Nachhaltige Geldanlage: Keine Kompromisse

Eigentlich finden viele Menschen eine Investition in nachhaltige Geldanlage-Produkte gut und sinnvoll – doch an der tatsächlichen Umsetzung hapert es. Das gilt auch für vermögensverwaltende Fonds, die ihre Anlagestrategie auf ökologische, soziale und/oder ethische Kriterien ausgelegt haben.

Anleger und Berater sollten vor allem darauf achten, dass die Nachhaltigkeits-Kriterien sehr klar und deutlich formuliert sind.

Laut einer Erhebung des Sustainable Business Institute (SBI) waren zuletzt nur rund 5,6 Milliarden Euro in den 69 registrierten, nachhaltig orientierten Mischfonds angelegt. Das ist zum Vergleich zu den rund 143 Milliarden Euro, die laut Branchenverband BVI in mehr als 1700 Mischfonds stecken, verschwindend gering.

Nischenmarkt nachhaltige Geldanlagen

Nachhaltige Geldanlagen sind nach wie vor nur ein Nischenmarkt“, sagt Gottfried Baer, Geschäftsführer der Finanzberatung Mehrwert. „Vor allem nachhaltige vermögensverwaltende Fonds sind oft zu unbekannt.“

Spreche man dagegen mit den Kunden über die Vorteile dieser Fonds, würden die Anleger den Wunsch äußern, auch das eigene Geld mit der Kombination „Sinn und Gewinn“ anzulegen, erzählt Baer aus seiner Beratungspraxis. Denn Nachhaltigkeit ist einer der Trends, die die Geldanlage dauerhaft verändern sollen.

Immer mehr Portfolios werden nachhaltig gemanagt, auch im Bereich der vermögensverwaltenden Fonds. Klaus-Dieter Erdmann, Gründer von MMD Multi Manager, ist vom langfristigen Erfolg der Fondskategorie überzeugt. Er hat eine Datenbank für VV-Fonds aufgebaut, in der kontinuierlich mehr als 1500 vermögensverwaltende Fonds ausgewertet werden.

„Vermögensverwaltende Fonds sind die sinnvollste Anlageform für den Anleger überhaupt“, so der Experte. Denn selber das Vermögen managen, könnten nur die Wenigsten.

Keine Renditekürzung

„Wir haben festgestellt, dass nachhaltige VV-Fonds mit den klassischen Produkten gut mithalten können“, sagt Erdmann. „Das bedeutet: Nachhaltigkeit kostet keine Performance.“ Es sei aber wichtig, nicht nur auf die Wertentwicklung zu schauen.

„Vermögensverwaltung ist eigentlich in erster Linie Kapitalerhalt, deshalb ist auch das Risikomanagement entscheidend“, sagt Erdmann. Und das gelingt den meisten Fonds recht gut. MMD untersucht genau, wie die Fondsmanager vorgehen und was sie leisten.

Nachhaltige Aspekte für die Altersvorsorge

Das betrifft nicht nur die Titelselektion, sondern auch das taktische Asset Management und damit auch das Risikomanagement. „Viele der von uns untersuchten nachhaltigen Fonds gehören sogar zu den besseren“, sagt Erdmann. Denn nachhaltige vermögensverwaltende Fonds würden oft bei Stiftungen eingesetzt und die verlangen eine eher konservative Anlagestrategie und ein gutes Chance-Risiko-Verhältnis.

Trotz der Vorteile ist die Nachfrage nach den Fonds aber noch verhalten, berichtet Erdmann. „Ich sehe aber Rückenwind wegen der zunehmenden Abkehr der Investoren von kurzfristig ertragsorientierten Produkten.“

Vor allem für die Altersvorsorge sei es sinnvoll, nachhaltige Aspekte mit einzubeziehen, ist der MMD-Gründer überzeugt. Für den Versicherer Condor hat MMD Multi Manager ein neues Strategieportfolio mit nachhaltigen Fonds zusammengestellt.

Seite zwei: Auswahlkriterien das A und O

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