24. März 2017, 09:01
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Forward-Darlehen: Wetten auf den Zukunfts-Zins

Für alle, deren Immobilienfinanzierung in einigen Jahren zur Verlängerung ansteht, bietet sich das Forward-Darlehen an. Ob diese Darlehensart für sie geeignet ist, sollten Kunden nach ihrem Sicherheitsbedürfnis und dem finanziellen Spielraum abwägen.

Forward-Darlehen

Ein Forward-Darlehen ist in gewisser Weise eine Wette auf den künftigen Zins.

Mit einem Forward-Darlehen kann das aktuell niedrige Zinsniveau für die Zukunft festgeschrieben werden – gegen einen Zinsaufschlag, der sich nach der Vorlaufzeit richtet. Diese Darlehen können bis zu fünf Jahre im Voraus abgeschlossen werden.

Allerdings ist der Kunde an den Vertrag gebunden, unabhängig davon, ob das Zinsniveau zum Vertragsbeginn tatsächlich über oder unter dem vereinbarten Satz liegt. Die Entscheidung für ein Forward-Darlehen hängt somit von der künftigen Zinserwartung ab.

“Wette auf den künftigen Zins”

“Ein Forward-Darlehen ist in gewisser Weise eine Wette auf den künftigen Zins. Ob der Kunde damit besser fährt, zeigt erst die Zukunft”, erläutert Jörg Haffner, Geschäftsführer bei Qualitypool.

Insgesamt zeigten sich die Kunden bei diesen Darlehen im vergangenen Jahr zurückhaltender. “Bei den Forward-Darlehen ist der Anteil in 2016 gegenüber dem Vorjahr sogar geringer geworden. Das hängt einfach damit zusammen, dass die meisten Kunden die Erwartungshaltung hatten, dass die Zinsen weiterhin niedrig bleiben, trotz des leichten Zinsanstiegs am Jahresanfang 2016. Es wird spannend zu sehen, wie sich das in diesem Jahr verändern wird”, berichtet Thomas Hein, Leiter Partnervertrieb bei ING-Diba.

Generell lässt sich beobachten, dass Immobilieneigentümer bei gleichbleibenden Zinsen das Gefühl haben, noch abwarten zu können. Zudem sind viele Kunden, die in den vergangenen fünf Jahren Forward-Darlehen abgeschlossen haben, oft unterm Strich schlechter gefahren.

Dies hat den einfachen Grund, dass die tatsächlichen Zinsen immer weiter abgesunken sind, auf Werte, die noch vor wenigen Jahren niemand für möglich gehalten hätte.

Zinsen kaum zu unterbieten

Die aktuelle Situation jedoch sieht anders aus: Die Zinsen haben ein Niedrigniveau erreicht, das kaum noch zu unterbieten ist. Zwar ist wohl für 2017 kein drastischer Anstieg in Sicht, aber die Wahrscheinlichkeit, dass das Zinsniveau in zwei oder drei Jahren höher liegt, ist hoch.

Ob ein Forward-Darlehen geeignet ist, sollten Kunden somit nach ihrem Sicherheitsbedürfnis und dem finanziellen Spielraum abwägen. Wer eine künftige Zinserhöhung nicht abfedern kann, sollte lieber auf Nummer sicher gehen. Marktexperten erwarten, dass die Nachfrage nach Forward-Darlehen zunehmen wird. (bk)

Foto: Shutterstock


Mehr Artikel zum Thema:

Blasengefahr: Diese Großstädte sind bedroht

Chancenreiche Immobilien-Nebenstandorte im Faktencheck

DVAG: “Immobilie als Altersvorsorge mit den höchsten Abschlusskosten”

Newsletter bestellen Alle News zu Objekten, Standorten und Finanzierungen... werktags 16.30 Uhr!

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 05/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Arbeitskraftabsicherung – Private Equity – Büroflächenmangel – Datenschutz

Rendite+ 1/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Marktreport Sachwertanlagen – Windkraft – Vermögensanlagen – Bitcoin & Co.

Ab dem 22. März im Handel.

Versicherungen

Universa baut Fondspalette aus und bringt neue Kfz-Versicherung

Die Universa Versicherungen, Nürnberg, stockt die Fondspalette auf und bietet jetzt fünf iShare-ETFs von Blackrock Asset Management an. Neben einem weltweiten und deutschen Aktienindex werden somit nun auch ETFs angeboten, die einen Aktienindex in Europa und in Schwellenländern sowie einen Index aus Unternehmensanleihen in der Eurozone nachbilden.

mehr ...

Immobilien

Deutsche wollen smarter wohnen

Das Smart Home gilt seit einigen Jahren als der Standard von morgen. Eine Deloitte-Studie zeigt: Das Interesse an diesen Anwendungen ist groß, der Datenschutz bleibt jedoch ein wichtiges Thema. Immerhin 13 Prozent der Haushalte verfügen bereits über einen intelligenten Lautsprecher. Bei der Art der bevorzugten Smart-Home-Lösungen gibt es zudem Unterschiede zwischen den Altersgruppen.

mehr ...

Investmentfonds

BaFin präzisiert Vorschriften der MiFID II

Die Finanzaufsicht BaFin hat die Neufassung ihres Rundschreibens “MaComp” veröffentlicht und präzisiert darin unter anderem die Grundsätze zur “Zielmarktbestimmung” und diverse weitere neue Vorschriften. Zwei Punkte allerdings fehlen noch.

mehr ...

Berater

Neue Kooperationspartner der BCA AG

Der Oberurseler Maklerpool BCA präsentiert mit der xbAV Beratungssoftware GmbH sowie Honorar Konzept GmbH zwei Unternehmen, die ihre Services den BCA-Partnern zur Verfügung stellen.

mehr ...

Sachwertanlagen

Umbau von Aktionärsstruktur und Aufsichtsrat abgeschlossen

Die Lloyd Fonds AG teilt mit, dass die im März angekündigten Änderungen in ihrer Aktionärsstruktur nun umgesetzt und die üblichen Vorbehalte aufgehoben wurden. Zudem wurde der Aufsichtsrat mehrheitlich neu besetzt.

mehr ...

Recht

Bürgschaften sind keine nachträglichen Anschaffungen

Wird ein Gesellschafter im Insolvenzverfahren als Bürge für Verbindlichkeiten der Gesellschaft in Anspruch genommen, so kann er dies nicht mehr als nachträgliche Anschaffungskosten werten und somit auch nicht mehr steuermindernd geltend machen. Dies entschied der Bundesfinanzhof (BFH) in einem aktuellen Urteil (Aktenzeichen: IX R 36/15). Gastbeitrag von Holger Witteler, Kanzlei Husemann, Eickhoff, Salmen & Partner

mehr ...