Anzeige
Anzeige
11. September 2015, 14:48
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Absturz der Ölpreise hält Inflation niedrig

Der Einbruch der Ölpreise macht nicht nur das Tanken in Deutschland derzeit günstiger. Insgesamt bleibt der Preisauftrieb sehr gering. Das stärkt die Kaufkraft der Verbraucher und dürfte den Konsum befeuern.

Lkurve in Absturz der Ölpreise hält Inflation niedrig

Niedrige Rohölpreise verhindern steigende Inflation.

 

Der kräftig gefallene Rohölpreis hält die Inflation in Deutschland extrem niedrig. Im August lagen die Verbraucherpreise wie schon im Juli um 0,2 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Das teilte das Statistische Bundesamt mit und bestätigte damit eine erste Schätzung. Für Verbraucher bedeutet das vor allem, dass sie günstiger tanken und heizen können als vor einem Jahr und somit mehr Geld für andere Dinge zur Verfügung haben.

Kaum Veränderung bei Verbraucherpreisen

Insgesamt lagen die Teuerungsraten in diesem Jahr nur im Februar (+ 0,1 Prozent) und im Januar (− 0,3 Prozent) noch niedriger als im August. Gegenüber dem Vormonat Juli veränderten sich die Verbraucherpreise nach den Angaben nicht. Die niedrige Inflationsrate im August sei maßgeblich darauf zurückzuführen, dass die Energiepreise binnen Jahresfrist kräftig um 7,6 Prozent sanken, betonten die Statistiker: “Im Vergleich zu den letzten Monaten hat sich der Rückgang bei den Energiepreisen erneut verstärkt.”

Kraftstoffpreise sinken um zehn Prozent

Insbesondere der fallende Weltmarktpreis für Rohöl bremste demnach den Preisauftrieb. So verbilligte sich leichtes Heizöl gegenüber August 2014 um mehr als ein Viertel (− 27,6 Prozent), Kraftstoffe waren nahezu ein Zehntel billiger (− 9,5 Prozent). An den Tankstellen macht sich das auch im Vergleich zu den Vormonaten bemerkbar. Nach Zahlen des ADAC kostet ein Liter E10 derzeit 1,350 Euro, Anfang August lag der Literpreis noch bei 1,448 Euro und Anfang Juli bei 1,478 Euro.

Auch die Preise für andere Energieprodukte lagen unter dem Niveau des Vorjahres: So sanken die Umlagen für Zentralheizung und Fernwärme um 6,5 Prozent, Strom kostete 1,0 Prozent weniger. Ohne Berücksichtigung der Energiepreise wäre die Inflationsrate nach den Angaben der Statistiker mit plus 1,1 Prozent deutlich höher ausgefallen. Überdurchschnittlich zogen indes die Preise für Dienstleistungen (plus 1,2 Prozent) an. Ausschlaggebend dafür war der Anstieg der Nettokaltmieten um 1,1 Prozent.

Inflation weit unter der Zielmarke

Insgesamt bleibt die Inflation in Deutschland weit entfernt von der Zielmarke der Europäischen Zentralbank (EZB). Die Notenbank strebt mittelfristig eine Teuerungsrate von knapp unter zwei Prozent an. Deshalb haben Europas Währungshüter bereist angekündigt, die Geldschleusen notfalls noch weiter zu öffnen.

Draghi: “Willen und Fähigkeit zu reagieren”

EZB-Präsident Mario Draghi sagte Anfang September: “Wir haben den Willen und die Fähigkeit zu reagieren, falls dies notwendig ist.” So könne das im März begonnene Programm zum Kauf von Staatsanleihen und anderen Vermögenswerten im Umfang ausgedehnt oder zeitlich gestreckt werden. Volkswirte rechnen allerdings damit, dass die Preise in Deutschland schon bald wieder stärker steigen dürften. Commerzbank-Ökonom Marco Wagner sagte: “Mittelfristig rechnen wir mit wieder steigenden Rohölpreisen und spürbaren Lohnanstiegen. Dies dürfte die Inflationsrate bis Mitte 2016 auf zwei Prozent treiben.”

Quelle: dpa-AFX

Foto: Shutterstock

Anzeige

1 Kommentar

  1. Ich rechne weiterhin damit, das auch zukünftig die Herren Volkswirte daneben liegen werden, wie so oft bisher…

    Kommentar von Nils Fischer — 17. September 2015 @ 07:58

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 10/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Betriebliche Krankenversicherung - Mobile Asset Fonds - Immobilienpreise - Nachfolgeplanung

Ab dem 14. September im Handel.

 

Rendite+ 2/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Ferienimmobilien - Niedrigzinsen - Preisrallye Gewerbeimmobilien - Immobilienkredite

Versicherungen

HDI setzt auf digitale BU-Beratung

Die HDI ermöglicht ab sofort die vollständige digitale Abwicklung der BU-Beratung mittels “vers.diagnose”. Damit sollen Kunden noch während des Beratungsgesprächs zum Thema Berufsunfähigkeit eine belastbare Auskunft über ihre individuelle Versicherbarkeit erhalten.

mehr ...

Immobilien

Wohnimmobilienpreise setzen Aufwärtstrend fort

Die Preise für Wohnimmobilien sind trotz kurzfristiger Schwankungen weiterhin im Aufwärtstrend. Das geht aus einer Auswertung von Europace hervor. Das Unternehmen hat die Preisentwicklung von Bestands- und Neubauhäusern sowie Eigentumswohnungen untersucht.

mehr ...

Investmentfonds

“Technologie kann nicht ethisch handeln”

“Daten sind das neue Öl”, so der Futurist Gerd Leohnhard auf der Axa Veranstaltung “Tomorrow Augmented”, auf der der Einfluss von Technologie auf unsere Gesellschaft, Arbeits- und Investmentmärkte diskutiert wurde. Leonhard und Vertreter von Axa IM sprachen über Vor- und Nachteile der Digitalisierung unserer Wirtschaft.

mehr ...

Berater

Jetzt also Jamaika – nun gut, wir werden sehen

Die Bundestagswahl ist eine Zäsur für Deutschland. Doch was bedeutet das Ergebnis für die Sachwertbranche? Der Löwer-Kommentar

mehr ...

Sachwertanlagen

G.U.B. Analyse: „A“ für DFV Hotel Weinheim

Das Hamburger Analysehaus G.U.B. Analyse bewertet den Fonds „DFV Hotel Weinheim“ der HKA Hanseatische Kapitalverwaltung AG aus Hamburg mit insgesamt 81 Punkten. Das entspricht dem G.U.B.-Urteil „sehr gut“ (A).

mehr ...

Recht

Das können Vermieter von der Steuer absetzen

Wer eine Immobilie vermietet, erzielt nicht nur Mieteinnahmen, sondern muss auch eine Reihe von Kosten tragen. Cash. gibt einen Überblick über die wichtigsten Positionen, die von der Steuer abgesetzt werden können.

mehr ...