Immobilienmärkte 2017: Dynamik trotz Unsicherheit

Auch 2017 wird sich die positive Stimmung an den Immobilienmärkten fortsetzen. Das geht aus der Catella-Marktmeinung hervor, die einen Ausblick auf wirtschaftliche und politische Entwicklungen in 2017 gibt.

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Trotz politischer Unsicherheit wird sich der Markt für Immobilien nach Einschätzung von Catella in 2017 positiv entwickeln.

2017 wird laut der Catella-Marktmeinung ein gutes Jahr für die Immobilienmärkte werden. Durch die EZB-Entscheidung, die Anleiheaufkäufe bis Ende 2017 zu verlängern, werde der Kapitalmarktrahmen weiter gesetzt und damit die Planungssicherheit der Liquiditätsströme in Immobilienmärkte erhöht.

Die Nachfrage nach Immobilien werde also weiter anhalten, sowohl auf der Privatanleger- als auch auf der gewerblichen Seite, mittels Fondsgesellschaften oder durch Pensionskassen.

Verschärfter Wettbewerb um Objekte

Der Wettbewerb um Investitionsobjekte werde sich verschärfen und damit auch ihr Preis. In 2017 läuft nach Angaben von Catella bei etlichen deutschen und angelsächsischen Investoren die zehnjährige Haltedauer ab und die ehemaligen Ankaufswerte würden teilweise übertroffen. Dies führe zu einer stärkeren Verkaufsmentalität als noch vor zwei Jahren.

Auf der Wohninvestorenseite beruhigt sich die Phase der Fusionen und Übernahmen – Bewegung erwartet Catella auf der Objektvoluminaebene bei bis zu 500 Wohneinheiten.

Keine irrationalen Handlungen

Dass die Hochphase nicht zu irrationalen Investitionen führt, zeige ein Blick auf die Transaktionen von 2016, die trotz hoher Beschäftigung und guten Wirtschaftsdaten 20 Prozent unter dem Volumen des Rekordjahres 2015 gelegen hätten.

Diese Entwicklung zeige, dass am Markt nur Immobilien ihren Abnehmer finden würden, welche einen Wachstumskern aufweisen. Ferner würden etliche Bestandhalter weiterhin auf einen anziehenden Markt setzen, anhaltende Knappheit und steigende Mieten.

Wahljahr 2017

Die Unsicherheit werde laut Catella auch in 2017 nicht abnehmen. Erst nach der Inauguration des amerikanischen Präsidenten am 20. Januar könne man abschätzen, wie sich das Investitionsverhalten des amerikanischen Kapitals mittelfristig auswirken wird. Auch die Auswirkungen des Brexit seien noch unklar. Unter Umständen könne der Frankfurter Immobilienmarkt profitieren.

Ferner ist für Europa (Italien, Niederlande, Frankreich und Norwegen) und vor allem für Deutschland ein bedeutendes Wahljahr. Dies führe entweder zu Vorzieheffekten aus Angst vor Verschlechterung (Grundsteuerreform, Grunderwerbsteuererhöhung, ENEV 2017) oder zum Aufschieben von Entscheidungen da Wahlgeschenke erwartet werden.

Die Digitalisierung werde weiterhin ein Prozess bleiben. Die Versuche von Proptech würden weiterhin anhalten, eine disruptive Veränderung der Branche sei weniger zu erwarten. Gleichwohl sollte laut Catella die Sensibilisierung wachsen und Blockchain, automatisierte Prozesse und Apps in die Strategierunden der Immobiliengesellschaften einziehen. (kl)

Foto: Shutterstock

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