4. Juli 2017, 14:27
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Boom der kleinen Großstädte: Wo die Kaufpreise am stärksten steigen

Die Kaufpreise für Immobilien sind 2017 in 71 der 79 deutschen Großstädte gestiegen. Immowelt hat analysiert, welche Städte sich am stärksten verteuert haben und wo Käufer Immobilien günstiger als im Vorjahr erwerben können.

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Blick auf das Elbufer und den Magdeburger Dom: In Magdeburg sind die Kaufpreise für Wohnimmobilien, im deutschlandweiten Vergleich der Großstädte, im ersten Halbjahr 2017 am stärksten gestiegen.

Die Immobilien-Kaufpreise in Deutschlands kleinen Großstädten steigen am stärksten. Nachdem in den letzten Jahren die Metropolen und Top-Standorte bereits deutlich zugelegt haben, holen Großstädte unter 500.000 Einwohnern auf. Im ersten Halbjahr 2017 ziehen die Kaufpreise im Vergleich zum Vorjahr in 71 der 79 Großstädten an. Das geht aus einer Analyse von Immowelt hervor.

Die Top drei Städte mit den höchsten Preissteigerungen

Am deutlichsten sind die Preise im ersten Halbjahr 2017 laut Immowelt in Magdeburg gestiegen, mit 31 Prozent von 1.070 Euro auf 1.400 Euro pro Quadratmeter im Median. Die Hauptstadt Sachsen-Anhalts schließe damit zu anderen ostdeutschen Großstädten wie Leipzig oder Dresden auf.

Leipzig (1.580 Euro, plus zehn Prozent) und Dresden (1.970 Euro, plus acht Prozent) würden absolut betrachtet damit zwar weiterhin teurer bleiben. Immobilienkäufer würden sich sich wegen der hohen Preise aber zunehmend auf alternative Standorte orientieren.

Auf Platz zwei folge Koblenz wo sich die Preise um 19 Prozent auf 2.250 Euro pro Quadratmeter verteuert hätten. Die Stadt habe sich in den letzten Jahren wirtschaftlich stark entwickelt, die Arbeitslosenquote sei deutlich gesunken und bewege sich mit 3,4 Prozent auf Vollbeschäftigung zu.

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Platz drei belege Krefeld mit einem Preiszuwachs von 17 Prozent auf aktuell 1.480 Euro. Die Stadt profitiere vor allem von ihrer günstigen Lage im Düsseldorfer Speckgürtel. Nachdem die Kaufpreise in Düsseldorf inzwischen auf 3.070 Euro (plus sechs Prozent) angestiegen seien, erscheine Krefeld als Ausweichmöglichkeit.

Nachdem Deutschlands Metropolen und Top-Standorte in den vergangenen Jahren bereits stark zugelegt hätten würden nun kleinere Großstädte in zweiter Reihe für Immobilienkäufer interessanter. Die hohen Preise der Top-Standorte führen bei Investoren laut Immowelt zu einer hohen Kapitalbindung und machen den Immobilienerwerb für Durchschnittsverdiener beinahe unmöglich.

Preise in Metropolen steigen weniger schnell

In den größten Städten wachsen die Preise im Verhältnis zu den kleinen Großstädten weniger stark. Paradebeispiel hierfür sei München: Die mit Abstand teuerste deutsche Großstadt habe sich innerhalb eines Jahres um sechs Prozent auf 6.470 Euro pro Quadratmeter verteuert. Köln bleibe stabil und legt nur um einen Prozent auf 2.920 Euro pro Quadratmeter zu.

Hamburgs Preise würden um neun Prozent auf  auf 3.760 Euro pro Quadratmeter klettern. Als einzige unter den größten Städten verteuere sich Berlin mit zehn Prozent zweistellig, auf aktuell 3.260 Euro pro Quadratmeter.

Wo Kaufpreise sinken

Nur in wenigen Großstädten würden die Kaufpreise sinken. Hierzu gehöre Essen, wo die Kaufpreise um sechs Prozent auf 1,500 Euro pro Quadratmeter gesunken seien. Stärker seien die Preise in Bottrop gefallen, (minus sieben Prozent auf 1.580 Euro pro Quadratmeter). Am stärksten hat sich laut Immowelt Gelsenkirchen vergünstigt, um minus 14 Prozent auf 860 Euro pro Quadratmeter.

Diese schwerindustriell geprägten Städte hätten den Strukturwandel noch nicht abgeschlossen und würden daher unter hoher Arbeitslosigkeit leiden, was Käufer trotz niedriger Preise abschrecke. (kl)

Foto: Shutterstock

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