Anzeige
10. Februar 2014, 09:00
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

“US-Notenbank fuhr die extremste Liquiditätspolitik aller Zeiten”

Viele Börsen haben das Jahr 2013 mit einem satten Plus absolviert. Wie es in 2014 weitergeht, war selten so schwierig vorherzusagen wie aktuell. Ein Gespräch über Perspektiven und Produkte mit Vermögensverwalter Dr. Jens Ehrhardt, Gründer und Chef der DJE Kapital AG in Pullach.

Konjunkturaufschwung

“Mit einer Billion US-Dollar Jahresrate fast doppelt so viel in einem Jahr, wie in der gesamten US-Wirtschaftsgeschichte bis 2007, wurde neues Geld ins System gepumpt, und das hat die Kurse hochgesetzt.”

Cash: Wie fällt Ihre Bilanz für das Jahr 2013 aus?

Ehrhardt: Das Fazit kann nur lauten, an der Börse kommt es oft anders als man denkt. Am Jahresanfang haben alle gesagt, Amerika wird aufgrund der Haushaltsproblematik schwierig, während den Schwellenländern, die bis dahin ganz gut gelaufen waren, weiter mehr zugetraut wurde.

Schlussendlich war Amerika die beste Börse, wenn man Japan unberücksichtigt lässt und die Schwellenländer, hochgepriesen von vielen Experten, konnten die Erwartungen nicht erfüllen. Ich hatte bereits am Jahresanfang gesagt, dass man im Bezug auf die USA nicht zu pessimistisch sein sollte.

Allgemein wurden nur zehn Prozent Kursgewinn in der Spitze vorausgesagt, sowohl für Amerika als auch für Deutschland. Am Ende sind es 24 Prozent beim Dax geworden und der Dow Jones konnte 26 Prozent zulegen, in Euro immerhin noch 22 Prozent.

Woher kam der Optimismus angesichts der schwierigen Gemengelage?

Wenn die Menschen sehen, dass die Wirtschaft nicht so gut läuft, und das war ja damals der Fall, läuft die Börse manchmal umso besser, weil das Geld nicht in die Wirtschaft, sondern dorthin fließt.

Am Jahresanfang war nicht erwartet worden, dass die Bremsmaßnahmen auf der Konsumseite im Konsumentenland Amerika, drei Viertel der Wirtschaft hängen dort vom Konsum ab, dass dies ohne weiteres durch den monetären Geldschwall überbrückt werden könnte. Das hat eigentlich kaum jemand so in diesem Ausmaß erwartet.

Darüber hinaus kamen weitere eigentlich belastende Faktoren hinzu wie die amerikanische Fast-Insolvenz, die Probleme bei der US-Schuldengrenze, die Zypern-Euro-Krise oder der Syrien-Konflikt. Trotzdem stieg der Dow Jones am meisten seit 1995.

Was sind die Ursachen für die Rallye?

Ich glaube, dahinter steht die uralte Weisheit, dass die Geldmenge eher die Kurse macht als die Gewinne. Denn die US-Gewinne pro Aktie sind in 2013 nur fünf Prozent geklettert, das Kurs-/Gewinnverhältnis ist aber von gut 15 auf ungefähr 19 gestiegen, wenn man die Gewinne der letzten zwölf Monate rechnet.

Im Grunde war Amerika fundamental, konjunkturell und gewinnmäßig eine große Enttäuschung. Aber die Börse lief so gut, weil so viel Geld wie noch nie gedruckt wurde. Mit einer Billion US-Dollar Jahresrate fast doppelt so viel in einem Jahr, wie in der gesamten US-Wirtschaftsgeschichte bis 2007, wurde neues Geld ins System gepumpt, und das hat die Kurse hochgesetzt.

Seite zwei: Konjunkturaufschwung steht auf sehr wackeligen Beinen

Weiter lesen: 1 2

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 10/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Multi-Asset – Kfz-Policen – Immobilieninvestments – Ruhestandsplanung

Ab dem 13. September im Handel.

Special Investmentfonds

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Nachhaltig anlegen: Mehr Rendite mit gutem Gewissen
Gewinne im Fokus: Die besten Dividenden-Fonds

Versicherungen

DISQ-Studie: Die besten Kfz-Versicherer – wer überzeugt

Für Autofahrer ist der 30. November ein wichtiges Datum. Viele Kfz-Versicherungen können  zu diesem Stichtag gekündigt werden. Wer einen Anbieterwechsel ins Auge fasst, sollte Preise, Leistungen und auch Service beachten. Welche Versicherer hier  Spitze sind, zeigt die Studie des Deutschen Instituts für Service-Qualität (DISQ) unter 29 Kfz-Versicherern.

mehr ...

Immobilien

Umzugsbereitschaft sinkt mit dem Alter

Die Bereitschaft, im Alter noch einmal in eine andere Wohnung umzuziehen, ist äußerst gering, so eine DIA-Studie. Lediglich eine schwere Erkrankung und eine damit einhergehende Einschränkung der Selbstständigkeit sei der einzige Grund, der eine Mehrheit dazu bewegen könnte, die bisherige Wohnung aufzugeben und eine passendere Unterkunft zu suchen.

mehr ...

Investmentfonds

Krisen sind gute Nachrichten für Goldanleger

Die Krise in der Türkei erinnert daran, wie fragil die Finanzmärkte sind. Das gilt nicht nur für hochverschuldete Schwellenländer wie die Türkei. Wenn die Notenbanken ihre expansive Geldpolitik wieder straffen, werden die Schwächen offensichtlicher. Warum der Goldpreis bald wieder steigt:

mehr ...

Berater

Deutsche Bank soll mehr gegen Geldwäsche unternehmen

Die Finanzaufsicht Bafin fordert von der Deutschen Bank mehr Anstrengungen im Kampf gegen Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung. Deutschlands größtes Geldhaus sei angewiesen worden, “angemessene interne Sicherungsmaßnahmen zu ergreifen und allgemeine Sorgfaltspflichten einzuhalten”, teilte die Bafin mit.

mehr ...

Sachwertanlagen

Am BaFin-Pranger: Totalausfall bei Döner-Darlehen

Die Noon Finance GmbH (vormals VertsKebap Finance GmbH) hat Insolvenz angemeldet. Sie hatte noch bis vor Kurzem deutsches Anlegergeld gesucht, um damit mittelbar Döner-Restaurants in den USA zu finanzieren. Das ging offenbar gründlich schief.

mehr ...

Recht

E-Auto: Wer zahlt bei Akkuschäden?

Die Zahl der Elektro- und Hybridfahrzeuge in Deutschland wächst langsam aber stetig. Eine der teuersten Komponenten im E-Auto ist der Akku, der schnell zwischen 8.000 und 10.000 Euro kosten kann, teilweise auch mehr. Doch wer zahlt, wenn der Akku kaputt geht?

mehr ...