Anzeige
10. Oktober 2017, 10:14
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Lokale Nachfrage und Brexit treiben den Frankfurter Markt

Der Frankfurter Büromarkt hat mit einem Plus von 26 Prozent beim Büroflächenumsatz bis Ende des dritten Quartals 2017 den höchsten Zuwachs der Top-Standorte verbucht. Der bevorstehende Brexit intensiviere zudem den Wettstreit der Käufer von Büroimmobilien, so Savills.

Frankfurt-taunus-buro-buero-finanz-shutterstock 541573369 in Lokale Nachfrage und Brexit treiben den Frankfurter Markt

Obwohl sich die Anmietungen aufgrund des bevorstehenden Brexits noch in Grenzen halten, verbucht der Frankfurter Büromarkt einen deutlich gestiegenen Umsatz.

In der Bankenmetropole stehen die Zeichen weiterhin auf Wachstum. Der Büroflächenumsatz ist nach Angaben von Savills in den ersten drei Quartalen 2017 mit 427.800 Quadratmetern um 25,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen – das größte Wachstum unter den deutschen Top-Büromärkten.

„Für dieses positive Ergebnis zeichneten weniger Anmietungen in Folge des anstehenden Brexits verantwortlich, vielmehr wurden die Umsätze von der guten wirtschaftlichen Entwicklung sowie der stetig steigenden Nachfrage in zentralen und peripheren Lagen getrieben“, sagt Benjamin Remy, Director Office Agency und bei Savills verantwortlich für das Bürovermietungsgeschäft in Frankfurt.

Nachfrage übersteigt das Angebot

Remy geht davon aus, dass bis zum Jahresende das Zehn-Jahres-Hoch erreicht wird. Die aktuelle Nachfragepipeline und der weiter zunehmende Bedarf an großen, zusammenhängenden Flächen sprächen dafür. So würden allein sieben Großgesuche auf eine Fläche von 100.000 Quadratmetern kommen.

Die hohe Nachfrage stelle Frankfurt vor eine große Herausforderung: Aktuell ständen den Großgesuchen im CBD nur rund 38.000 Quadratmeter moderne Fläche ab 1.000 Quadratmetern gegenüber.

Der Angebotsengpass, der schon heute die Anmietung großer, moderner Büroräume erschwert, bleibe bestehen – trotz zukünftiger Neuentwicklungen.

Die insgesamt 184.400 Quadratmeter, die in den kommenden zwei Jahren auf den Markt kommen, werden den Nachfrageüberhang laut Savills nur anteilig stillen können. „Angesichts der aktuellen Lage brauchen wir aus Mietersicht mehr spekulative Entwicklungen“, sagt Niederlassungsleiter Jan Stadelmann. „Auch in den Back-Office Standorten gibt es viele Gesuche nach Neubauqualität, denen momentan kein Angebot gegenüber steht.“

Investmentmarkt: Brexit-Fantasien intensivieren Bieterwettstreit

Am Frankfurter Gewerbeinvestmentmarkt deutet laut Savills vieles auf ein außerordentlich umsatzstarkes Jahr hin. Innerhalb der ersten drei Quartale des laufenden Jahres sei ein Transaktionsvolumen von rund 3,0 Milliarden Euro erzielt worden – ein Zuwachs von drei Prozent gegenüber dem entsprechenden Zeitraum in 2016.

„Es deutet sich an, dass die Jahresendrallye so stark ausgeprägt sein wird wie selten zuvor“, berichtet Jürgen Schmid, Director und bei Savills verantwortlich für das Investmentgeschäft in Frankfurt. „Momentan befinden sich allein an Bürotürmen über 3,5 Milliarden Euro Handelsvolumen am Markt.“

Auf dem Investmentmarkt seien auch ohne konkrete Abschlüsse die Folgen des Brexit-Votums bereits jetzt spürbar. „Für die Kapitalanleger sind insbesondere die mit dem Brexit verknüpften positiven Entwicklungsimpulse wie die erhöhte Mieternachfrage bei steigenden Mieten attraktiv. Die Mainmetropole könnte zu den größten Profiteuren von Arbeitsplatzverlagerungen nach Kontinentaleuropa gehören“, so Stadelmann.

