9. Juli 2018, 06:43
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Nouriel Roubini warnt vor globalem Handelskrieg

Der Handelskrieg kommt genau zur falschen Zeit, auch wenn die Wirtschaft der USA anscheinend stabil ist. Er wird zu einem Abschwung führen, den sich die USA nicht leisten kann, ist US-Ökonom Nouriel Roubini überzeugt. Zudem steigt das Risiko, dass der Streit eskaliert und zum weltweiten Protektionismus führt.

Nouriel-roubini-ap-90361910 in Nouriel Roubini warnt vor globalem Handelskrieg

Nouriel Roubini, Wirtschaftsprofessor an der Stern School of Business, New York: “Ein Handelskrieg wird durch die Auswirkungen auf die Handelsbilanz, das Vertrauen und den Finanzsektor zu einem Konjunkturabschwung führen, den wir nicht wollen, nicht brauchen und uns auch nicht leisten können.”

“Warum sollte man China genau jetzt angreifen, zu einer Zeit, in der die Welt fragiler ist, die Fed die Zinsen anzieht und der US-Dollar aufwertet? […] Ein Handelskrieg wird durch seine Auswirkungen auf die Handelsbilanz, das Vertrauen und den Finanzsektor zu einem Konjunkturabschwung führen, den wir nicht wollen, nicht brauchen und uns auch nicht leisten können”, sagte US-Ökonom Nouriel Roubini in einem Interview mit dem Sender CNBC schon Ende Juni.

Seit Freitag haben die USA Zölle auf 284 Produkte aus China eingeführt, das betrifft ein Volumen von 34 Milliarden US-Dollar. Betroffen sind vor allem Produkte, die China als zukunftsfähig einstuft. Schon nächste Woche könnten mehr Produkte auf die Liste kommen. Die Volksrepublik kündigte an, ebenfalls Zölle im gleichen Volumen einzuführen.

Die USA starten den Handelskrieg laut Roubini, in einer Phase, in der die Arbeitsmarktzahlen sehr gut aussehen, die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) den Finanzmärkten aber Liquidität entzieht und den US-Dollar dadurch stärkt.

USA ist für Defizit selbst verantwortlich

Noch profitiere die US-Wirtschaft von den Stimuli der vergangenen Jahren, nächstes Jahr würde diese Wirkung aber auslaufen und die Wirtschaft werde sich abschwächen, warnt Roubini.

Für die negative Handelsbilanz mache US-Präsident Donald Trump die Handelspartner der USA verantwortlich, während der wahre Grund die Wirtschaftspolitik der USA sei. Schuld seien die massiven Fiskalausgaben während des wirtschaftlichen Aufschwungs und steigende Zinsen. Ein starker Dollar vergrößere die Ungleichgewichte zwischen den Handelsbilanzen noch.

Handelsbarrieren sind also die falsche Antwort, doch würden die größeren Unterschiede zwischen den Bilanzen Protektionisten noch stärken, die Zölle anheben wollen. “Das Risiko ist, dass wir in einem  Handelskrieg zwischen den USA und dem Rest der Welt enden”, warnt Roubini.(kl)

Foto: picture alliance

Weitere Beiträge zum Thema Handelsstreit:

USA, China und Europa: So setzt sich 2018 fort

Trumps verzerrte Wahrnehmung

EU reagiert mit Gegenzöllen

 

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 02/2019

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Arbeitskraftabsicherung – Denkmalobjekte – Betriebsrente – Digital Day 2019

Ab dem 24. Januar im Handel.

Cash. 01/2019

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Fonds Finanz – Robotik – Moderne Klassik – Finanzanalyse

Versicherungen

Trotz 2. Liga: Die Nürnberger bleibt der Sponsor des 1. FC Nürnberg

Auch wenn es sportlich derzeit beim 1. FC Nürnberg definitiv nicht rund läuft. Die Nürnberger Versicherung bleibt dem noch Mitglied der 1. Bundesliga auch künftig treu und verlängert sein Engagement als Haupt- und Trikotsponsor um weitere drei Jahre.

mehr ...

Immobilien

Baufinanzierung: Brexit-Chaos hält die Zinsen niedrig

Eigentlich sollte Großbritannien am 29. März aus der EU austreten. Nun wird eine Fristverlängerung angestrebt, doch auch der an den Finanzmärkten gefürchtete harte Brexit ist noch möglich. Wie sich all das auf die Bauzinsen auswirkt, erklärt Michael Neumann von Dr. Klein.

mehr ...

Investmentfonds

Weltwassertag: Ohne Wasser ist alles nichts

Heute ist Weltwassertag – Bestandteil der Wasserdekade der Vereinten Nationen, die für den Zeitraum von März 2018 bis März 2028 ausgerufen wurde. Ein Kommentar von Nedim Kaplan, Ökoworld Lux S.A.

mehr ...

Berater

Deutsche Bank: Millionenabfindung für Ex-Chef Cryan

Der nicht einmal drei Jahre an der Spitze der Deutsche Bank stehende Brite John Cryan hat für seinen unfreiwilligen Abschied viel Geld bekommen. Die Abfindung beläuft sich auf knapp 8,7 Millionen Euro, wie aus dem am Freitag veröffentlichten Geschäftsbericht der Deutschen Bank hervorgeht.

mehr ...

Sachwertanlagen

Die Top 5 der Woche: Sachwertanlagen

Welche Sachwert-Themen die Leser von Cash.Online in der Woche vom 18. März am meisten interessierten, sehen Sie in unserem wöchentlichen Ranking:

mehr ...

Recht

Widerrufs-Joker: Gericht weist Musterklage ab

Die bundesweit erste Musterfeststellungsklage von Verbrauchern gegen ein Unternehmen scheitert vor Gericht an einer formalen Hürde. In Deutschland gibt es die Musterklage erst seit vergangenem November.

mehr ...