„Aktieninvestments bei der Altersvorsorge berücksichtigen“

Für Berater, die auch Sachwertanlagen verkaufen, kommt durch die neuen EU-Regularien und die Umsetzung ins deutsche Recht nochmals eine weitere Belastung hinzu. Inwieweit ist auch Hauck & Aufhäuser selbst von einer zunehmenden Regulierung betroffen?

In der Tat mussten auch wir einiges umstellen, um die neuen Vorgaben auf europäischer und nationaler Ebene optimal umsetzen zu können. Die neue EU-Richtlinie Alternative Investment Fund Managers Directive (AIFMD) und deren Adaption ins deutsche Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB) schreibt unter anderem vor, dass bestimmte Finanzmarkteilnehmer eine Verwahrstelle benötigen. Dies betrifft in erster Linie geschlossene Fonds. Dort sehen wir einen Wachstumsmarkt.

Um diesem Thema optimal begegnen zu können, haben wir dazu erst jüngst mit Ludger Wibbeke einen Rechtsexperten als Leiter Real Assets an Bord geholt. Das Team wird gerade sukzessive weiter ausgebaut. Aber auch bereits die gesamten Regelungen aus den Vorjahren, beispielsweise zum grenzüberschreitenden Vertrieb von Fonds, haben uns dazu bewogen, unsere Ausrichtung zu erweitern.

Damit begreifen wir eben nicht nur unsere traditionellen Partner, die unabhängigen Vermögensverwalter, sondern auch institutionelle Asset Manager als unsere Kunden.

Was werden Endanleger von den neuen Regeln spüren?

In erster Konsequenz wird der Endanleger wohl noch keine tiefen Einschnitte spüren. Im Bereich der Publikumsfonds wird er die Regulierung vorerst kaum bemerken, bei geschlossenen Fonds wahrscheinlich mit Verzögerung. Dabei ist der Mehraufwand bei vielen Fondsgesellschaften immens.

Neu ist etwa, dass im Geschlossenen-Fonds-Bereich künftig eine Kapitalverwaltungsgesellschaft (KVG) und eine Verwahrstelle benötigt wird. Dies ist unter dem Aspekt des Anlegerschutzes zu begrüßen. Die Mehrkosten dieser zusätzlichen Administration werden aber sicherlich zumindest teilweise auf den Endanleger umgelegt.

Welche Investmentideen sind in den letzten Monaten bei Ihnen besonders nachgefragt worden?

Das lässt sich in drei Kategorien einteilen. Wir haben einmal neue Anlagefelder, die vermehrt in den Blickpunkt der Anleger rücken. Zu nennen ist hier beispielsweise der Cross-over-Bereich im Anleihen-Segment.

Seite drei: Gründe für niedrige Aktienquote der Deutschen

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