Anzeige
11. Mai 2017, 08:47
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Forward-Darlehen: Großes Einsparpotenzial

Wer eine Immobilie finanziert, braucht während der Laufzeit oftmals mehrere Anschlussfinanzierungen. Mit einem Forward-Darlehen kann dies um mehrere tausend Euro günstiger werden – sofern die Zinsen steigen.

Haus-geld-kredit-finanzierung-shutterstock 558216838 in Forward-Darlehen: Großes Einsparpotenzial

Die Baufinanzierungszinsen befinden sich auf einem historischen Niedrigniveau, jedoch sind Anstiege in den kommenden Jahren wahrscheinlich.

Mit einem Forward-Darlehen können sich Verbraucher, deren Zinsbindung erst in einigen Jahren ausläuft, die aktuell niedrigen Zinsen schon zum jetzigen Zeitpunkt für ihre Anschlussfinanzierung sichern.

Das gemeinnützige Verbraucherportal Finanztip hat errechnet, dass eine Baufinanzierung in durchschnittlicher Höhe dadurch um mehrere tausend Euro günstiger werden kann, sollten die Zinsen in den kommenden Jahren steigen.

Abschluss fünf Jahre vor Ende der Zinsbindung möglich

Fast jeder siebte Kunde schließe zurzeit bei Finanzierungsvermittlern wie Dr. Klein oder Interhyp ein Forward-Darlehen ab. Damit können sich Immobilienkäufer bis zu fünf Jahre vor dem Ende der Zinsbindung ihrer Baufinanzierung die aktuell günstigen Zinsen sichern.

“Wenn meine Zinsbindung in weniger als drei Jahren ausläuft, sollte ich über ein Forward-Darlehen nachdenken”, rät Dirk Eilinghoff, Experte für Baufinanzierung bei Finanztip. “Wer beispielsweise 2009 einen Baukredit von 200.000 Euro zu 4,5 Prozent für zehn Jahre aufgenommen hat, sollte nicht bis 2019 warten, sondern bereits heute den Anschlusszins verhandeln.” Denn steigen die Zinsen in den kommenden zwei Jahren, seien tausende Euro Ersparnis drin.

15.000 Euro weniger an Zinsen

Eine Beispielberechnung verdeutlicht laut Finanztip das Einsparpotenzial: Für einen Baukredit mit festen Zinsen für zehn Jahre verlangen Banken derzeit etwa 1,5 Prozent pro Jahr an Zinsen.

Bei einem durchschnittlichen Forward-Aufschlag von 0,35 Prozent, wie ihn der Finanzierungsvermittler Dr. Klein für die ersten Monate 2017 errechnet hat, ergebe sich ein Zinssatz von 1,85 Prozent für das Forward-Darlehen.

Würden im genannten Beispiel die Bauzinsen bis zur Ablösung des Darlehens in zwei Jahren auf 2,85 Prozent steigen – wie zuletzt Ende 2013 –, so spare der Kunde deutlich. “2009 lag die durchschnittliche Tilgung bei einem Prozent”, erklärt Eilinghoff. “Bei der daraus resultierenden Restschuld von 175.000 Euro fallen allein in den zehn folgenden Jahren gut 15.000 Euro weniger an Zinsen an.”

Rechtzeitig ein Forward-Darlehen ansprechen

Bei einem Forward-Darlehen geht die Bank vom heutigen Zinsniveau aus und verlangt dann einen Aufschlag als Puffer für künftige Zinssteigerungen. In der Regel liegt er bei wenigen Zehntelprozentpunkten. Als Grundregel gilt: Je länger die Zeit bis zur Ablösung des alten Baukredits, desto höher der Aufschlag.

“Wichtig ist vor allem, dass Verbraucher frühzeitig die Möglichkeit des Forward-Darlehens bei ihrer Bank ansprechen”, rät Eilinghoff. Zudem sei es ratsam, Vergleichsangebote bei den großen Kreditvermittlern einzuholen. “Denn bei der genauen Ausgestaltung des Forward-Darlehens gibt es durchaus Unterschiede zwischen den einzelnen Banken”, so Eilinghoff.

