Anzeige
27. Juni 2018, 11:40
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Auf den Technologieindex zu setzen reicht nicht

Wer in Technologie investieren will, sollte nicht auf den Index setzen. Dabei sei die Gefahr zu groß, die Gewinner zu verpassen. Dieser Meinung ist Mark Hawtin von Gam Investments. Worauf Anleger stattdessen achten sollten und warum mehr Datenschutz-Regulierung Unternehmen wie Facebook hilft:

Shutterstock 184631831 in Auf den Technologieindex zu setzen reicht nicht

Das Smartphone ist für viele ein nicht mehr wegzudenkender Begleiter im Alltag und damit zum Symbol für die Digitalisierung geworden.

Will man die Gewinner von morgen identifizieren, reiche es nicht mehr aus, sich auf klassische Technologieindizes zu beschränken – so sei beispielsweise Amazon, einer der größten Gewinner im Technologiesektor, als Einzelhandelsunternehmen klassifiziert.

Mark Hawtin, Investment Director bei Gam Investments, lässt sich bei der Identifikation der Themen und Gewinner nicht von der vorherrschenden Definition des Sektors leiten. Im Technologiesektor gebe es wichtige disruptive Themen, die bedeutender würden. “Um vielversprechende Unternehmen zu finden, gilt es vor allem, die disruptiven Trends im Auge zu behalten – sowohl aus Unternehmens- als auch aus Konsumentensicht”, so Hawtin.

Netzwerkeffekt

Beispiele dafür seien der Trend weg von der lokalen Speicherung digitaler Daten hin zu Cloud-Lösungen oder Möglichkeiten digitaler Werbung gegenüber herkömmlicher TV- oder Printwerbung. Habe man einen Trend aufgespürt, komme es darauf an, jene Unternehmen zu finden, die davon am meisten profitieren könnten.

“Herausragende Innovationen und Produkte bestimmen zwar den Erfolg eines Unternehmens mit, allerdings ist der Netzwerkeffekt nicht außer Acht zu lassen: Diejenigen, die am meisten vom Netzwerkeffekt profitieren, streichen den Löwenanteil des Gewinns ein, wenn nicht sogar alles”, sagt Hawtin.

“Der Gewinn aus dem Mobile Advertising fließt fast zu 100 Prozent an Facebook. Hier bestimmt der Netzwerkeffekt nicht nur den Gewinner. Er kann auch die Wachstumsposition eines Unternehmens nachhaltig besiegeln.”

Auch die Vernetzung werde künftig den technologischen Wandel vorantreiben. “Jeder kann sich als Nutzer oder Anbieter von Dienstleistungen über digitale Plattformen vernetzen. Dadurch entstehen völlig neue Ökosysteme wie Uber, Airbnb, Alibaba oder Facebook”, sagt Hawtin. So verändere sich auch das Konsumverhalten: Musik hören mit Spotify, Filme sehen mit Netflix oder Daten speichern mit Dropbox gehörten längst zum Alltag.

Big Data und Regulierung

Aktuell sieht Hatwin Chancen bei Speicherlösungen. Der Bedarf an Massenspeichern nehme jährlich um 35 Prozent zu. “Die Speicheranforderungen durch Big Data, künstliche Intelligenz und Netzwerke steigen.”

Einige der größten Disruptoren seien Akteure im Bereich Big Data oder Unternehmen, die neue Möglichkeiten finden, ihren Nutzern Dienstleistungen zu bieten und gleichzeitig auf deren sensible Daten zuzugreifen. Datenskandale, wie etwa der um Facebook und Cambridge Analytica würden sich allerdings nur bedingt in den Zahlen dieser Technologieunternehmen widerspiegeln, glaubt Hawtin – auch wenn die Regulierung strenger werde.

“Fakt ist, dass Werbeagenturen auf kein vergleichbares Unternehmen zurückgreifen können und die Nutzer unter den sozialen Netzwerken ebenfalls nur wenig Alternativen haben. Wenn überhaupt, so werden strengere Kontrollen und Auflagen den Wettbewerbsvorteil der großen Akteure, die sich zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen leisten können, ausweiten”, so Hawtin.

Foto: Shutterstock

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 01/2019

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Fonds Finanz – Robotik – Moderne Klassik – Finanzanalyse

Ab dem 18. Dezember im Handel.

Cash. 12/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Goldfonds – Rock’n’Roll – Fondspolicen – Nachrangdarlehen

Versicherungen

DVAG: Richtig versichert Skifahren

Pulverschnee, Sonnenschein und ordentlich Geschwindigkeit – Skifahren ist beliebt. Der Spaßfaktor ist hoch, die Verletzungsgefahr leider auch. Die DVAG klärt auf, welche Versicherungen wichtig sind und gibt Tipps zum sicheren Skifahren.

mehr ...

Immobilien

Dr. Klein: Boom im Osten, Rekorde im Norden

Ob nun Hamburg, Hannover, Berlin oder Dresden – im Norden und Osten der Bundesrepublik steigen die Immobilienpreise in allen Metropolregionen an. Trotzdem gibt es deutliche Preisunterschiede.

mehr ...

Investmentfonds

Davos: Kritik am Weltwirtschaftsforum

Heute beginnt das 49. Weltwirtschaftsforum in Davos unter der Überschrift: “Globalisierung 4.0: Auf der Suche nach einer globalen Architektur im Zeitalter der Vierten Industriellen Revolution”. Kritik gibt es nicht nur an Besuchern wie dem brasilianischen Präsidenten Bolsonaro, sondern auch am Motto.

mehr ...

Berater

Rechtsstreit mit dem Versicherer: Gefährliche Vakanzphase

Eine gerichtliche Auseinandersetzung mit dem privaten Krankenversicherer ist für den Versicherten nicht ohne Risiko. Für die Dauer des Prozesses ist sein Versicherungsschutz unter Umständen nicht mehr gewährleistet. Gastbeitrag von Rechtsanwalt Christof Bernhardt

mehr ...

Sachwertanlagen

Ernst Russ AG verliert beide Vorstände auf einen Schlag

Sowohl der Vorstandssprecher Jens Mahnke als auch Vorstandsmitglied Ingo Kuhlmann werden im Juni beziehungsweise Ende März aus der Ernst Russ AG (ehemals HCI Capital) ausscheiden. Ein bisheriges Aufsichtratsmitglied springt ein.

mehr ...

Recht

Pflegeunterhalt: Wenn Kinder für ihre Eltern haften

Die Deutschen werden immer älter. Damit wächst auch die Zahl der pflegebedürftigen Menschen in Alten- und Pflegeheimen. Die Kosten hierfür sind hoch. Vielfach benötigen Eltern in diesem Fall die finanzielle Hilfe ihrer Kinder. Für diesen Fall gibt es genaue Regeln, wie eine Übersicht des Arag-Rechtsschutzes zeigt.

 

mehr ...