Logistikimmobilien: Umsatzhoch trotz Angebotsmangel

Auf dem Logistikimmobilienmarkt Deutschland erwartet CBRE bis zum Jahresende ein Rekordergebnis. Der Flächenumsatz im dritten Quartal liegt bereits über dem langjährigem Durchschnitt.

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Der Markt für Logistikimmobilien entwickelt sich trotz des knapper werdenden Angebots in 2016 auf einen Rekordumsatz zu.

In den ersten drei Quartalen wurde auf dem bundesweiten Lager- und Logistikmarkt durch Vermietungen und Eigennutzungen ein Umsatzvolumen von gut 5,2 Millionen Quadratmetern Hallenfläche registriert. Dies ist das Ergebnis einer aktuellen Analyse des Immobilienberatungsunternehmens CBRE.

„Der kumulierte Flächenumsatz liegt rund sieben Prozent über dem Vorjahreswert und um 29 Prozent deutlich über dem Durchschnittswert der vergangenen fünf Jahre. Dies unterstreicht eindrucksvoll die positiven Entwicklungen in der Logistik, die, aufgrund sich drastisch verändernder Rahmenbedingungen, verstärkt auf moderne Lager- und Logistikflächen setzen muss“, sagt Jan Linsin, Head of Research bei CBRE in Deutschland.

Starke Marktperformance in Nordrhein-Westfalen 

„Diese Veränderungen beruhen etwa auf der zunehmenden Bedeutung der Handelslogistik durch den Online-Handel und der Neuausrichtung der Supply Chain in der Industrie 4.0“, ergänzt Linsin

„Mitverantwortlich für das beste Neunmonatsergebnis seit Aufzeichnungsbeginn ist die starke Performance des Logistikimmobilienmarktes in Nordrhein-Westfalen. Besonders das Ruhrgebiet rund um Bochum, Dortmund, Duisburg und Marl verzeichnete im bisherigen Jahresverlauf einen Flächenumsatz von 912.000 Quadratmetern, der insbesondere durch Großabschlüsse, sogenannte Big Boxes, realisiert wurde. Mit 475.000 Quadratmetern haben allein diese neun Prozent zum bundesweiten Flächenumsatz beigetragen“, so Rainer Koepke, Head of Industrial & Logistics bei CBRE in Deutschland.

Rückgang in den Top fünf

Mit einem Neubauanteil von 73 Prozent konnte laut CBRE ein überdurchschnittliches Ergebnis registriert werden, das 14 Prozentpunkten über dem Ergebnis der letzten drei Jahre liegt. Besonders Nutzer aus der Handelsbranche, aber auch Unternehmen aus der Transportlogistik seien sehr aktiv gewesen und hätten insgesamt mehr als zwei Drittel des Neubauvolumens generiert.

Der Flächenumsatz in den etablierten Lager- und Logistikmärkten Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg und München verzeichnete laut CBRE einen Rückgang von zwölf Prozent. „Für die Umsatzeinbußen in den Top fünf waren die ausbleibenden großvolumigen Eigennutzerumsätze verantwortlich. Sie verbuchten angebotsbedingt ein Minus von 46 Prozent. Vermietungsleistungen mit rund 1,2 Millionen Quadratmetern blieben dagegen auf dem Niveau des Vorjahres“, so Linsin.

Der Umsatzrückgang in den Top 5-Standorten sei durch den Flächenumsatz in den übrigen bundesweiten Märkten, der im Jahresvergleich um 17 Prozent zulegen konnte, kompensiert wurden. Mit fast 3,8 Millionen Quadratmetern wurde hier der Fünfjahresdurchschnitt um 45 Prozent übertroffen.

Großer Anteil an Projektentwicklungen

„Für die Logistikmärkte, die nicht in den Topstandorten liegen, ist die Verfügbarkeit von Grundstücken ein großer Vorteil. Hier wurden 84 Prozent des gesamten Flächenumsatzes in Projektentwicklungen getätigt, darunter neun der zehn größten in den ersten drei Quartalen 2016 registrierten Abschlüsse“, so Koepke.

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„Nach dem soliden Umsatzvolumen in den ersten neun Monaten erwarten wir eine Fortsetzung der Erfolgsstory auf dem deutschen Lager- und Logistikimmobilienmarkt. Alles deutet darauf hin, dass wir für das Gesamtjahr mit einem Flächenumsatz in Deutschland über 6,5 Millionen Quadratmeter und damit mit einem neuen Rekordjahr rechnen dürfen“, prognostiziert Koepke. (kl)

Foto: Shutterstock

 

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