29. August 2019, 13:30
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Unternehmensanleihen bieten weiterhin Chancen

Die makroökonomischen Rahmenbedingungen werden weiterhin durch den Handelskonflikt zwischen den USA und China beeinträchtigt. Die jüngste Ankündigung der USA, chinesische Importe im Wert von weiteren 300 Mrd. US-Dollar mit Zöllen zu belegen, trüben die Wirtschaftsaussichten weltweit. Ein Kommentar von Michael McEachern, Head of Public Markets bei Muzinich & Co.

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Michael McEachern, Head of Public Markets bei Muzinich & Co

Zuvor hatten bereits die enttäuschenden BIP-Daten der großen Volkswirtschaften für das zweite Quartal und die Abschwächung der Produktion im Euroraum die makroökonomischen Aussichten für den Rest des Jahres verschlechtert.

Erfreulicherweise zeigten sich die Arbeitsmärkte stabil. Auch der Dienstleistungssektor hat sich solide entwickelt und das Wachstum der Märkte in den Industriestaaten wird durch den privaten Inlandskonsum stark unterstützt.

Wahrscheinlichkeit für Rezession steigt

Die Märkte gehen davon aus, dass die Wahrscheinlichkeit einer Rezession steigt. Dies hat zu einer deutlichen Abflachung der staatlichen Zinskurven geführt.

Die 10-Jährige Bundesanleihe notiert unter dem Einlagenzinssatz der Europäischen Zentralbank (EZB) und die Rendite von 30-jährigen US-Treasuries entspricht der unteren Grenze der Federal Funds Rate von 2 %!

Dennoch werden die negativen Perspektiven hinsichtlich des globalen Wachstums durch den Impuls der geldpolitischen Lockerung durch die Zentralbanken zurückgedrängt.

Die US-Notenbank Fed senkte auf ihrer Juli-Sitzung die Leitzinsen und kündigte das Ende ihrer Bilanzbereinigungen an. Und die EZB hat die Märkte auf eine weitere monetäre Lockerung bei ihrer nächsten Sitzung im September vorbereitet.

Zentralbanken fordern gelockerte Geldpolitik

Auch die Zentralbanken vieler Schwellenländer, insbesondere in Asien, setzen sich für die Wiederaufnahme einer gelockerten der Geldpolitik ein. Aufgrund der Größenordnung dieser geldpolitischen Gegenmaßnahmen bleiben die Wachstumsprognosen im positiven Bereich, wenn auch auf deutlich niedrigerem Niveau.

All dies könnte darauf hindeuten, dass im Jahr 2020 die Fiskalpolitik stärker eingesetzt wird. Allerdings ist eine Vorhersage aufgrund der sich verändernden lokalen politischen Gegebenheiten in vielen Ländern (Deutschland, Italien, USA, Großbritannien) nicht einfach zu treffen und im Moment etwas unsicher.

Die Sorge um die Wachstumsdynamik hat im August eine Verengung der Credit Spreads verhindert. Gleichzeitig ist Volatilität in die Aktienmärkte zurückgekehrt – ein Zeichen, das normalerweise mit einer Ausweitung der Credit Spreads verbunden ist.

Kreditmärkte bleiben erstmal konstant

Solange keine Rezession eintritt dürften die Kreditmärkte angesichts der globalen Renditejagd und der allgemein soliden Unternehmensgrundlagen weiterhin Unterstützung finden.

Länger laufende Investment-Grade-Anleihen könnten von einem anhaltend niedrigen Zinsumfeld profitieren, während höherwertige High Yield Anleihen (BB- und höherwertige B-geratete Bonds) einen größeren Spread bieten können. Gut recherchierte Unternehmensanleihen aus Schwellenländern können ebenfalls ausgewählte Chancen bieten.

Foto: Muzinich

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