Anzeige
18. Mai 2018, 14:30
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Einigung auf Regierungsprogramm in Italien belastet die Finanzmärkte

Sorgen vor einer populistischen, eurofeindlichen Regierung in Italien haben am Freitag die Finanzmärkte belastet. Auslöser ist die finale Einigung der Fünf-Sterne-Bewegung und der Lega auf ein Regierungsprogramm.

Einigung auf Regierungsprogramm in Italien belastet die Finanzmärkte

Die Kurse italienischer Staatsanleihen gaben am Freitag merklich nach. Die Rendite zehnjähriger Papiere stieg im Gegenzug um sieben Basispunkte.

In dem Programm werden Steuersenkungen und Ausgabenerhöhungen gefordert, die kaum mit den Verpflichtungen in der Eurozone zu vereinbaren sein dürften. Darunter litten insbesondere italienische Staatsanleihen und Bankaktien.

Auch die Abschaffung der Rentenreform steht im Programm. Wenigstens die Forderung nach einem Schuldenerlass durch die Europäische Zentralbank (EZB) taucht in dem Papier nicht mehr auf. Diese Forderung hatte bereits am Mittwoch für Turbulenzen an den Märkten gesorgt.

Eine solche neue Regierung wäre nach Einschätzung von Stefan Mütze von der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) sowohl für Italien als auch für Europa kein gutes Omen.

Probleme könnten sich verschärfen

“An eine Reformpolitik, die das Land voranbringen würde und wie sie Emmanuel Macron in Frankreich gerade umsetzt, wäre mit einer solchen Regierung nicht zu denken”, schreibt Mütze.

“Stattdessen sollen teure Wahlversprechen realisiert werden, obwohl die Staatsverschuldung bereits bei knapp 132 Prozent des Bruttoinlandsprodukts liegt.” Italien sei ein Land mit großen strukturellen Problemen, die sich jetzt noch verschärfen dürften.

Die Kurse italienischer Staatsanleihen gaben am Freitag merklich nach. Die Rendite zehnjähriger Papiere stieg im Gegenzug um sieben Basispunkte auf 2,179 Prozent. Zeitweise hatte sie mit 2,21 Prozent den höchsten Stand seit zehn Monaten erreicht.

Italienischer Aktienmarkt sackt ab

Merklich gestiegen sind auch die Risikozuschläge für portugiesische und spanische Anleihen. Gefragt waren dagegen die als sicher geltenden deutschen Anleihen.

Zudem zeigte sich der italienische Aktienmarkt besonders schwach in Europa. Der FTSE MIB sackte am frühen Nachmittag um 0,94 Prozent auf 23.576,68 Punkte ab.

Vor allem Bankenwerte wurden abgestoßen: Bper Bank, Ubi Banca und auch Banco Bpm büßten jeweils etwas mehr als fünf Prozent ein. Die Papiere der Unicredit verloren 2,6 Prozent, während sich die der Krisenbank Monte dei Paschi mit minus 0,4 Prozent recht gut hielten.

Auch Eurokurs fällt

Sie hatten allerdings am Vortag bereits neun Prozent eingebüßt, nachdem Claudio Borghi, von der rechtspopulistischen Lega einen radikalen Kurswechsel für das Geldhaus gefordert hatte. Die Geschäftsführung der Bank sollte gefeuert und die Pläne zur Privatisierung verworfen werden, hatte er gesagt.

Am Devisenmarkt schwächelte zudem auch der Eurokurs. Er fiel wieder unter die Marke von 1,18 US-Dollar und wurde zuletzt mit 1,1784 Dollar notiert.

Das Thema Italien dürfte auch in den kommenden Tagen für Bewegung sorgen. Schließlich sei die Frage, wer Premierminister werden soll, noch offen. Zudem sollen die Mitglieder der beiden Parteien über das Programm abstimmen. (dpa-AFX)

Foto: Shutterstock

 

Mehr Beiträge zum Thema Italien:

Italien am Scheideweg

Schwere Zeiten für Italiens Baubranche

Italo-Anleihen sind erst auf den zweiten blick attraktiv

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 09/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

PKV – Nachhaltige Geldanlage – Wohnen auf Zeit – Hitliste der Maklerpools

Ab dem 16. August im Handel.

Special Investmentfonds

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Nachhaltig anlegen: Mehr Rendite mit gutem Gewissen
Gewinne im Fokus: Die besten Dividenden-Fonds

Versicherungen

Assekuranz 4.0: Wie der Sprung in die Zukunft gelingt

In zehn bis fünfzehn Jahren wird die Branche kaum wiederzuerkennen sein. Welche Änderungen und Herausforderungen auf die einzelnen Geschäftsbereiche jetzt zukommen.

Gastbeitrag von Dr. Holger Rommel, Adcubum AG und Vincent Wolff-Marting, Versicherungsforen Leipzig

mehr ...

Immobilien

Bauboom schließt Lücken auf dem Wohnungsmarkt nicht

Auf dem Bau in Deutschland herrscht Hochkonjunktur – trotzdem mangelt es an bezahlbarem Wohnraum in Ballungsräumen. Die aktuelle Entwicklung reicht nicht aus, um den Bedarf zu decken, konstatieren die Immobilienverbände und mahnen weitere Maßnahmen an.

mehr ...

Investmentfonds

Türkei-Krise: Nach 2008 haben sich Anleger viel Hornhaut zugelegt

Die Währung ist der Aktienkurs eines Landes. Angesichts des aktuellen dramatischen Verfalls der türkischen Lira haben wir es also mit einem “Mega-Aktiencrash” zu tun. Dabei war das Land früher ein wahrer Outperformer, ein Aktienstar. In seiner Amtszeit als Ministerpräsident ab 2002 hat ein gewisser Herr Erdogan eine marode türkische Volkswirtschaft mit harten Wirtschaftsreformen in eine blühende Landschaft verwandelt. Doch dann wiederholten sich die typischen Fehler von Schwellenländern. Die Halver-Kolumne

mehr ...

Berater

Neue Bestmarke von Fonds Finanz

Der Münchner Maklerpool Fonds Finanz meldet einen positiven Verlauf für das Geschäftsjahr 2017 mit erneut gestiegenem Umsatz.

mehr ...

Sachwertanlagen

Zweitmarkt-Börse forciert ihre Erstmarkt-Aktivität

Die Fondsbörse Deutschland Beteiligungsmakler AG hat ihre Website Erstmarkt.de einem Relaunch unterzogen und unternimmt einen Neustart mit zunächst fünf Fonds. Zielsetzung ist der Online-Vertrieb neuer Publikums-AIFs.

mehr ...

Recht

Umsatzsteuerkartell aufgeflogen – Betrug im größten Stil

Jahrelang wurde ermittelt. Nun wird ein Riesenerfolg im Kampf gegen Steuerhinterziehung vermeldet. Die Betrüger hatten es auf einen begehrten Rohstoff abgesehen. Der Schaden könnte mehrere 100 Millionen Euro betragen.

mehr ...