Anzeige
22. Februar 2018, 10:09
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Wertschaffung Europäischer Banken gesunken

Die Gewinne der Geldhäuser haben sich zum ersten Mal seit fünf Jahren weltweit verringert. Das geht aus den Ergebnissen einer aktuellen Studie der Unternehmensberatung Boston Consulting Group (BCG) hervor.

Wertschaffung Europäischer Banken gesunken

Die europäischen Banken haben derzeit mit schwachen Renditen und dem Abbau notleidender Kredite zu kämpfen.

“Die Wertschaffung sank von 143 Milliarden Euro im Betrachtungszeitraum 2015 auf 107 Milliarden Euro im Jahr 2016”, heißt es in der Studie. Besonders europäische Banken schneiden dabei schlechter ab und bleiben in der Verlustzone.

“Nicht nur die anhaltend niedrigen Zinsen, auch die hohen operativen Kosten und Risikokosten machen es den europäischen Banken schwer, Gewinne zu erwirtschaften”, so Michael Widowitz, Experte für Risk Management bei BCG in einer Pressemitteilung vom Donnerstag.

Für die Studie wurden 350 Retail-, Geschäfts- und Investmentbanken für den Zeitraum der Geschäftsjahre 2012 bis 2016 analysiert. Die dabei untersuchte Wertschaffung (“economic profit”) ergibt sich aus dem Gewinn abzüglich der Kosten für Risiko und Kapital.

Europäische Banken bereinigen Bilanzen langsam

Europas Banken kämpfen im weltweiten Vergleich aber nicht nur mit schwächelnden Renditen, sondern haben auch beim Abbau notleidender Kredite Nachholbedarf.

“Europäische Banken haben ihre Abschreibungen während der jüngsten Finanzkrise nur verdoppelt. Nordamerikanische Banken haben ihre Kreditabschreibungen kurzfristig fast vervierfacht”, betont Widowitz. Damit hätten sie die Bilanzen viel schneller bereinigt als ihre europäischen Kollegen.

Weiterhin Mehrkosten durch Regulierung

Die Institute müssten sich jedenfalls darauf einstellen, in den nächsten Jahren weiter an die kurze Leine genommen zu werden: “Insbesondere auf Banken aus Europa kommen in den kommenden Jahren weiterhin erhebliche zusätzliche Aufwendungen im Zusammenhang mit der Regulierung des Finanzsektors zu”, glaubt Widowitz.

Die Höhe der Strafzahlungen habe zuletzt aber auf 22 Milliarden Dollar (17,83 Milliarden Euro) abgenommen und sich im Vergleich zu 2016 nahezu halbiert. “Der Gesamtbetrag an Strafzahlungen seit 2009 wächst auf insgesamt 345 Milliarden Dollar”, so BCG. (dpa-AFX)

Foto: Shutterstock

 

Mehr Beiträge zum Thema Banken:

Ranking: Die besten Privatbanken weltweit

Europas Banken brauchen gemeinsame Blockchain

Hauptaktionär der Deutschen Bank reduziert seine Anteile

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 07/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Betriebsrente – Wandelanleihen – Ferienimmobilien – Family Offices

Ab dem 21. Juni im Handel.

Special Investmentfonds

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Nachhaltig anlegen: Mehr Rendite mit gutem Gewissen
Gewinne im Fokus: Die besten Dividenden-Fonds

Versicherungen

Blockchain: (Noch) keine Priorität bei den Versicherern

Bei 68 Prozent der deutschen Finanzdienstleister räumen dem Thema Blockchain derzeit noch keine große Priorität ein. Viele Banken, Versicherer und Asset Manager wollen erst einmal abwarten, was die Konkurrenz macht, zeigt eine Umfrage der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC unter den Führungskräften von 300 Banken, Versicherern und Vermögensverwaltern.

mehr ...

Immobilien

Wohnimmobilien: Nachfrage im im Osten so hoch wie nie

Wohneigentum ist in Ostdeutschland aktuell so gefragt wie nie zuvor. Neben klassischen Selbstnutzern bringt die Niedrigzinsphase laut der Landesbausparkasse (LBS) auch immer mehr Investoren dazu, nach sicheren Anlagen auf dem Immobilienmarkt zu suchen.

mehr ...

Investmentfonds

Gedämpfter Optimismus in China

Das Vertrauen in das chinesische Wachstum schrumpft, ein Grund dafür ist der Handelskrieg, der von US-Präsident Donald Trump ausgeht. Doch der Konflikt könnte die Entwicklung des Landes und seines Marktes durchaus auch positiv beeinflussen.

mehr ...

Berater

Roboadvisor in der Anlageberatung – Sie werden immer besser

Robo-Advisor von Fintech-Unternehmen oder Banken sollen die Anlageberatung beleben und Privatkunden eine komfortable Hilfe bei der Geldanlage bieten. Wie gut die digitalen Helfer sind, zeigt eine Untersuchung des Deutschen Instituts für Service-Qualität (DISQ), das im Auftrag des Nachrichtensenders n-t 17 Robo-Advisor-Lösungen von 15 Anbietern unter die Lupe genommen hat.

mehr ...

Sachwertanlagen

Fondsbörse warnt erneut vor “Lockangebot”

Die Fondsbörse Deutschland Beteiligungsmakler AG entrüstet sich erneut über ein Angebot, wonach den Anlegern der Kauf ihrer Fondsanteile weit unter dem Zweitmarktkurs angeboten wird. In diesem Fall ist die Diskrepanz besonders groß.

mehr ...

Recht

Erbbaurecht: Alternative zum Kauf eines Baugrundstücks

Kommunen, Kirchen und Stiftungen vergeben häufig Erbbaurechte. Als “Eigentum auf Zeit” können diese gerade für junge Familien mit wenig Eigenkapital eine Alternative zum Kauf eines Baugrundstücks darstellen. Die Hamburgische Notarkammer erklärt.

mehr ...