Deutsche sind mit Geldanlagen unzufrieden

Die niedrige Zinsen führen bei der Mehrheit der Bundesbürger zu Unzufriedenheit bei der Geldanlage, so eine Studie der Fondsgesellschaft Gothaer Asset Management (GOAM). Die Risikobereitschaft der Anleger ist demnach nach wie vor gering.

Annähernd zwei Drittel der Deutschen sind aktuell aufgrund niedriger Zinsen mit ihrer Geldanlage unzufrieden.

Fast zwei Drittel (63,6 Prozent) der Anleger sind angesichts der niedrigen Zinsen unzufrieden damit, wie sie ihr Geld angelegt haben. Nur 34 Prozent der Befragten geben demnach an, mit ihrer aktuellen Geldanlage zufrieden zu sein.

„Die niedrigen Zinsen machen es den Bundesbürgern schwer, ihr Geld gewinnbringend anzulegen“, kommentiert Christof Kessler, Vorstandssprecher der GOAM. „Aber es gibt immer noch Möglichkeiten, sein Geld in einem solch schwierigen Umfeld aussichtsreich anzulegen. Die Aufgabe der Finanzbranche muss es deshalb sein, den Menschen sinnvolle Anlagemöglichkeiten aufzuzeigen.“

Sicherheit ist wichtiger als Rendite

Auf die Frage, welches Ziel bei der Geldanlage am wichtigsten sei, nennen 57,8 Prozent der Bundesbürger möglichst hohe Sicherheit, so die Studie. Eine hohe Rendite spiele dagegen nur noch für 9,5 Prozent der Befragten eine wichtige Rolle. 2013 legten 60,3 Prozent Wert auf eine möglichst hohe Sicherheit, 11,4 Prozent auf eine möglichst hohe Rendite.

Die Risikobereitschaft der Deutschen bleibe äußerst gering, heißt es in der Studie. Auf die Frage, ob sie bereit seien, aufgrund der Erfahrungen der letzten Jahre bei der Geldanlage ein höheres Risiko einzugehen als früher, antworten 91,6 Prozent der Befragten mit Nein. Im Vorjahr waren es 93,4 Prozent.

Sparbuch und Festgeld sind beliebteste Anlagen

Trotz geringer Renditen bleibe das Sparbuch die beliebteste Geldanlage der Deutschen. 39,7 Prozent (Vorjahr: 42,4 Prozent) der Befragten geben laut der Studie an, dort ihr Geld anzulegen, 18,4 Prozent (Vorjahr: 24,7 Prozent) investieren in Festgeld. Lediglich 4,4 Prozent der Befragten (Vorjahr 4,8 Prozent) legen ihr Geld demnach in Dividendenpapieren an.

7,9 Prozent der Deutschen (Vorjahr 8,8 Prozent) nutzen laut der Studie Fonds als Geldanlage. Während 2013 mehr als 25 Prozent auf nur einen Fonds setzten, sind es 2014 demnach lediglich 20 Prozent. Dafür geben knapp zwei Drittel an, zwei bis fünf verschiedene Fonds im Portfolio zu haben. „Die Deutschen haben erkannt, dass es sich lohnt, Chancen und Risiken zu streuen. Das bestärkt uns in unserem konservativen Ansatz, der Renditechancen am Markt nutzt und die Volatilität gleichzeitig gering hält“, so Christof Kessler.

Furcht vor sinkendem Lebensstandard steigt

Zurückgegangen sei die Angst der Bundesbürger vor einer steigenden Inflation, heißt es in der Studie. Nach 47,3 Prozent im Vorjahr haben demnach inzwischen nur noch 43,9 Prozent der Befragten Angst vor einer Geldentwertung. Auch die Angst vor einem Auseinanderbrechen der Währungsunion sei deutlich gesunken: Nur noch zehn Prozent der Befragten (Vorjahr 18 Prozent) fürchten demnach ein Auseinanderbrechen der Währungsunion.

Gestiegen sei dagegen die Angst vor einem sinkenden Lebensstandard. Für 40,5 Prozent (Vorjahr: 34,5 Prozent) der Befragten ist dies der Studie zufolge ihre größte Befürchtung hinsichtlich ihrer Geldanlage. Zudem glauben 43,2 Prozent der Befragten (Vorjahr: 34 Prozent) glauben, dass es durch die Finanzkrise schwieriger geworden ist, die gesteckten Anlageziele zu erreichen.

Die repräsentative Studie zum Anlageverhalten der Deutschen, wurde bereits zum vierten Mal vom Nürnberger Marktforschungsunternehmen GfK im Auftrag der Gothaer Asset Management durchgeführt. (jb)

Foto: Shutterstock

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