31. Juli 2017, 11:10
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Alternative Anlageklassen rücken in den Fokus

Die europäischen Immobilieninvestoren erwarten keinen Umschwung des Immobilienzyklus in den kommenden Monaten. Union Investment hat professionelle Investoren nach ihren Erwartungen, ihrer Stimmung und den interessantesten Anlageklassen befragt.

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Das Interesse europäischer Investoren an Logistikimmobilien steigt.

Nur jeder vierte Immobilieninvestor in Europa geht davon aus, dass der aktuelle Marktzyklus seinen Zenit in Kürze überschreitet und die Immobilienanfangsrenditen bald wieder steigen werden. Die große Mehrheit von 75 Prozent erwartet den Umschwung erst für das Jahr 2019, davon 43 Prozent sogar später.

Sicherheitsbedürfnis steigt

Das geht aus der jüngsten Immobilien-Investitionsklimastudie von Union Investment hervor. Für die Studie, die im halbjährlichen Turnus durchgeführt wird, wurden diesmal 168 professionelle Immobilieninvestoren in Deutschland, Frankreich und Großbritannien repräsentativ befragt.

Investoren würden ein spätzyklisches Marktumfeld erwarten, und daher sicherheitsorientierter anlegen. Besonders deutsche und britische Investoren würden bei höherer Sicherheit eine verminderte Rendite in Kauf nehmen.

Die Anlagestrategie “Gleiches Risiko bei geringerer Rendite” verfolgen laut Union Investment in Deutschland 71 Prozent und in Großbritannien sogar 74 Prozent der Befragten. Im Vergleich zur vorletzten Umfrage vor einem Jahr bedeute das einen Anstieg von 15 und 14 Prozentpunkten.

In Frankreich sei die Risikoaffinität auch im aktuellen Marktumfeld etwas stärker ausgeprägt. 41 Prozent der Investoren geben an, ein höheres Anlagerisiko einzugehen, um die gleichen Renditeziele wie bisher zu erreichen. Die übrigen 59 Prozent kalkulieren hier ebenfalls mit einer geringeren Rendite bei gleichbleibendem Risiko.

Investoren weichen auf alternative Assetklassen aus

Insgesamt eher skeptisch bewerten die befragten Investoren laut Union Investment das europäische Investitionsklima für Büro– und Einzelhandelsimmobilien. Knapp ein Drittel der Befragten sehe in den kommenden zwölf Monaten tendenziell schlechte Chancen für attraktive Büroinvestments, bei Einzelhandelsimmobilien liege der Anteil bei 51 Prozent.

Umso stärker würden alternative Assetklassen in den Fokus rücken. Investoren würden besonders auf Logistik-, Hotel- und Wohnimmobilien ausweichen. Britische Investoren geben besonders starkes Interesse an den Segmenten Logistik (83 Prozent) sowie Hotel und Wohnen (jeweils 61 Prozent) an. In derselben Gruppe der deutschen Investoren wollen jeweils rund 50 Prozent verstärkt auf diese drei Nutzungsarten setzen.

Ebenfalls beachtet würden spezialisierte Produkte wie Studentenwohnheime und Sozialimmobilien. Ein Viertel aller französischen, 29 Prozent der deutschen und sogar 67 Prozent der britischen Studienteilnehmer, die eine alternative Investitionsstrategie formuliert haben, haben Interesse an dem Segment Micro-Wohnen.

Zum Vergrößern bitte auf die Grafik klicken.

Klimaindex Immobilieninvestments -Europa in Alternative Anlageklassen rücken in den Fokus

Investitionsklima in Europa gestiegen

Die Studie von Union Investment erfasst zweimal im Jahr einen Immobilien-Investitionsklimaindex für die europäischen Kernmärkte und kann so Trendbewegungen beobachten. Der jüngsten Erhebung zufolge zeichnet sich der deutsche Markt durch eine hohe Stabilität mit leicht positiver Tendenz aus. Im Vergleich zur letzten Umfrage vor sechs Monaten habe sich das Investitionsklima in Deutschland um 1,2 Punkte auf 67,7 verbessert.

Einen noch deutlicheren Anstieg habe Frankreich erlebt. Seit der vorletzten Umfrage vor einem Jahr sei der Index sogar um 3,3 Punkte angestiegen und erreiche den aktuellen Spitzenwert von 70,3. In Großbritannien habe sich das Investitionsklima seit der letzten Erhebung, die stark von den Folgen des Brexit geprägt war, wieder stabilisiert und zeige mit 61,4 sogar wieder eine leicht positive Tendenz. (kl)

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