Wertschaffung Europäischer Banken gesunken

Die Gewinne der Geldhäuser haben sich zum ersten Mal seit fünf Jahren weltweit verringert. Das geht aus den Ergebnissen einer aktuellen Studie der Unternehmensberatung Boston Consulting Group (BCG) hervor.

Banken
Die europäischen Banken haben derzeit mit schwachen Renditen und dem Abbau notleidender Kredite zu kämpfen.

„Die Wertschaffung sank von 143 Milliarden Euro im Betrachtungszeitraum 2015 auf 107 Milliarden Euro im Jahr 2016“, heißt es in der Studie. Besonders europäische Banken schneiden dabei schlechter ab und bleiben in der Verlustzone.

„Nicht nur die anhaltend niedrigen Zinsen, auch die hohen operativen Kosten und Risikokosten machen es den europäischen Banken schwer, Gewinne zu erwirtschaften“, so Michael Widowitz, Experte für Risk Management bei BCG in einer Pressemitteilung vom Donnerstag.

Für die Studie wurden 350 Retail-, Geschäfts- und Investmentbanken für den Zeitraum der Geschäftsjahre 2012 bis 2016 analysiert. Die dabei untersuchte Wertschaffung („economic profit“) ergibt sich aus dem Gewinn abzüglich der Kosten für Risiko und Kapital.

Europäische Banken bereinigen Bilanzen langsam

Europas Banken kämpfen im weltweiten Vergleich aber nicht nur mit schwächelnden Renditen, sondern haben auch beim Abbau notleidender Kredite Nachholbedarf.

„Europäische Banken haben ihre Abschreibungen während der jüngsten Finanzkrise nur verdoppelt. Nordamerikanische Banken haben ihre Kreditabschreibungen kurzfristig fast vervierfacht“, betont Widowitz. Damit hätten sie die Bilanzen viel schneller bereinigt als ihre europäischen Kollegen.

Weiterhin Mehrkosten durch Regulierung

Die Institute müssten sich jedenfalls darauf einstellen, in den nächsten Jahren weiter an die kurze Leine genommen zu werden: „Insbesondere auf Banken aus Europa kommen in den kommenden Jahren weiterhin erhebliche zusätzliche Aufwendungen im Zusammenhang mit der Regulierung des Finanzsektors zu“, glaubt Widowitz.

Die Höhe der Strafzahlungen habe zuletzt aber auf 22 Milliarden Dollar (17,83 Milliarden Euro) abgenommen und sich im Vergleich zu 2016 nahezu halbiert. „Der Gesamtbetrag an Strafzahlungen seit 2009 wächst auf insgesamt 345 Milliarden Dollar“, so BCG. (dpa-AFX)

Foto: Shutterstock

 

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