Bereits die Aussicht auf entsprechende Standortentscheidungen in der Finanzwirtschaft führe zu einer Intensivierung des Bieterwettstreits um Frankfurter Gewerbeimmobilien. Infolgedessen sei die Bürospitzenrendite um weitere 20 Basispunkte gefallen und liege nunmehr bei 3,1 Prozent. (bk)

Foto: Shutterstock

Newsletter bestellen Alle News zu Objekten, Standorten und Finanzierungen... werktags 16.30 Uhr!

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 05/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Arbeitskraftabsicherung – Private Equity – Büroflächenmangel – Datenschutz

Rendite+ 1/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Marktreport Sachwertanlagen – Windkraft – Vermögensanlagen – Bitcoin & Co.

Ab dem 22. März im Handel.

Versicherungen

BPK 2017: HanseMerkur legt deutlich zu

Die HanseMerkur Versicherungsgruppe hat auf ihrer diesjährigen Bilanzpressekonferenz die Unternehmenszahlen präsentiert. Vorstandsvorsitzender Eberhard Sautter zeigt sich angesichts eines schwierigen Jahres 2017 hochzufrieden mit den Ergebnissen.

mehr ...

Immobilien

Stärkster Preisanstieg bei Wohnimmobilien seit Mitte 2017

Die unstete Preisentwicklung der letzten Monate bei Wohnimmobilien setzte sich auch im März fort: Ausgerechnet die Preise für Neubauhäuser, die in den letzten zwölf Monaten immer angestiegen waren, gingen im März 2018 im Vergleich zum Vormonat um 0,22 Prozent zurück. Derweil stiegen die Preise für Bestandshäuser und Eigentumswohnungen mit jeweils über einem Prozent vergleichsweise deutlich.

mehr ...

Investmentfonds

Draghi lässt sich von gestiegenen Rohstoffpreisen nicht beeindrucken

Der zunehmende Inflationsdruck führt dazu, dass einige Marktteilnehmer befürchten, die Europäische Zentralbank könnte den Leitzins schneller als bisher erwartet anheben. Doch es gibt Gründe, die dafür sprechen, dass die Geldpolitik zunächst expansiv bleibt.  Gastbeitrag von Carsten Mumm, Donner & Reuschel 

mehr ...

Berater

Ex-Sparkassenchef muss doch nicht vor Gericht

Der ehemalige Sparkassenpräsident Georg Fahrenschon muss doch nicht vor Gericht. Der frühere bayerische Finanzminister soll per Strafbefehl zu 140 Tagessätzen wegen Steuerhinterziehung verurteilt werden, wie Oberstaatsanwältin Anne Leiding ankündigte. Darauf hätten sich die beteiligten Parteien in einem Rechtsgespräch geeinigt.

mehr ...

Sachwertanlagen

HSH-Abwicklungsbank sieht Schifffahrtskrise durchschritten

Die Abwicklungsgesellschaft der Länder Hamburg und Schleswig-Holstein für faule Schiffskredite der HSH Nordbank hat im Jahr 2017 einen Verlust von 44,4 Millionen Euro gemacht und damit das Minus deutlich reduziert.

mehr ...

Recht

Bürgschaften sind keine nachträglichen Anschaffungen

Wird ein Gesellschafter im Insolvenzverfahren als Bürge für Verbindlichkeiten der Gesellschaft in Anspruch genommen, so kann er dies nicht mehr als nachträgliche Anschaffungskosten werten und somit auch nicht mehr steuermindernd geltend machen. Dies entschied der Bundesfinanzhof (BFH) in einem aktuellen Urteil (Aktenzeichen: IX R 36/15). Gastbeitrag von Holger Witteler, Kanzlei Husemann, Eickhoff, Salmen & Partner

mehr ...