22. März 2018, 14:34
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Patrizia: Liquidität wird 2018 der entscheidende Immobilienindikator

Das Herunterfahren der Anleihekäufe durch die EZB wird auch die Investmentmärkte für Immobilien deutlich beeinflussen, so die Patrizia Immobilien AG in einem aktuellen Marktbericht. Da der Druck auf die Preise anhalten werde, sollten Investoren bei einer Anlageentscheidung wichtige Kriterien beachten.

Buro-buero-shutterstock 366713036 in Patrizia: Liquidität wird 2018 der entscheidende Immobilienindikator

Die niedrigen Zinsen haben die Investmentaktivitäten an den deutschen Immobilienmärkten in den vergangenen Jahren verstärkt.

Institutionelle Investoren sollten in den kommenden Quartalen bei der Auswahl von Indikatoren für die zukünftige Entwicklung von Gewerbeimmobilien besonders ein Auge auf die Liquidität haben. Das ist ein zentrales Ergebnis des diesjährigen europäischen Gewerbeimmobilienmarktberichts „Patrizia Insight 2018“.

Einfluss auf die Preisgestaltung

Das Tapering der Europäischen Zentralbank, also das allmähliche Herunterfahren der Anleihekäufe, werde einen maßgeblichen Einfluss auf die Liquiditätshöhe haben und somit auch die Preisgestaltung an den Immobilienmärkten in Europa beeinflussen. Dies gelte insbesondere für Nischenmärkte und weniger etablierte Teilsektoren, in denen in den letzten Jahren aufgrund der Suche nach Rendite starke Geldzuflüsse zu verzeichnen waren.

“Auch wenn zahlreiche Investoren sich verständlicherweise weiterhin auf die Zinsentwicklung und die Renditen fokussieren, gehen wir davon aus, dass die kommenden Quartale vor allem durch die Marktliquidität bestimmt sein werden. In Zeiten einer anhaltenden Niedrigzinsphase bleiben niedrige Renditen und eine anhaltende Renditekompression die Norm, sodass die Erzielung stabiler Netto-Cash-Flow-Renditen weiterhin das Gebot der Stunde ist”, sagt Dr. Marcus Cieleback, Group Head of Research bei der Patrizia Immobilien AG.

Dies auch vor dem Hintergrund, dass sich die Weltkonjunktur deutlich erholt habe und die kurzfristigen Aussichten so gut scheinen wie selten zuvor in den vergangenen Jahren.

“Angesichts der soliden wirtschaftlichen Fundamentaldaten erwarten wir keine drastischen Neubewertungen für gute und qualitativ hochwertige Immobilien. Die größte Herausforderung in Europa besteht inzwischen bei der Identifizierung und Auswahl attraktiver Produkte auf regionaler Ebene und in der Expertise, zukünftige Kapitalströme richtig zu antizipieren – und dies in einem Umfeld, in dem die Entwicklung von Anlagestrategien im Bereich Immobilien deutlich anspruchsvoller und breiter geworden ist”, so Cieleback. Wer diese Herausforderungen im Blick habe, sollte weiterhin erfolgreich an den Märkten agieren können.

Büroimmobilien: Weiter positive Aussichten

Im Segment Büroimmobilien sollte laut Patrizia angesichts der aktuellen Position im europäischen Büromarktzyklus, einer weiterhin soliden Nachfrage und der relativ niedrigen Fertigstellungsraten die Gesamtentwicklung in den kommenden zwei bis drei Jahren positiv bleiben.

Gleichzeitig bleibe es bei der Entwicklung einer europäischen Anlagestrategie von entscheidender Bedeutung, die Gründe für die sich verändernde Marktdynamik des Mietwachstums in Metropolregionen zu verstehen.

Umwälzungen im Einzelhandel

Digitalisierung und E-Commerce sorgen für Veränderungen im Einzelhandel, so der Marktbericht. Die Entwicklung der Spitzenmieten deute darauf hin, dass selbst Toplagen in Innenstädten von den aktuellen Umwälzungen nicht verschont bleiben und Investoren ihre Retail-Strategien an die neuen Rahmenbedingungen anpassen müssen, Patrizia.

Investoren sollten sich darüber im Klaren sein, dass Kompromisse bei Lage und Qualität von Einzelhandelsimmobilien nicht anzuraten seien.

Eine Kapitalallokation zu den in Aussicht gestellten Renditen wird laut Patrizia für zahlreiche institutionelle Akteure die größte Herausforderung bleiben. Es sei zu erwarten, dass der Druck auf Preise anhalten wird. Daher werde die Gesamtrendite in den kommenden fünf Jahren überwiegend von der Ertragskomponente getragen werden und im Vergleich zu den Vorjahren tendenziell zurückgehen. (bk)

Foto: Shutterstock

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