mittel-, Ost- und Südeuropa. Die Verkäufe in diesen Märkten summierten sich auf 1,3 Milliarden Euro nach nur 0,1 Milliarden Euro im Jahr 2012. Konnten 2012 noch Verkaufspreise vereinbart werden, die durchschnittlich sieben Prozent über den Buchwerten lagen, so wurden 2013 europaweit Abschläge von durchschnittlich 13 Prozent gewährt.“

Mehrheit der abzuwickelnden OIFs befinden sich in Deutschland

Das Bestandsportfolio der eingefrorenen und sich in Abwicklung befindlichen OIFs umfasse europaweit eine Fläche von 4,7 Millionen Quadratkilometern. Der Schwerpunkt des Bestandes liegt laut DTZ in Deutschland (32 Prozent), gefolgt von den Benelux-Staaten (19 Prozent) und Südeuropa (15 Prozent). In diesen drei Regionen stehen in 2014 relativ umfangreiche Verkäufe an.

„Die in diesen Teilmärkten im Jahr 2013 erfolgten Verkäufe wurden mit erheblichen Abschlägen auf die Buchwerte realisiert“, ergänzt Hans Vrensen, Global Head of Research bei DTZ. „In Südeuropa und Benelux lagen die Abschläge für Verkäufe aus Fonds, deren Kündigungsfrist 2013 auslief, bei über 20 Prozent und in Deutschland bei immerhin acht Prozent. Wir rechnen auch für 2014 bei den Fonds, deren Kündigungsfrist im Verlauf des Jahres ausläuft, mit ähnlich hohen Abschlägen im Bereich von zehn bis 30 Prozent.“ (st)

Foto: Shutterstock

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