Nouriel Roubini warnt vor globalem Handelskrieg

Der Handelskrieg kommt genau zur falschen Zeit, auch wenn die Wirtschaft der USA anscheinend stabil ist. Er wird zu einem Abschwung führen, den sich die USA nicht leisten kann, ist US-Ökonom Nouriel Roubini überzeugt. Zudem steigt das Risiko, dass der Streit eskaliert und zum weltweiten Protektionismus führt.

May 3, 2017 - Beverly Hills, California, U.S - Nouriel Roubini, Chairman, Roubini Macro Associates LLC; Professor of Economics, Stern School of Business, New York University during the 2017 Milken Institute Global Conference held Wednesday May 3, 2017 at the Beverly Hilton Hotel in Beverly Hills, California |
Nouriel Roubini, Wirtschaftsprofessor an der Stern School of Business, New York: „Ein Handelskrieg wird durch die Auswirkungen auf die Handelsbilanz, das Vertrauen und den Finanzsektor zu einem Konjunkturabschwung führen, den wir nicht wollen, nicht brauchen und uns auch nicht leisten können.“

„Warum sollte man China genau jetzt angreifen, zu einer Zeit, in der die Welt fragiler ist, die Fed die Zinsen anzieht und der US-Dollar aufwertet? […] Ein Handelskrieg wird durch seine Auswirkungen auf die Handelsbilanz, das Vertrauen und den Finanzsektor zu einem Konjunkturabschwung führen, den wir nicht wollen, nicht brauchen und uns auch nicht leisten können“, sagte US-Ökonom Nouriel Roubini in einem Interview mit dem Sender CNBC schon Ende Juni.

Seit Freitag haben die USA Zölle auf 284 Produkte aus China eingeführt, das betrifft ein Volumen von 34 Milliarden US-Dollar. Betroffen sind vor allem Produkte, die China als zukunftsfähig einstuft. Schon nächste Woche könnten mehr Produkte auf die Liste kommen. Die Volksrepublik kündigte an, ebenfalls Zölle im gleichen Volumen einzuführen.

Die USA starten den Handelskrieg laut Roubini, in einer Phase, in der die Arbeitsmarktzahlen sehr gut aussehen, die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) den Finanzmärkten aber Liquidität entzieht und den US-Dollar dadurch stärkt.

USA ist für Defizit selbst verantwortlich

Noch profitiere die US-Wirtschaft von den Stimuli der vergangenen Jahren, nächstes Jahr würde diese Wirkung aber auslaufen und die Wirtschaft werde sich abschwächen, warnt Roubini.

Für die negative Handelsbilanz mache US-Präsident Donald Trump die Handelspartner der USA verantwortlich, während der wahre Grund die Wirtschaftspolitik der USA sei. Schuld seien die massiven Fiskalausgaben während des wirtschaftlichen Aufschwungs und steigende Zinsen. Ein starker Dollar vergrößere die Ungleichgewichte zwischen den Handelsbilanzen noch.

Handelsbarrieren sind also die falsche Antwort, doch würden die größeren Unterschiede zwischen den Bilanzen Protektionisten noch stärken, die Zölle anheben wollen. „Das Risiko ist, dass wir in einem  Handelskrieg zwischen den USA und dem Rest der Welt enden“, warnt Roubini.(kl)

Foto: picture alliance

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