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24. August 2017, 13:08
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“Neue Warnzeichen für eine Zinswende”

Immobilienkäufer und Investoren fragen sich derzeit, wie lange die Phase der niedrigen Baufinanzierungszinsen noch anhält. Absolut verlässliche Prognosen kann momentan niemand geben. Bei genauer Betrachtung zeichnen sich jedoch klare Indikatoren ab. Gastkommentar von Theodor J. Tantzen, Prinz von Preussen Grundbesitz AG

Theodor-j-tantzen-prinz-von-preussen in Neue Warnzeichen für eine Zinswende

Theodor J. Tantzen, Prinz von Preussen Grundbesitz AG: “Fachleute rechnen derzeit mit langfristig höheren Finanzierungskosten.”

Wer über den Kauf einer Immobilie nachdenkt, wird unweigerlich mit einigen bangen Fragen konfrontiert: Wie hoch werden die Bauzinsen in naher Zukunft noch liegen? Wie lange wird es die derzeit so günstige Baufinanzierung geben? Hält das historische Zinstief noch weiter an oder ist die Talsohle allmählich durchschritten?

Absolut verlässliche Prognosen in punkto Niedrigzinsen für Investoren kann wohl derzeit niemand mit der erwünschten zuverlässigen Sicherheit geben, denn die Einflussfaktoren auf die aktuellen Bauzinsen hierzulande sind ausgesprochen vielfältig.

Doch bei genauer Betrachtung, zeichnen sich klare Trends und unverkennbare Indikatoren ab:

Zehnjährige Bauzinsen steigen wieder über 1,5 Prozent 

Seit Mitte Juli ist ein klares Signal auf dem deutschen Bauzinsmarkt zu erkennen. Die Bauzinsen für Immobiliendarlehen mit zehnjähriger Zinsbindung stiegen nach Angaben der Baufinanziers um 0,2 Prozent auf nunmehr über 1,5 Prozent. Ende Juli wurde sogar ein neues Jahreshoch verzeichnet. Die Talsohle scheint damit tatsächlich überschritten worden zu sein. Die Markterwartung: Fachleute rechnen derzeit mit langfristig höheren Finanzierungskosten. Kurz: Es wird höchste Zeit für den Erwerb einer Immobilie. Für diese Prognose sprechen einige Fakten.

Zinserhöhung in Amerika

Betrachten wir das ökonomische Umfeld, so stehen die Zeichen unverkennbar auf höhere Zinsen. Nach der ersten Zinserhöhung in Amerika zum Ende 2016, signalisiert unlängst die Europäische Zentralbank – wenn auch noch zaghaft – ebenfalls das Ende ihrer expansiven, laxen Geldpolitik.
Aussagen des EZB-Präsidenten Draghi zur zukünftigen EZB-Geldpolitik geben erste Hinweise, dass es in näherer Zukunft zu Änderungen des Leitzinses in Europa kommen wird. Stehen wir vor dem Ausstieg aus der extremen Niedrigzinspolitik? Jede Änderung am Leitzins wird sich natürlich auf die Bauzinsen auswirken. Für eine Zinsprognose sollte man daher das Verhalten der EZB genau beobachten. Sie bestimmt auch zukünftig in unregelmäßigen Abständen den europäischen Leitzins neu.

EZB wird reagieren

Viele Fachleute erwarten alsbald die Erhöhung des EZB-Leitzinses. Mit einer Veränderung des Leitzinses würde die Europäische Zentralbank Einfluss auf die Wirtschaft der Mitgliedsstaaten der Europäischen Union nehmen. Sieht man sich die Entwicklung der Bauzinsen an, lässt sich sehr deutlich erkennen, welche Auswirkungen die Änderungen am Leitzins auf die Bauzinsen wie auf alle anderen Finanzprodukte der Banken hierzulande hatten.

Die Entwicklung der Bauzinsen steht aber auch in engem Zusammenhang mit den Zinsen der Hypotheken-Pfandbriefe. Ob Bauzinsen sinken oder steigen, hängt auch immer mit von der Entwicklung der Pfandbrief-Zinsen ab, denn Banken refinanzieren das Geld, das sie an Kunden für Immobiliendarlehen geben, durch Pfandbriefe. Seit geraumer Zeit steigen sie.

Seite 2: Anstieg der Inflationsrate und geopolitische Spannungen

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