USA, China und Europa: So setzt sich 2018 fort

Holen sich die USA unter Präsident Trump ihre wirtschaftliche und politische Vormachtstellung zurück? Das stärkere US-Wachstum und die abnehmende Dynamik in Europa deuten zumindest daraufhin. Was bedeutet das für China und Europa?

Dr. Mathilde Lemoine, Group Chief Economist bei Edmond de Rothschild
Mathilde Lemoine: „Zudem könnte die von uns erwartete Verlangsamung des Wirtschaftswachstums den Reduktionsprozess der durchschnittlichen Staatsverschuldung im Euroraum unterbrechen.“

Donald Trumps Plan, die Wirtschaft der USA zu beschleunigen, könnte aufgehen. Edmond de Rothschild ist davon überzeugt, dass die amerikanische Steuerreform und das Auseinanderdriften der weltweiten Wachstumsraten die Zinsschwankungen und die Instabilität der Finanzmärkte verstärken werden.

Deutschland wächst weiter

In diesem Fall würde die deutsche Konjunktur weiterhin vom Wachstum der deutschen Produktivkräfte und Exporte gestützt. Der stärkere Arbeitsmarkt würde zu einem moderaten Anstieg der realen Kaufkraft führen.

Die Dynamik der Produktivinvestitionen würde sich nach einem Zyklus des Kapazitätsausbaus abschwächen. Deutschland würde seine wirtschaftliche und institutionelle Führungsrolle im Euroraum beibehalten, könnte jedoch einer Stabilisierungsphase seiner Wirtschaft bis 2018 nicht entgehen, wobei für 2018 mit einem Wachstum von zwei Prozent gerechnet werde.

Steuerrefom in den USA

In den USA dominiert die Steuerreform die Entwicklung. An ihr sei nicht nur das Volumen der Entlastungen beachtlich, sie verändere das amerikanische Steuersystem grundlegend. Ziel sei es, amerikanische Unternehmen zu mehr Investitionen in den Produktionssektor zu bewegen, während gleichzeitig die Kreditkosten steigen.

Die Steuersenkungen könnten sich nach Berechnungen auf netto 111 Milliarden Dollar belaufen und so die Investitionsbereitschaft von Unternehmen fördern. Die amerikanischen Haushalte könnten 17 Milliarden US-Dollar netto sparen.

Die USA können laut Rothschild 2018 drei Prozent wachsen, ohne einen zu hohen Inflationsdruck auszulösen. Das liege daran, dass sich die Nachfrage der privaten Haushalte nicht dynamischer entwickle und es weiterhin einen Überschuss an Arbeitskräften gebe.

Spannungen zwischen USA und China

Nach Ansicht von Edmond de Rothschild seien die angedrohten Zölle, die die USA gegenüber China erheben will, kein Auftakt eines Handelskriegs sondern „Trümpfe im Verhandlungspoker“. Die USA wolle ihre Exporte steigen, um das Handelsdefizit zu verringern, sie wolle die Rechte an geistigem Eigentum schützen und auch ohne chinesischen Partner Geschäfte in China machen.

Seite zwei: Lage in Europa

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