Darlehen muss abgenommen werden

Verbraucher sollten allerdings sicher sein, dass sie den neuen Baukredit nach der Vorlaufzeit auch wirklich benötigen. Wer etwa über den Verkauf der Immobilie nachdenke, sollte die Finger von einem Forward-Darlehen lassen.

Denn für die Nichtabnahme des Darlehens nach einem Verkauf verlangt die Bank eine Entschädigung. Auch ausbleibende Zinssteigerungen beim Baugeld sind laut Finanztip kein Grund für einen Verzicht auf das Darlehen. Liegen die Zinsen nach der Vorlaufzeit auf dem heutigen Niveau, müsse der Forward-Kunde trotzdem den vereinbarten Zins zahlen. Dirk Eilinghoff rät: “Verbraucher sollten nicht nur auf den Zins schauen, sondern auch ihre persönliche und berufliche Entwicklung einschätzen, bevor sie sich festlegen”, rät Eilinghoff. (bk)

Foto: Shutterstock

Newsletter bestellen Alle News zu Objekten, Standorten und Finanzierungen... werktags 16.30 Uhr!

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 10/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Multi-Asset – Kfz-Policen – Immobilieninvestments – Ruhestandsplanung

Ab dem 13. September im Handel.

Jubiläumsheft

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Zukunft der Versicherungsbranche + Unangenehme Wahrheiten: Vermittlerzahlen täuschen

Versicherungen

bAV: Nürnberger stellt Pensionsfonds neu auf

Die Nürnberger Pensionsfonds AG erweitert die Gestaltungsmöglichkeiten in der betrieblichen Altersversorgung (bAV). So kann sich beim bilanzförmigen Pensionsfonds die Kapitalanlage zukünftig automatisch an aktuelle Marktentwicklungen anpassen, um eine langfristig stabile Wertentwicklung zu erreichen. Mit Fidelity International konnte zudem ein neuer Partner im Bereich der Fondsanlage gewonnen werden.

mehr ...

Immobilien

Baufinanzierung: Zinsen werden volatiler

Die Europäische Zentralbank (EZB) beschäftigt sich unter anderem mit der finanziellen Lage Italiens, während die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) wieder einmal am Leitzins gedreht hat.

mehr ...

Investmentfonds

Sieben Anlagestrategien für den Spätzyklus

Die USA erleben ihre zweitlängste wirtschaftliche Expansion, die bereits zehn Jahre andauert. Und auch wenn derzeit kein Ende in Sicht ist, stellt sich die Frage, wie lange dieser noch anhalten wird. Laut Tilmann Galler, Kapitalmarktstratege bei J.P. Morgan Asset Management, spricht vieles dafür, dass sich die US-Konjunktur im Spätzyklus befindet. Er nennt sieben Strategien, mit denen Anleger ihre Portfolios defensiver Ausrichten können.

mehr ...

Berater

Fintechs: Die fairsten digitalen Finanzberater

Auf dem deutschen Markt tummeln sich bereits über 300 verschiedene sogenannte Fintechs – Tendenz laut Experten steigend. Welche davon am fairsten aufgestellt sind, hat das Analysehaus Servicevalue in Kooperation mit Focus Money untersucht.

mehr ...

Sachwertanlagen

Falschberatung: Sparkasse muss zahlen

Mangelhafte Beratung kann den Berater teuer zu stehen kommen. Das erfährt eine oberpfälzische Sparkasse gerade am eigenen Leib, wie ein aktuelles Urteil des Landgerichts Nürnberg-Fürth zeigt.

mehr ...

Recht

Heckenschnitt: Was gilt im Streitfall?

Landesrechtliche Regelungen geben oft vor, wie hoch eine Hecke auf einer Grundstücksgrenze sein darf. Nachbarn können jedoch nicht verlangen, dass der Eigentümer seine Hecke vorsorglich im Herbst und Winter so stark herunterschneidet, dass sie im Sommer die zulässige nicht Höhe überschreitet. Dies entschied laut D.A.S. Rechtsschutz Leistungs-GmbH das Landgericht Freiburg.

mehr ...