24. Juni 2014, 10:57
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Offene Immobilienfonds: Das Momentum nutzen

Wenn derzeit die Rede von attraktiven Immobilieninvestments ist, sind meist Wohnimmobilien gemeint. Angesichts vergleichsweise hoher Renditen und großer Nachfrage seitens der Privatanleger stellt sich allerdings die Frage, warum die Assetklasse Wohnen im Segment der offenen Immobilienfonds nur eine marginale Rolle spielt.

Gastbeitrag von Wolfgang Kubatzki, Feri Euro Rating Services AG

Wolfgang-Kubatzki Feri 750 500- in Offene Immobilienfonds: Das Momentum nutzen

Wolfgang Kubatzki: “Aus Sicht vieler Fondsgesellschaften besteht überhaupt keine Notwendigkeit, verstärkt in Wohnimmobilien zu investieren.”

Der deutsche Wohnimmobilienmarkt boomt. Anleger – institutionelle wie private – stürzen sich förmlich auf die begehrten Objekte, vor allem jene in den Metropolen.

Aber auch Wohnungen in den sogenannten B-Städten werden zunehmend nachgefragt. In den offenen Immobilienfonds, in die Anleger derzeit investieren können, spiegelt sich dies jedoch kaum wider.

Wohnimmobilien steigern Renditen

Feri Euro Rating Services hat elf offene Fonds analysiert: Nur einer davon investiert in nennenswertem Umfang in Wohnimmobilien. Nicht weniger interessant ist die Tatsache, dass eben dieser Fonds, der Wertgrund Wohnselect D, überdurchschnittlich gut performt.

Mit über sechs Prozent pro Jahr in den vergangenen drei Jahren schnitt er deutlich besser ab als Fonds, die sich auf Gewerbeimmobilien fokussierten und im gleichen Zeitraum Ergebnisse zwischen knapp zwei und gut drei Prozent pro Jahr  erzielten.

Büroimmobilien dominieren Portfolios

Der Blick auf die Portfolios der offenen Immobilienfonds dürfte den einen oder anderen Beobachter dazu verleiten, die Gewichtung der Assetklassen durch die Fondsgesellschaften anzuzweifeln. Denn nach wie vor dominieren in den Portfolios Gewerbeimmobilien, in erster Linie Büroobjekte. Laut der aktuellen Feri-Analyse lag der Büroanteil bei mehr als der Hälfte der Fonds zuletzt bei teilweise deutlich über 60 Prozent.

Es ginge jedoch an der Realität vorbei, würde man diesen Gesellschaften zu einer Abkehr von ihrer derzeitigen Allokation hin zu einem höheren Wohnimmobilienanteil raten – und das aus mehreren Gründen. Zum einen würde eine Umschichtung mit dem Ziel eines signifikanten Wohnanteils dazu führen, dass erhebliche Volumina bewegt werden müssen: Die untersuchten Fonds hatten Ende Mai 2014 ein Gesamtvolumen von rund 58,3 Milliarden Euro.

Herausforderungen für Fondsmanager

Eine Erhöhung des Anteils an Wohnimmobilien auf beispielsweise zehn Prozent würde bedeuten, dass die Fonds rund sechs Milliarden Euro in Wohngebäude investieren müssten. Unterstellt man weiter beispielhaft, dass für eine Wohnung durchschnittlich 150.000 Euro aufgewendet werden müssen, würde das einem Bedarf von etwa 40.000 Wohnungen entsprechen. Das wäre eine enorme Herausforderung, insbesondere auch für das Asset-Management der Fonds, welches erheblich ausgebaut werden müsste.

Fonds verbuchen Zuflüsse

Zum anderen besteht aus Sicht vieler Fondsgesellschaften überhaupt keine Notwendigkeit, verstärkt in Wohnimmobilien zu investieren. Insbesondere die Schwergewichte der Branche verbuchen ohnehin Zuflüsse von Anlegergeldern. Hinzu kommt, dass die jeweiligen Anlagebedingungen und Geschäftsmodelle oft schlichtweg keine oder nur sehr geringe Anteile an Wohninvestments vorsehen.

Seite zwei: Chancen nutzen

Weiter lesen: 1 2

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Defekte Produkte häufigster Schaden bei Bauprojekten

Auf großen Baustellen deutscher Unternehmen sind defekte Produkte und schlechte Qualitätskontrollen der häufigste Grund für einen Versicherungsschaden. Das ist das Ergebnis einer Auswertung der Allianz, die die Versicherung am Dienstag in München vorstellt.

mehr ...

Immobilien

DGB fordert unbefristete Mietpreisbremse

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hält die Beschlüsse der Großen Koalition zur Verlängerung der Mietpreisbremse bis 2025 für unzureichend. DGB-Vorstandsmitglied Stefan Körzell sagte der “Neuen Osnabrücker Zeitung”: “Zwar ist die Einigung im Koalitionsausschuss ein Schritt in die richtige Richtung. Aber wir brauchen mehr. Die Mietpreisbremse sollte unbefristet und flächendeckend gelten.”

mehr ...

Investmentfonds

„Das Unternehmen ist das entscheidende Investment“

Der Handelskonflikt zwischen den USA und China scheint beinahe täglich größere Kreise zu ziehen und Anleger immer stärker zu verunsichern. Cash. sprach mit Thomas Lehr, Kapitalmarktstratege beim Vermögensverwalter Flossbach von Storch, wie sich Anleger jetzt verhalten sollen und welcher Ausgang des Konflikts realistisch ist.

mehr ...

Berater

Sachwertanlagen: Was wollen Sie wissen?

Zum 9. Cash.-Branchengipfel Sachwertanlagen trifft sich am 5. September wie immer um diese Jahreszeit eine hochkarätige Expertenrunde, um über die Gegenwart und Zukunft der Sachwertbranche zu diskutieren. Auch Cash.-Leser können sich wieder einmischen. Der Löwer-Kommentar

mehr ...

Sachwertanlagen

AEW erwirbt Wohnportfolio in Helsinki und Espoo für deutsches Individualmandat

Mit dem Erwerb von zwei modernen Apartmenthäusern in der Metropolregion Helsinki erweitert AEW seinen Wohnbestand in Richtung Finnland. Die knapp 90 vollvermieteten Einheiten verteilen sich dabei auf ein Objekt im stark wachsenden Teilmarkt von Jätkäsaari – im westlichen Teil der Innenstadt von Helsinki – sowie eine Liegenschaft im angrenzenden Espoo (Matinkyla).

mehr ...

Recht

Fliegende Dachziegel – Gebäudeeigentümer musste für Sturmschäden haften

Eigentümer einer Immobilie müssen ihr Objekt so absichern, dass es auch erhebliche Sturmstärken aushalten kann, ohne gleich die Allgemeinheit zu gefährden. Wenn sich bei einem Sturm bis zur Stärke 13 Dachziegel lösen und auf die Straße fallen, dann spricht zumindest der Anscheinsbeweis für einen mangelhaften Unterhalt des Gebäudes.

mehr ...